In der Nacht auf Donnerstag sollen 55 Angriffe geflogen worden sein

Erneut heftige Luftangriffe im Süden Syriens

Donnerstag, 28. Juni 2018 | 10:05 Uhr

Die syrische und die russische Luftwaffe haben Aktivisten zufolge erneut Dutzende Angriffe auf Rebellengebiete im Süden Syriens geflogen. Bombardiert worden seien Orte im Umland der Stadt Daraa, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie sprach von rund 55 Angriffen in der Nacht auf Donnerstag.

Ein Kommandant der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) meldete rund 150 syrische und russische Angriffe. Angaben über Opfer und Zerstörungen lagen zunächst nicht vor. Die Region um die Stadt Daraa gehört zu den letzten Rebellengebieten in dem Bürgerkriegsland. Russland als Verbündeter der Regierung, die USA und Jordanien hatten sich vor einem Jahr auf eine sogenannte Deeskalationszone für die Region geeinigt. Die Armee und verbündete Milizen begannen in der vergangenen Woche jedoch mit Angriffen. Rund 50.000 Menschen sind nach UNO-Angaben vor der Gewalt auf der Flucht.

Das Vorgehen der Regierung erinnert an Ost-Aleppo in Nordsyrien und Ost-Ghouta bei Damaskus. Armee und Milizen hatten beide Gebiete nach wochenlangen Luftangriffen und Kämpfen eingenommen. Hunderte Zivilisten starben, Zehntausende wurden vertrieben. Der UNO-Syrien-Gesandte Staffan de Mistura warnte am Mittwoch im Sicherheitsrat, ein solches Szenario könne sich in Daraa wiederholen.

Von: APA/dpa

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