US-Präsident Trump und Wirtschaftsberater Kudlow

Einigung auf Billionen-Konjunkturpaket in den USA

Mittwoch, 25. März 2020 | 14:54 Uhr

In den USA ist der Weg frei für ein gewaltiges Konjunkturpaket zur Linderung der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie. Republikaner und Demokraten einigten sich nach tagelangen Verhandlungen in der Nacht auf Mittwoch auf billionenschwere Hilfen, wie die beiden Parteiführer im US-Senat, Mitch McConnell und Chuck Schumer, mitteilten.

Der Senat wie auch das Repräsentantenhaus müssen das Paket noch verabschieden. Es soll nach US-Medienberichten einen Umfang von zwei Billionen US-Dollar haben. Davon sind laut Schumer 130 Mrd. Dollar für den Ausbau des Gesundheitssystem bestimmt. 150 Mrd. Dollar sollen an Staaten und Gemeinden gehen, um die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu unterstützen.

Nachdem die Pandemie über Wochen von US-Präsident Donald Trump kleingeredet wurde, sind die USA derzeit gerade dabei, das Land mit den meisten aktiven Coronavirus-Infektionen der Welt zu werden. Am Mittwochnachmittag standen die Vereinigten Staaten laut der Internetseite Worldometers bei 53.842 Infizierten, Italien bei 54.030. Die Zahl der Todesopfer ist mit 785 freilich deutlich geringer als in den europäischen Hotspots Italien und Spanien.

Das Konjunkturpaket beinhaltet nach Angaben der Unterhändler unter anderem direkte Hilfszahlungen an US-Steuerzahler, eine Ausweitung von Arbeitslosenunterstützung, mehr Geld für Krankenhäuser und ein umfassendes Kreditprogramm für Unternehmen. Es soll die wirtschaftlichen Verwerfungen der Coronavirus-Epidemie abfedern.

Das genaue Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ist noch nicht absehbar. Viele Analysten befürchten inzwischen aber einen dramatischen Einbruch im zweiten Quartal und eine Rezession aufs ganze Jahr betrachtet. Viele Geschäfte sind derzeit geschlossen, Restaurants und Kinos bleiben leer, Veranstaltungen wurden abgesagt, Flüge massenhaft gestrichen. Erste Daten lassen auch angesichts der Ausgangsbeschränkungen in vielen Bundesstaaten einen rapiden Anstieg der Arbeitslosenzahlen befürchten.

Das Konjunkturpaket soll einem Einbruch der US-Wirtschaft entgegenwirken. Der genaue Text der Einigung war zunächst nicht öffentlich. Nach Angaben der “Washington Post” ist darin ein Kreditprogramm im Umfang von 367 Milliarden US-Dollar für kleine Firmen vorgesehen. Auch große Unternehmen, die von der Krise besonders betroffen sind, sollen milliardenschwere Hilfen erhalten. Steuerzahler mit einem gewissen Höchsteinkommen sollen demnach einen Scheck über 1.200 US-Dollar bekommen, pro Kind soll es zusätzliches Geld geben.

Die Demokraten hatten sich in den Verhandlungen zuletzt unter anderem dafür eingesetzt, die vorgesehenen Kreditprogramme stärker zu kontrollieren. Zudem forderten sie mehr Geld für den Gesundheitssektor und den Ausbau der Arbeitslosenversicherung. Schumer zufolge sollen gekündigte Arbeitnehmer im Schnitt nun bis zu vier Monate lang ihr volles Gehalt bekommen.

Der Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat sagte, es handle sich um das “größte Hilfspaket in der US-Geschichte”. Wie es Kompromisse generell an sich hätten, sei auch dieses Paket keineswegs perfekt, räumte er ein. Die Demokraten hätten aber wichtige Verbesserungen ausgehandelt und eine “herausragende Vereinbarung” erreicht, um durch diese düsteren Zeiten zu leiten. “Ich sage allen Amerikanern: Hilfe ist unterwegs – große Hilfe und schnelle Hilfe.”

McConnell sprach von einem “historischen Hilfspaket”. Billionen US-Dollar würden in die Wirtschaft gepumpt, um Familien, Arbeitern und Firmen unter die Arme zu greifen. Nach den Worten McConnells sollte das Paket noch an Mittwoch im Senat verabschiedet werden. Danach muss noch das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus zustimmen. Die Führung der Kammer war bereits an den Verhandlungen im Senat beteiligt.

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, erklärte, die Demokraten hätten in den Verhandlungen wichtige Verbesserungen für die amerikanische Arbeiterschaft durchgesetzt. Die Demokraten im Repräsentantenhaus würden nun die endgültigen Vereinbarungen des Textes prüfen, um das weitere Vorgehen festzulegen.

Der US-Kongress hatte in diesem Monat bereits zwei kleinere Pakete in Höhe von insgesamt gut 100 Milliarden US-Dollar beschlossen, mit dem die Folgen der Corona-Epidemie abgefedert werden sollen.

Von: APA/dpa

Kommentare
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Neumi
Neumi
Kinig
2 Monate 1 Tag

Korrektur: Wenn es im englischen heißt “2.5 Billion Dollars”, dann entspricht das im Deutschen “2.5 MILLIARDEN Dollar” und nicht Billionen.
Es handelt sich also um 1,84451€ Milliarden Euro und nicht um 1844,51€ (habe hier mal das deutsche Komma verwendet, normalerweise schreib ich zahlen lieber mit Punkt als Kommazeichen nach dem englischen Standard)

Die Amerikaner rechnen in Million, Billion, Trillion, …
Europäer rechnen in Million, Milliarde, Billion, Billiarde, …

Mistermah
Mistermah
Kinig
2 Monate 1 Tag

Nein Neumi es sind 2 Billionen $ schon umgerechnet. 2 Milliarden sind in Amerika nämlich nichts. Da bräuchte Trump nicht eine zu stimmung vom Senat.

Mistermah
Mistermah
Kinig
2 Monate 1 Tag

@neumi
https://www.google.de/amp/s/www.nytimes.com/2020/03/25/world/coronavirus-news-maps.amp.html
Hier es sind 2 Trillionen $
Man überlegt zwei Platinmünzen dafür zu prägen. Somit kann der Staat diese Geld zur Verfügung stellen ohne Schulden aufzunehmen. Wenn Trump dieses Manöver durchbringt, hat er der Finanzelite eines ausgewischt und wird ein Held sein. Das wird ein Machtkampf ohne gleichen.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Zwei-Muenzen-koennten-die-US-Wirtschaft-retten-article21665676.html

Neumi
Neumi
Kinig
2 Monate 1 Tag

@ Mistermah Hab mir den Arikel englischen nochmal angesehen. Da waren’s im Englischen tatsächlich “2.5 Billions”
Allerdings war mir nicht aufgefallen, dass er einen Monat alt ist.
Ich nehm dann mal alles zurück 🙂

Denkamol
Denkamol
Grünschnabel
2 Monate 1 Tag

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass uns die italienische Regierung einfach nur verarscht mit den lächerlichen 25 Milliarden, oder es zeigt einfach wieder eimal die Inkompetenz der regierenden „Gutmenschen“, welche wieder den Rotstift an der eigenen Bevölkerung ansetzt und somit diejenigen vernachlässigt welche diesen Staat (noch) am laufen halten.
Wie kann es sein dass die drittstärkste Wirtschaftsnation in Europa, welche noch am stärksten von der Krise betroffen ist, das schwächste Hilfspaket stellt, welches nicht einmal 10% anderer Staaten ausmacht (Deutschland 500 Milliarden, Spanien 200 Milliarden)

Jefe
Jefe
Superredner
2 Monate 1 Tag

….jo wenn er selber nichts hat

lottchen
lottchen
Superredner
2 Monate 1 Tag

rechne es bitte mal in € um!!!

Denkamol
Denkamol
Grünschnabel
2 Monate 1 Tag

Das sind €

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
2 Monate 1 Tag

@Denkamol

Italia isch total PLEITE, steht es Wasser net lei bis zum Hols, sondern bis zum Maul!

Faktenchecker
Mistermah
Mistermah
Kinig
2 Monate 18 h

Wenn man die Zusammenhänge kennt, versteht man warum

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
2 Monate 18 h

Dann erkläre mir mal bitte die Zusammenhänge. Auf Deine Insiderinformationen bin ich sehr gespannt.

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