"So etwas bringt einen nur zum Lachen", sagte Erdogan

Erdogan wies Forderung des Strafgerichtshofs zurück

Donnerstag, 28. Dezember 2017 | 13:50 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine Forderung des Internationalen Strafgerichtshofs zur Festnahme von Sudans Staatschef Omar al-Bashir als lachhaft zurückgewiesen. Über die Aufforderung des Gerichts, Al-Bashir auf dem Gipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Istanbul am 13. Dezember festzunehmen, habe er “nur gelacht”, sagte Erdogan am Donnerstag.

“Sollen wir einfach jemanden aushändigen, der Mitglied des OIC ist und an einem solchen Gipfel teilnimmt?”, fragte er laut türkischen Medienberichten auf einem Flug von Tschad nach Tunesien.. “So etwas bringt einen nur zum Lachen.” Laut Erdogan hatte der Strafgerichtshof die türkische Regierung aufgefordert, Al-Bashir bei dem Gipfel in Istanbul festzunehmen und auszuliefern. Es gab zunächst keine Bestätigung aus Den Haag, dass es eine derartige Aufforderung an Ankara gegeben hat.

Der sudanesische Staatschef wird von dem Strafgericht wegen Völkermords und Kriegsverbrechen in der Provinz Darfur gesucht, wo nach UNO-Angaben nach 2003 bei einem ethnischen Konflikt zwischen Regierung und Rebellen 300.000 Menschen getötet wurden. Mitglieder des Gerichts sind verpflichtet, Al-Bashir festzunehmen, doch besuchte er wiederholt Mitgliedstaaten, ohne dabei verhaftet zu werden.

Erdogan verwies darauf, dass die Türkei dem Gericht gar nicht beigetreten und damit auch nicht zur Festnahme Al-Bashirs verpflichtet sei. Der türkische Präsident besuchte erst diese Woche Khartum und traf dabei auch Al-Bashir. Den sudanesischen Landzeitherrscher hatte er schon in der Vergangenheit gegen die Vorwürfe des Haager Gerichts verteidigt.

Von: APA/ag.