Erst entrechtet, dann ermordet

Ehemalige afghanische Abgeordnete in Kabul ermordet

Sonntag, 15. Januar 2023 | 22:25 Uhr

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind eine ehemalige Parlamentsabgeordnete und ihr Leibwächter erschossen worden. Mursal Nabisada sei in der Nacht auf Sonntag “zusammen mit einem ihrer Leibwächter in ihrem Haus erschossen” worden, sagte ein Polizeisprecher. Bei dem Angriff wurde demnach auch ein Bruder der Ex-Abgeordneten verletzt.

Die 32-jährige Nabisada stammte aus der östlichen Provinz Nangarhar und war 2018 als Parlamentsabgeordnete aus Kabul gewählt worden. Die ehemalige Abgeordnete Mariam Solaimanchil bezeichnete sie auf Twitter als “furchtlose Vorkämpferin für Afghanistan” und als “wahre Pionierin (…), die für das eintrat, an das sie glaubte, selbst im Angesicht der Gefahr.” Obwohl sie Afghanistan hätte verlassen können, habe sie sich entschieden zu bleiben und für ihr Volk zu kämpfen.

“Ich bin traurig und wütend und möchte, dass die Welt es erfährt”, twitterte Hannah Neumann, Mitglied des Europäischen Parlaments. Nabisada sei im Dunkeln getötet worden, doch die Taliban “etablieren ihr System der Geschlechter-Apartheid im vollen Tageslicht”.

Während der zwei Jahrzehnte der von den USA angeführten Stabilisierungsmission in Afghanistan waren viele Frauen in dem Land wichtigen Positionen tätig, etwa als Richterinnen, Journalistinnen und Politikerinnen. Seit der Rückkehr an die Macht der Taliban im August 2021 wurden Frauen rasch aus fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens verdrängt.

Ihnen wurde der Zugang zu Bildung, zu Berufen im öffentlichen Sektor und sogar der Besuch öffentlicher Parks verboten. Außerdem müssen sich Frauen nach Anordnung der Taliban in der Öffentlichkeit bedecken, möglichst mit einem Ganzkörperschleier.

Von: APA/AFP

Kommentare

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5 Kommentare auf "Ehemalige afghanische Abgeordnete in Kabul ermordet"


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Pasta Madre
Pasta Madre
Tratscher
18 Tage 2 h

Wer hat die Taliban so mächtig werden lassen?
Wer unterstützt diese Mörder und Frauenhasser mit finanzielen Mitteln und Waffen???
Das sind die schuldigen an dieser Miserie.

Frank
Frank
Universalgelehrter
17 Tage 22 h

Und vor Allem: was außer vielen Toten auf allen Seiten haben 20 Jahre Krieg gebracht?

N. G.
N. G.
Kinig
17 Tage 10 h

@Frank Als die Terrorgefahr die aus Afghanistan für die USA ausging und beseitigt war wurden irgendwann die Rechenschieber ausgepackt und das ganze für zu teuer befunden. Verurteilungen zu veröffentlichen ist für alle Beteiligten billiger.

Zugspitze947
18 Tage 3 h

Echt abscheulich was da vor sich geht ! 😡👌😢

Doolin
Doolin
Kinig
18 Tage 4 h

…Frauen haben es nicht leicht bei den Taliban…

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