"Black Lives Matter" - so die Botschaft

Erneut demonstrieren Zehntausende in den USA gegen Rassismus

Sonntag, 07. Juni 2020 | 22:30 Uhr

In den USA haben am Samstag wieder Zehntausende Menschen in Städten wie New York, Philadelphia, Chicago und Los Angeles gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. In der Hauptstadt Washington versammelten sich auch am zweiten Wochenende nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd Tausende in den Straßen um das Weiße Haus. In Floyds Heimatstaat North Carolina gab es eine Trauerfeier.

Das Weiße Haus, in dem sich US-Präsident Donald Trump am Wochenende aufhielt, war weiträumig abgesperrt; Hubschrauber überflogen die Menge. Viele Demonstranten trugen Plakate mit der Aufschrift “Keine Gerechtigkeit, kein Frieden” und knieten immer wieder nieder. Viele hatten auch Fotos von Floyd und anderen durch Polizisten getöteten Afroamerikanern dabei.

An der National Mall, dem lang gezogenen Park im Herzen Washingtons, hinderten Absperrungen und Uniformierte Demonstranten daran, auf die Stufen des Lincoln Memorials zu gelangen. Dort hatte der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King 1963 seine berühmte Rede “I Have a Dream” (Ich habe einen Traum) gehalten.

“Wir führen diesen Kampf seit vielen, vielen Jahrzehnten, seit Hunderten von Jahren, und jetzt ist die Zeit für eine Veränderung und für eine bessere Zukunft gekommen”, sagte die Demonstrantin Christine Montgomery.

Nach den erneut friedlich verlaufenen Protesten in Washington ordnete Trump den Rückzug der Nationalgarde aus der Hauptstadt an. Die Reservisten würden nach Hause gehen, könnten aber schnell wieder aktiviert werden, schrieb Trump auf Twitter. Als Grund führte er an, dass in der Hauptstadt jetzt “alles unter perfekter Kontrolle” sei. Am Samstagabend seien “viel weniger Demonstranten erschienen als erwartet”. Tausende Demonstranten hatten am Samstag vor dem Weißen Haus und andernorts in Washington protestiert. Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser hatte Trump in einem offenen Brief am Donnerstag dazu aufgefordert, alle Soldaten und Sicherheitskräfte der Bundesregierung aus ihrer Stadt abzuziehen.

Der unbewaffnete Floyd war am 25. Mai in Minneapolis festgenommen worden, weil er mutmaßlich mit Falschgeld Zigaretten gekauft hatte. Ein weißer Polizist drückte dann fast neun Minuten lang sein Knie auf den Nacken des am Boden liegenden Mannes, der mehrfach sagte, er bekomme keine Luft mehr.

Die US-Demokraten wollen nun mit einem umfangreichen Gesetzespaket schärfer gegen Polizeibrutalität vorgehen. Am Montag, zwei Wochen nachdem Floyd getötet wurde, wollen sie im Kongress ihre Initiative vorstellen. Es wird damit gerechnet, dass Polizisten unter anderem verboten werden soll, den Würgegriff anzuwenden. Geplant ist auch der Aufbau einer landesweiten Datenbank, die Polizeiverfehlungen festhält, sowie Kongresskreisen zufolge die Abschaffung von Regelungen, die Beamte in bestimmten Fällen vor Strafverfolgung schützen. Das sogenannte Racial Profiling, bei dem die Polizei allein auf Basis von Hautfarbe oder ethnischer Zugehörigkeit Personen kontrolliert, soll ein Ende haben.

Polizisten sollen landesweit auch verpflichtet werden, Körperkameras zu tragen. Vorgesehen seien zudem neue Verhaltensprotokolle, die für Polizisten das Recht auf Anwendung tödlicher Gewalt einschränken, und Beamte dazu verpflichten einzugreifen, wenn sie Fehlverhalten ihrer Kollegen feststellen.

Die Demokraten kontrollieren das Repräsentantenhaus, nicht aber den Senat, der Gesetzen ebenfalls zustimmen muss. Dort sind die Republikaner von Präsident Donald Trump in der Überzahl. Während Mehrheitsführer Mitch McConnell sich bisher hinsichtlich schärferer Polizeigesetze nicht festlegen wollte, haben sich einige republikanische Senatoren offen für einige Ideen gezeigt. Es könnte aber auch sein, dass sie die Gesetzesinitiative abprallen lassen, weil sie diese als Versuch der Demokraten werten, im angelaufenen Wahlkampf vor der Präsidentenwahl im November Punkte zu machen.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio legte indes Vorschläge für eine Reform der Polizei der Millionenmetropole vor. Beispielsweise solle ein Teil des Budgets des NYPD für Jugend- und Sozialarbeit verwendet werden, sagte er am Sonntag. Außerdem sollte der Umgang mit den Disziplinarakten von Polizisten transparenter werden. Es handle sich dabei nur um erste Schritte, die Details müssten noch ausgearbeitet werden. “Das ist ein Moment der Umgestaltung.”

Von: APA/ag.

Kommentare

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25 Kommentare auf "Erneut demonstrieren Zehntausende in den USA gegen Rassismus"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Jefe
Jefe
Superredner
29 Tage 44 Min

Eigendlich müsste doch langsam genug sein…..mit den Demonstrationen….

kaisernero
kaisernero
Superredner
29 Tage 23 Min

…alles ein witz und total überzogen!!!! ganze stadtviertel kurz und klein zu schlagen
und zu plündern!!! was hat das mit demonstration zu tun ??

falschauer
29 Tage 15 Min

achso und das leben sollte weitergehen als wäre nichts passiert, so einfach ist das auch wieder nicht! weißt du eigentlich worum es geht?

Jefe
Jefe
Superredner
28 Tage 22 h

@falschauer
aber irgenwann ist auch genug….meistens sind es eh nur Leute die sich daran auf gei……wenn sowas statt finded.
ich bin kein Rasist und die Welt hat gehört um was es geht…..also…sollteauch genug sein….

Ewa
Ewa
Superredner
28 Tage 11 h

Jefe
eigentlich müsste doch langsam genug sein… mit Rassismus.

Mrs_Pocahontas
29 Tage 17 Min
Ich finde Demonstrationen in Coronazeiten generell unangebracht. Seit dem Beginn der “Proteste” sind mindestens 13 Menschen (!), darunter Schwarze, sowie weiße Amerikaner gestorben. Sie wurden von dem plündernden Mob erschossen oder tot getreten, weil sie ihre Geschäfte oder ihre Nachbarschaft verteidigen wollten. Die Proteste wurden nachweislich von verschiedenen Linksextremistischen Gruppierungen (unter anderem der Antifa) unterwandert. Diese Gruppen nutzen die BLM Proteste für ihre Plünderungen, Brandstiftungen usw. aus. Bei den Plünderungen und anderen Straftaten sind alle Farben vertreten wie man in dutzenden Videos auf Twitter sehen kann. Das traurigste an der ganzen Situation ist wohl, dass “black communities”, also Stadtteile die… Weiterlesen »
ivo815
ivo815
Kinig
28 Tage 21 h

Dass die meisten Menschen friedlich demonstrieren, dass Plünderungen und Gewalt Randerscheinungen darstellen, es hingegen einer absoluten Mehrheit um „die Sache“ geht, verschweigst du. Warum?

p.181
p.181
Tratscher
28 Tage 16 h

@ivo815 

Gegen friedliche Demonstranten hat nie jemand was gesagt. Was schluckst du?

ivo815
ivo815
Kinig
28 Tage 14 h

@p.181 du verstehst meine Argumentation nicht. Offensichtlich schluckst du Schlimmeres als ich

nightrider
nightrider
Superredner
28 Tage 11 h

Bei dem ganzen Text den du geschrieben hast vergaßt du zu erwähnen dass sich auch Rechtsradikale unter den Demonstranten mischten um Randale zu machen. Sicher nur eine unachtsamkeit.

p.181
p.181
Tratscher
28 Tage 22 h

Nur gut, dass die restlichen 300 Millionen kapieren, dass alles organisiert und angezettelt wird und dass es keinen systematischen Rassismus der Polizei gibt. Jede Statistik zeigt, dass doppelt so viele Weiße wie Schwarze durch Polizeigewalt sterben, was natürlich ebenso zu verurteilen ist.

ivo815
ivo815
Kinig
28 Tage 21 h

Und du kannst uns natürlich Links zu „jeder Statistik“ liefern

p.181
p.181
Tratscher
28 Tage 16 h

@ivo815 

Wer sucht der findet

ivo815
ivo815
Kinig
28 Tage 14 h

@p.181 was soll das? Du stellst Behauptungen auf, ohne diese zu belegen. Ich sage, das ist schlicht Unsinn

martin2
martin2
Neuling
28 Tage 23 h

Die soll aufhören rumzuplerren, sich wichtigzumachen und von irgendjemand etwas verlangen. Immerhin verhungern in Afrika alleine pro Tag 227 Menschen. Das ist der Westlichen Welt aber egal. Aber wenm bei uns jemand mal an Grippe erkrankt dann wird herumgeplerrt und sich wichtig gemacht.

ivo815
ivo815
Kinig
28 Tage 21 h

Im Sinne der Meinungsfreiheit ist es richtig, dass du hier schreiben darfst. Auch wenn es vollkommen sinnbefreit ist

Blackadder
Blackadder
Tratscher
28 Tage 15 h

Schaut aus wie ein KKK Forum hier.

ivo815
ivo815
Kinig
28 Tage 13 h

Richtig erkannt! 👍🏿

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
28 Tage 11 h

ist es, ist es !

Sued-tiroler
Sued-tiroler
Tratscher
28 Tage 15 h

 Die Polizei sofort mit Elektroschock Pistolen ausrüsten, so kann ein krimineller … sofort handlungsunfähig gemacht werden bzw. verhaftet werden.

Ewa
Ewa
Superredner
28 Tage 11 h

Sued-tiroler
sinnbefreiter Kommentar.

Mrs_Pocahontas
29 Tage 2 Min
Ich finde Demonstrationen in Coronazeiten generell unangebracht. Seit dem Beginn der “Proteste” sind mindestens 13 Menschen (!), darunter Schwarze, sowie weiße Amerikaner gestorben. Diese wurden von dem plündernden Mob erschossen oder tot getreten, weil sie ihre Geschäfte oder ihre Nachbarschaft verteidigen wollten. Die Proteste wurden nachweislich von verschiedenen Linksextremistischen Gruppierungen (unter anderem der Antifa) unterwandert. Diese Gruppen nutzen die BLM Proteste für ihre Plünderungen, Brandstiftungen usw. aus. Bei den Plünderungen und anderen Straftaten sind alle Farben vertreten wie man in dutzenden Videos auf Twitter sehen kann. Das traurigste ist wohl, dass “black communities”, also Stadtteile die hauptsächlich von Schwarzen bewohnt… Weiterlesen »
Guenni
Guenni
Universalgelehrter
28 Tage 23 h

Das Recht auf Demonstration muss uneingeschränkt bleiben…ohne Gewalt !!!!!

onassis
onassis
Tratscher
28 Tage 15 h

Jegliche Demonstration in dieser Coronazeit müßte man verbieten. Nirgends anders als bei solchen Massenveranstaltungen ist es leichter dich mit dem Virus anzustecken

onassis
onassis
Tratscher
28 Tage 48 Min

unverantwortlich diese Demos. Sofort verbieten in dieser Coronazeit

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