Kundgebung in Kocaeli bei Istanbul

Erdogan: Türkische Truppen marschieren auch Richtung Idlib

Samstag, 27. Januar 2018 | 19:15 Uhr

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat angekündigt, dass seine Truppen im Nordwesten Syriens weiter in Richtung Idlib vorrücken werden. “Mein kleiner Mehmet marschiert nach Afrin. Wenn Gott es will, wird er nach Idlib marschieren”, sagte Erdogan am Samstag – und benutzte mit “Mehmet” dabei einen Koseausdruck für türkische Soldaten.

Erdogan sprach auf einer Kundgebung seiner islamisch-konservativen Partei AKP in Kocaeli bei Istanbul. Die Provinz Idlib liegt von Afrin aus weiter südlich an der syrisch-türkischen Grenze. Sie wird nicht von kurdischen Milizen, sondern von syrischen Rebellen kontrolliert. Teile stehen auch unter Kontrolle von Kämpfern mit Verbindungen zur Terrorgruppe Al-Kaida.

Am Freitag hatte Erdogan angekündigt, dass die türkischen Truppen von Afrin aus nach Osten, in Richtung irakischer Grenze, in die Region Manbij vorrücken werden. Die von kurdischen Milizen kontrollierte Stadt Manbij liegt östlich von Afrin in der Nähe der türkischen Grenze.

Das türkische Militär war am vergangenen Wochenende zunächst in die syrische Kurdenenklave Afrin eingerückt. Dort bekämpft es die mit den USA verbündeten kurdischen Volksschutzeinheiten YPG, welche die Türkei als Terroristen sieht. Bei dem Einmarsch starben Erdogan zufolge bisher 20 türkische und verbündete Soldaten.

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu forderte die USA am Samstag dazu auf, ihre Verbindungen zu den YPG abzubrechen. Die USA müssten die an die Kurden gelieferten Waffen zurückholen und ihre eigenen Soldaten sofort aus Manbij zurückziehen, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge.

Von: APA/dpa