Erneut Wirbel um Formulierung von Trump

Empörung über kolportierte “Drecksloch”-Äußerung von Trump

Freitag, 12. Januar 2018 | 23:00 Uhr

US-Präsident Donald Trump ist wegen angeblicher Verunglimpfung afrikanischer Staaten und Haitis als “Drecksloch-Länder” massiv ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Die Äußerungen ließen sich nur als “rassistisch” bezeichnen, sagte der Sprecher des UNO-Menschenrechtsbüros, Rupert Colville, am Freitag in Genf.

In den USA warfen die oppositionellen Demokraten Trump offenen Rassismus vor. Auch aus den Reihen der Republikaner kamen empörte Töne. Vom Weißen Haus wurden die Äußerungen zunächst nicht dementiert. Trump selbst wies die Berichte später jedoch via Twitter zurück. “Die Sprache, die ich bei dem DACA-Treffen benutzt habe, war hart, aber das war nicht die Sprache, die benutzt wurde”, schrieb er.

Bei dem Treffen am Donnerstag ging es um einen Kompromiss in der Einwanderungspolitik, der auch eine Lösung für das sogenannte DACA-Programm vorsieht. Dieses bietet bisher Hunderttausenden jungen Migranten Schutz.

Die in der Afrikanischen Union zusammengeschlossenen Länder forderten von Trump eine Entschuldigung für ihm zugeschriebene Äußerungen über Einwanderer. Die Organisation sei “verärgert, enttäuscht und wütend”, teilte die AU-Vertretung in Washington mit. Sie verlange eine Rücknahme der Äußerungen und eine Entschuldigung “nicht nur bei den Afrikanern, sondern bei allen Menschen afrikanischer Abstammung weltweit”.

Der führende Republikaner Paul Ryan reagierte mit verhaltener Kritik auf Berichte über abfällige Äußerungen von US-Präsident Trump. Die Kommentare Trumps seien “sehr unglücklich und nicht hilfreich”, sagte Ryan am Freitag in Milwaukee. Ryan sprach darüber, wie Mitglieder seiner eigenen Familie als Einwanderer aus Irland in die USA kamen. Die Iren seien damals herablassend behandelt worden, erklärte er. Damals wie heute gelte aber, dass Einwanderung ein großer Teil von Amerikas Stärke sei.

Laut “Washington Post” und anderen US-Medien soll Trump bei dem Treffen mit Senatoren gefragt haben, warum die USA so viele Menschen aus “Drecksloch-Staaten” (“shithole countries”) aufnehmen müssten. Er zeigte sich damit den Berichten zufolge frustriert über Vorschläge von Senatoren, Migranten aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Ländern im Rahmen eines Einwanderungsdeals einen Schutzstatus zu geben.

Sollte sich bestätigen, dass Trump sich in der Form geäußert habe, seien dies schockierende und beschämende Kommentare eines US-Präsidenten, sagte der UNO-Vertreter Colville. “Man kann nicht ganze Länder und Kontinente als ‘Dreckslöcher’ abtun, deren Einwohner, die alle nicht weiß sind, deshalb nicht willkommen sind.” Es gehe hier um mehr als nur “vulgäre Sprache”, sagte Colville. “Es geht darum, die Tür zur schlimmste Seite der Menschheit zu öffnen.” Damit werde zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ermutigt, was potenziell “die Leben vieler Menschen zerstört”.

Der demokratische Senator Richard Blumenthal bezeichnete die Trump-Zitate als “abscheulichsten und heimtückischsten Rassismus, der nur schwach unter dem Deckmantel der Einwanderungspolitik verborgen wird”. Die republikanische Abgeordnete Mia Love, Tochter von Einwanderern aus Haiti, nannte die Äußerungen “unfreundlich, spaltend, elitär und offen gegen die Werte der USA gerichtet”. Ihre in Kuba geborene Fraktionskollegin Ileana Ros-Lethinen erklärte, Trumps Sprache gehöre sich weder an Stammtischen noch im Präsidialamt.

Der einzige schwarze republikanische Senator, Tim Scott, verwies auf die Einwanderungsgeschichte der USA. “Unsere Stärke liegt in unserer Vielfältigkeit.” Wer dies bestreite, ignoriere “den leuchtendsten Teil unserer Geschichte”. Floridas republikanischer Ex-Gouverneur Jeb Bush twitterte, er hoffe, die jüngsten Äußerungen Trumps seien “nur ein krasser, gedankenloser Fehler” gewesen und spiegelten nicht “den hasserfüllten Rassismus” wider, den sie implizierten. Die Vize-Generalsekretärin des in Südafrika regierenden ANC, Jessie Duarte, sprach von einer extremen Beleidigung. “Unser Land ist kein Drecksloch, auch nicht Haiti oder irgendein anderes Land, das in Not ist.”

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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25 Kommentare auf "Empörung über kolportierte “Drecksloch”-Äußerung von Trump"


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speckbrot
speckbrot
Superredner
4 Tage 12 h

Haitis Geschichte der letzten 300 Jahre in Kurzform:
Entdeckung, Ausrottung der Urbevölkerung, Wiederbesiedlung mit Sklaven aus Afrika, reichste Kolonie Frankreichs, Aufstand der Sklaven, weißfrei, eigene Staatsgründung und seit dem: Gewalt, Despotie, Kleptokratie, Gewalt, Kleptokratie, Gewalt, Gewalt…
Erdbeben, Kohle aus aller Welt für Wiederaufbau, Gewalt, Kohle weg…

ivo815
ivo815
Kinig
4 Tage 11 h

Damit willst du Rassismus rechtfertigen? Sonst alles in Ordnung?

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
3 Tage 19 h

@ivo815 Das löst eigentlich eher Mitleid für die Lage dort aus.

bon jour
bon jour
Superredner
3 Tage 19 h

@ivo815
nein, das ist Rassismus in Reinkultur. seit “weißfrei”: Gewalt, Despotie etc. – – gab es vorher natürlich nie. Ist natürlich deswegen so, weil die Nichtweißen minderwertig sind: Speckbrot folgt noch der Herrenmenschen_Ideologie.

Staenkerer
3 Tage 18 h

@ivo815 jetz kimmt es darauf un ob der ausdruck: drecksloch auf de menschen bezogen hot de dort wohnen, sem isch es gehässig und rassistisch, oder auf dem sauberkeits und hygiene zustand des landes bezogn hot, sem isch es , sollte es so ausschaugn wie momentan in rom, a tatsache de a auf den carakter der menschen s chlußfolgen losst, denn a müllhalde vor der haustür und unordnung vor und im haus und der umgebung hot mit carakter zu tien und nit mit ormut oder reichtum!
wie gsog, i honn de gonze rede tramphs nit gheart, lei den ausspruch der do steht!

speckbrot
speckbrot
Superredner
4 Tage 9 h

Übrigens: Es gibt viele shitholes auf dieser Welt. Europa ist gerade dabei eins zu werden..

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
3 Tage 19 h

Solche Kommentare kommen immer, wenn’s uns viel zu gut geht. Keiner muss sich Sorgen machen, am nächsten Tag was zu Essen zu haben. Ein guter Teil unserer produzierten Lebensmittel landet einfach im Müll oder wird zum Heizen verwendet.
Nein, es geht uns darum, dass wir zu wenig Geld haben, dass die Lebensmittel zu teuer sind, ob wir heimische Produkte wollen oder Bio oder Genzeugs oder was auch immer. Überhaupt was zum Essen zu haben, ist nie ein Thema und das wird trotz aller Parolen auch zu keinem. Wir (Gesellschaft insgesamt) könnten locker doppelt so viel Leute durchfüttern als zur Zeit.

bon jour
bon jour
Superredner
3 Tage 19 h

Europa wars, und zwar 1922 / 1933 bis 1945

Staenkerer
3 Tage 18 h
@Neumi jetz amoll gonz ehrlich: solong de eu überprodukion bezuschußt werden müßten mir ins kugerund unt zu tode fressen um nix verkemmen zu lossn, denn wos nit gekauft werd vers hmeißt des gschäft, wos vom gschäft nit gekauft werd verschmeißt holt der großhändler oder endet als zb. butterberg, milchsee oder londet in der drittn welt und nimmt dort den kleinbauen und kleinunternehmen die basis: also, wos schlogsch vor? fressn zur obfollvermeidung oder zugrundmochn der kleinen der drittn welt … oder umdenkn der politiker der eu und der einzelnen staaten? wenn letzteres isch de ewige kritik am schlußglied der kette, dem… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Universalgelehrter
3 Tage 17 h

@Staenkerer Fakt ist: Es GIBT diese Überproduktion. Wir haben tatsächlich bei weitem mehr als das, als wir brauchen. Keiner von uns muss hungern.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
3 Tage 17 h

… und was ich vorschlage: bessere Verteilung. Die Tafel in Deutschland funktioniert schon mal ganz gut. Gute Lebensmittel aus Überproduktion oder Fehlproduktion (Kartons mit der falschen Anzahl an Produkten z.B.) werden günstig weitergegeben. Für 2-3€ kriegen bedürftige Leute Lebensmittel, die für mehrere Tage reichen.

Guri
Guri
Neuling
3 Tage 21 h

In einigen Dingen respektiere ich Trump , er sagt was er denkt . bei unseren Politikern ist man still und sitzt aus

ivo815
ivo815
Kinig
3 Tage 20 h

Du respektierst jemanden, dessen Gesinnung hochgradig menschenverachtend ist, nur weil er sich einer Position befindet, in der es folgenlos bleibt, wenn er ausspricht, was seinem verkümmerten Gehirnrelikt entweicht? Menschen wie du, die vollkommen kritiklos jedem Großmaul hinterher hecheln, bereiten mir Sorgen.

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
3 Tage 17 h

Ich hoffe, du täuscht dich in ihm. Denn jemanden an der Spitze des Staates zu haben, der nicht weiter denken kann als bis zu dem Blödsinn, den der Mann ständig von sich gibt … brrrrrr. Da kommt mir das kalte Grauen.

ivo815
ivo815
Kinig
3 Tage 13 h

@Neumi mehr machen mir die vielen Mitläufer Sorgen, als ein einziger Vollpfosten

Obelix
Obelix
Tratscher
3 Tage 11 h

@ivo815, wenn aber genau dieser Vollpfosten den Finger auf dem Atomknopf hat, sorgt der mich ehrlich mehr als alle restlichen  Mitläufer zusammen.

denkbar
denkbar
Kinig
3 Tage 9 h

@Guri . Stimmt, er sagt was er denkt (denkt er überhaupt nach über das was er sagt?) und das ist so oft unterste Schublade, niedrigstes Niveau

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
3 Tage 22 h

Er sagt halt was Er denkt und redet nicht scheinheilig wie Die meisten anderen. Und genau DAS rechne ich den Präsidenten hoch an.

ivo815
ivo815
Kinig
3 Tage 20 h

Du respektierst jemanden, dessen Gesinnung hochgradig menschenverachtend ist, nur weil er sich einer Position befindet, in der es folgenlos bleibt, wenn er ausspricht, was seinem verkümmerten Gehirnrelikt entweicht? Menschen wie du, die vollkommen kritiklos jedem Großmaul hinterher hecheln, bereiten mir Sorgen.

Waltraud
Waltraud
Tratscher
3 Tage 13 h

Sag Mal

Er sagt zuerst und denkt gar nicht. Das ist das Problem.

denkbar
denkbar
Kinig
3 Tage 9 h

@Sag mal . Er redet, wie einer der nicht reflektieren kann und spricht in einer Sprache die für Straßenjungs die herumpöblen noch passt, beim Präsidenten der Vereinigten Staaten aber ein Skandal ist.

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
3 Tage 21 h

Trump ist einfach nur PEINLICH,eben ein Trumpl!!!!😂

Neumi
Neumi
Universalgelehrter
3 Tage 19 h

Da steckt sicher ein großer, langfristiger Plan dahinter, den wir arme Würmer nur nicht verstehen können. Schließlich handelt es sich bei Trump um ein selbstbezeichnetes Genie.

zombie1969
zombie1969
Superredner
3 Tage 14 h

Diese von D. Trump als “shithole countries”bezeichnete Länder sind alle in einer hervorragenden Verfassung, weswegen die Menschen in Scharen aus diesen Ländern weglaufen. Versteht man das etwa nicht?
Man könnte zwischendurch auch mal über Inhalte reden. Hätte D. Trump diese Länder politisch korrekt als “failed states“ bezeichnet, wäre die Aufregung wesentlich geringer ausgefallen, obwohl es inhaltlich eigentlich dasselbe wäre.

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