Bereits am Mittwoch gab es Proteste

Eintägiger Generalstreik gegen Präsident Maduro in Venezuela

Donnerstag, 20. Juli 2017 | 10:58 Uhr

In Venezuela beginnt am Donnerstag ein eintägiger Generalstreik gegen die geplante Verfassungsreform der sozialistischen Regierung von Präsident Nicolas Maduro. Wie der Präsident der Nationalversammlung, der Oppositionelle Julio Borges, mitteilte, sei nach der Volksabstimmung vom Sonntag der Moment gekommen, auf die Regierung “maximalen Druck aufzubauen”.

Der Streik beginnt Donnerstag früh um 6.00 Uhr (Ortszeit/12.00 MESZ). Bereits am Mittwoch errichteten die Regierungsgegner Straßensperren, Busfahrer stellten ihre Arbeit ein, teilweise kam der Verkehr zum Erliegen. Es handelt sich um den größten ausgerufenen Protest der Opposition seit mehr als 100 Tagen der Unruhen in Venezuela.

Initiiert wurde der Streik von einer Koalition aus rund 20 Oppositionsparteien, die nach der Volksabstimmung vom Sonntag die “Stunde Null” ausrief. Laut Opposition hatte mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten bei dem Plebiszit symbolisch gegen Maduros geplante Versammlung zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung am 30. Juli gestimmt. Die Regierungsgegner befürchten, dass der Staatschef des erdölreichsten Landes der Welt dadurch seine Macht bis zur Errichtung einer Diktatur ausbauen könnte.

Der Kritik schloss sich auch der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro, an. Er warnte am Mittwoch vor einem möglichen Bürgerkrieg. “Wir haben große Angst, dass sich der Schrecken in ein Blutbad entwickelt.”

Venezuela versinkt seit Monaten im Chaos. Mehr als 90 Menschen sind seit Anfang April bei massiven Straßenprotesten gegen die Regierung umgekommen. Das Land leidet unter der höchsten Inflation weltweit und einer akuten Versorgungskrise, überall fehlen Medikamente und Lebensmittel.

Von: APA/dpa

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