Schlaffer erhält Auszeichnung für Gründung von Mütterschulen

Edit Schlaffer ist Reader’s Digest “Europäerin des Jahres”

Montag, 22. Januar 2018 | 11:20 Uhr

Das Magazin Reader’s Digest ehrt die österreichische Soziologin Edit Schlaffer mit der Auszeichnung “Europäerin des Jahres 2018” für die Gründung von Mütterschulen und für ihren Einsatz gegen die Radikalisierung von Kindern. Dort lernten Frauen, Anzeichen der Radikalisierung bei ihren Kindern zu erkennen und wirkungsvoll gegenzusteuern, heißt es von Reader’s Digest am Montag.

Mit der Auszeichnung würdigen die Chefredakteure der europäischen Ausgaben des Magazins die Gründerin und Vorsitzende der Organisation “Frauen ohne Grenzen” sowie ihre Idee der “Mütterschulen gegen Extremismus”. Die Mütter würden darin geschult, ihre Kinder zu stärken, damit diese radikalen Anwerbern widerstehen könnten, heißt es. Das Konzept komme mittlerweile in elf Ländern zum Einsatz: neben Österreich und Deutschland seien dies Belgien, Großbritannien und Mazedonien sowie einige außereuropäische Länder.

Schlaffer (67) lebt in Wien und war als Soziologie-Dozentin an der Universität Wien tätig. Sie betrieb Feldforschung und arbeitete viele Jahre lang mit Flüchtlingen aus Bosnien und Afghanistan. 2001 gründete sie die Organisation “Frauen ohne Grenzen” (frauen-ohne-grenzen.org) mit dem Ziel, Frauen in die Lage zu versetzen, den gesellschaftlichen Wandel zu gestalten, wie es von Reader’s Digest weiter heißt. Sieben Jahre später rief sie mit SAVE (Sisters Against Violent Extremism, deutsch: Schwestern gegen gewalttätigen Extremismus) die weltweit erste weibliche Anti-Terror-Plattform ins Leben.

Vertreter der Reader’s Digest-Chefredaktionen überreichen die Auszeichnung “Europäerin des Jahres” am Freitag in der B.LA Gallery der Birgit Lauda Art Foundation in Wien. Dort erhalten an diesem Tag auch Absolventinnen von Mütterschulen ihre Abschlussurkunden.

Seit 1996 zeichnen die europäischen Chefredakteure der internationalen Zeitschrift Reader’s Digest alljährlich Menschen aus, die sich wichtiger gesellschaftlicher Themen annehmen und dabei helfen, das Leben anderer zu verbessern. Das weltweit in 27 Ausgaben und 11 Sprachen erscheinende Magazin hat bisher insgesamt 23 herausragende Persönlichkeiten als “Europäer/Europäerin des Jahres geehrt”.

Von: apa