Verweis auf Südtirols Konzept der Schulstraße

Elterntaxis für den Schulweg – in Kärnten am häufigsten

Donnerstag, 13. September 2018 | 08:10 Uhr

Die Kärntner Kinder werden im Österreich-Vergleich am häufigsten von ihren Eltern mit dem Auto in die Schule gebracht. Darauf wies der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) unter Berufung auf Daten des Verkehrsministeriums am Montag hin. In Wien ist dieser Anteil am geringsten. Warum das so ist – etwa wegen des Ausbaugrades der Öffis -, erläuterte der VCÖ in der Aussendung aber nicht.

In Kärnten kommen 35 Prozent der Schulkinder mit Elterntaxis in ihre Lehranstalten, gefolgt vom Burgenland mit 34 Prozent. In Wien sind es nur 14 Prozent, in Tirol 18 Prozent. Umgekehrt wird in Vorarlberg die Hälfte aller Schulwege (49 Prozent) mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt, in Wien sind es 40 Prozent. Am wenigsten sind die Kinder in Niederösterreich selbst aktiv, wenn es um den Weg zur und von der Schule geht. Umgekehrt hat das flächenmäßig größte Bundesland mit 56 Prozent den höchsten Anteil an Kindern, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule fahren.

Der VCÖ forderte vor allem für die Regionen ein verbessertes öffentliches Verkehrsangebot und mehr Schulbusse, was zum Teil aus Einnahmen der Verkehrsstrafen finanziert werden könnte. Außerdem machte der Verkehrsclub darauf aufmerksam, dass ein verkehrsberuhigtes Schulumfeld wichtig sei. So bewähre sich in Südtirol seit vielen Jahren das Konzept der Schulstraße, das seit vergangenem Schuljahr in der Stadt Salzburg vor sechs Volksschulen umgesetzt worden sei und ab heute in Wien vor einer Volksschule getestet werde. Dabei wird rund eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn die Straße vor der Schule gesperrt. Geeignet sei das Konzept für Schulen, die an Nebenstraßen liegen, betonte der VCÖ. Auch Halteverbote im Schulumfeld würden zur verbesserten Verkehrssituation beitragen.

Von: apa

Bezirk: Bozen