Erdogan erhebt den Zeigefinger gegen Al-Sisi

Erdogan attackiert Ägyptens Präsident wegen Hinrichtungen

Sonntag, 24. Februar 2019 | 09:57 Uhr

Kurz vor Beginn des ersten Gipfeltreffens der EU-Staaten mit der Arabischen Liga in Ägypten hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den ägyptischen Staatschef Abdel Fattah al-Sisi wegen der Vollstreckung von Todesurteilen scharf kritisiert. “Sie haben kürzlich neun junge Menschen hingerichtet”, sagte Erdogan am Samstag in einem Fernsehinterview.

Die Türkei könne so etwas nicht “akzeptieren”, sagte Erdogan den Sendern CNN-Türk und Kanal D. Die Regierung in Kairo werde “natürlich” darauf verweisen, dass es sich um eine “Entscheidung der Justiz” gehandelt habe, sagte Erdogan. In Ägypten seien die “Justiz, Wahlen, all das, aber Quatsch”. Es gebe dort ein “autoritäres, sogar totalitäres System”. Erdogan sagte über al-Sisi, er werde “niemals mit jemandem wie ihm reden”.

In Ägypten waren am Mittwoch neun Männer wegen der Ermordung des ägyptischen Generalstaatsanwalts im Jahr 2015 hingerichtet worden. Amnesty International hatte vergeblich gefordert, die Exekutionen auszusetzen. Menschenrechtsorganisationen beklagen seit langem die staatliche Repression in Ägypten unter al-Sisi, der mit aller Härte gegen Islamisten und gegen Regierungskritiker vorgeht.

Die Beziehungen zwischen Ankara und Kairo sind stark angespannt, seit das ägyptische Militär 2013 den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi stürzte, einen engen Verbündeten Erdogans. Viele Mitglieder der in Ägypten mittlerweile verbotenen Muslimbruderschaft Mursis fanden seitdem Zuflucht in der Türkei.

Die EU-Staaten kommen am Sonntagabend in Ägypten zu ihrem ersten Gipfel mit der Arabischen Liga zusammen. Das Treffen im Badeort Sharm el-Sheikh soll vor allem eine engere Zusammenarbeit in der Flüchtlingspolitik ermöglichen.

Von: APA/ag.

Kommentare

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6 Kommentare auf "Erdogan attackiert Ägyptens Präsident wegen Hinrichtungen"


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Dolomiticus
Dolomiticus
Tratscher
1 Monat 1 Tag
Was ist das jetzt, ein Faschingswitz? Hahahaha. Erdogan wirft einem anderen Staatsmann vor, ein Despot zu sein und rügt ihn wegen Hinrichtungen? Ja kenn dieser Typ nicht zufällig auch einen Herrn Erdogan, der einen Staatsstreich inszeniert hat, um Tausende von Türken auszusäubern, Journalisten wegen Terrorismus einzusperren, Zeitungen und TV-Sender zu schließen, weil sie ihm den Spiegel vorhalten, sogar ausländische Journalisten zieht er aus dem Verkehr, verursacht diplomatische Verstimmungen mit der EU, unterstützt jene, die die Kurden in Syrien bekämpfen, und, und, und. Ja spinnt den dieser Herr? Nein, wir Westliche spinnen, dass wir uns trotzdem immer noch mit diesem Kasperl… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Ersteres macht er doch seit Jahren gegen alle anderen, inklusive der EU-Mitgliedsstaaten.
Das “mit dem Finger auf andere zeigen” hat sich im letzten Jahrhundert weltweit bestens bewährt und wird auch hier immer wieder erfolgreich angewandt. Andere schlechter dastehen lassen als sich selbst täuscht so manchen leichtgläubigen Wähler.

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
1 Monat 15 h

…………..und dann noch von einem eventuellen EU Beitritt diskutieren???Sind die in Brüssel krank im Kopf! Wer kann dafür garantieren dass dieser Erdogan nicht auch Menschen hinrichten hat lassen????Heimlich natürlich!!!

Guri
Guri
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Spiel mit dem Feuer

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

tschonwehn
tschonwehn
Tratscher
5 Tage 10 h

Man sollte nicht glauben, wieviele Leute zu diesem Despoten ins Land reisen um Urlaub zu machen. Und dann wundern sie sich, wenn sie bei der Einreise verhaftet werden und in den Knast kommen, nur weil sie mal vielleicht ein Bild von ihm schräg angeschaut haben. Boykott wäre hier angesagt und zwar von allen EU-Staaten. Das Wasser abgraben ist die beste Methode, einem Diktator die Grenzen aufzuzeigen.

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