Die Ärmsten können sich Migration nicht leisten

Entwicklungshilfe lässt Armutsmigration zunehmen

Mittwoch, 08. März 2017 | 06:03 Uhr

Entwicklungshilfe ist nach Ansicht von Experten kein geeignetes Mittel, um den Zustrom von Armutsflüchtlingen kurzfristig zu bremsen – im Gegenteil. “Wenn der Bildungsstand steigt, wenn die Einkommen steigen, dann werden sich erst mal mehr Leute auf den Weg machen”, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), Thomas Bauer.

Die Forschung zeige, dass zunächst mehr Menschen das Land verließen, bevor es wieder weniger würden. “Die Ärmsten der Armen werden nicht wandern. Sie können sich das nicht leisten und haben nicht die nötigen Netzwerke und Informationen für eine solche Entscheidung”, erklärte der Professor für Wirtschaftswissenschaft.

Arme Länder etwa in Afrika bei der Entwicklung zu unterstützen, sei trotzdem richtig – “man sollte mittel- bis langfristig denken.” Ab wann die Abwanderung zu- und wieder abnehme, lasse sich nicht berechnen oder planen, da es vom Herkunfts- und Zielland abhänge. “Je mehr sich die Verhältnisse annähern, desto weniger Menschen werden wandern.”

Das gelte vor allem für Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verließen. “Allerdings gilt auch für Kriegsflüchtlinge, dass ihr Fluchtziel davon abhängt, was sie sich leisten können – nach dem Motto, soweit mein Geld mich trägt”, sagte Bauer. Die ärmsten Flüchtlinge aus Kriegsgebieten schafften es nicht nach Europa.

Von: APA/dpa

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