Erdogan reist nach Saudi-Arabien, Kuwait und Katar

Erdogan ruft zur Beilegung der Golf-Krise auf

Sonntag, 23. Juli 2017 | 12:24 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine Beilegung des Konflikts zwischen Katar und seinen arabischen Nachbarstaaten angemahnt. “Niemand hat ein Interesse daran, dass sich diese Krise weiter hinzieht”, sagte Erdogan am Sonntag, bevor er zu einer zweitägigen Reise in die Region aufbrach. “Die muslimische Welt braucht Zusammenarbeit und Solidarität und keine neue Spaltung.”

Er warf nicht näher bezeichneten “Feinden” vor, “das Feuer zwischen den Brüdern” anzufachen. Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten Anfang Juni die diplomatischen Beziehungen zu Doha abgebrochen und Sanktionen gegen Katar verhängt. Sie begründeten dies mit dem Vorwurf, das Emirat unterstütze radikale Gruppen wie die ägyptische Muslimbruderschaft, die palästinensische Hamas, die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) und Al-Kaida. Eine Liste mit 13 Forderungen, darunter auch die Schließung des Nachrichtensenders Al-Jazeera, wies Katar zurück.

Die Türkei steht in dem Konflikt hinter Katar, ist aber auch darum bemüht, seine Beziehungen zu Saudi-Arabien nicht zu beschädigen. Riad komme bei der Beilegung der Krise “eine wichtige Rolle” zu, betonte Erdogan.

Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu wollte sich Erdogan am Sonntagnachmittag zunächst mit dem saudi-arabischen König Salman treffen. Am Abend stand demnach ein Treffen mit dem kuwaitischen Scheich Sabah Al-Khaled Al-Sabah auf dem Programm. Am Montag reist Erdogan dann nach Katar weiter.

Von: APA/dpa