Erdogan sieht die syrischen Kurden als Gefahr für die Türkei

Erdogan wirft Kurden in Syrien Bruch von Vereinbarungen vor

Freitag, 02. September 2016 | 05:46 Uhr

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den kurdischen Kämpfern in Nordsyrien vorgeworfen, sich nicht wie zugesagt aus der Grenzregion zurückgezogen zu haben. “Manche Leute sagen, sie seien nach Osten gezogen, wir aber sagen: Nein, sie haben sich nicht bewegt”, sagte Erdogan in der Nacht auf Freitag am Flughafen von Ankara.

Die Türkei werde sich dagegen wehren, dass ein “Terrorkorridor” hinter ihrer Grenze zu Syrien entstehe, warnte er. “Das werden wir nicht zulassen.” Erdogan bezog sich in seinen Äußerungen auf die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG). Die Türkei will verhindern, dass die Kurden entlang der türkischen Grenze ein eigenes, zusammenhängendes Autonomiegebiet schaffen. Sie hat gefordert, dass sich die kurdischen Kämpfer in Nordsyrien auf die Ostseite des Euphrat zurückziehen.

Die US-Regierung, welche die YPG-Miliz als wichtigen Verbündeten in Syrien im Kampf gegen die Jihadistenmiliz IS betrachtet, hatte zuvor angegeben, die Kämpfer hätten sich wie gefordert hinter den Euphrat zurückgezogen. Die Türkei hatte in der vergangenen Woche in Nordsyrien die Offensive “Schutzschild Euphrat” gegen die dort kämpfenden Kurden und den IS begonnen.

Von: APA/ag

Kommentare

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2 Kommentare auf "Erdogan wirft Kurden in Syrien Bruch von Vereinbarungen vor"


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Steuerzahlerin
Grünschnabel
29 Tage 14 h

Erdogan vor der eigenen Tür kehren. Liegt viel Schmutz ………. und und

zombie1969
Grünschnabel
29 Tage 11 h

Durch den Angriff der türkischen Armee auf kurdische Separatisten und die kurdische Bevölkerung werden Sicherheitskräfte zu einem legitimen militärischen Ziel der PKK.
Eine Empfehlung an R. Erdogan, mit den Kurden eine friedliche Einigung mit Kompromissen statt eines Bürgerkriegs anzustreben, dürfte als warme Luft verhallen. Der Showdown, der ihm vorschwebt, an dessen Ende die Kurden vollends unterworfen wären, wird ihm wohl ebenso wenig gelingen wie allen seinen Vorgängern. Der Hass auf die türkische Zentralregierung unter Kurden dürfte steigen. Die PKK kennt die Achillesferse der Türkei, den Tourismus. Attentate auf touristische Ziele dürften bald folgen. Keine guten Voraussetzungen für die Entwicklung der Türkei.

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