Geistlicher bei Demonstration in Erklärungsnot (Screenshot)

Erneut Proteste in mehreren Städten im Iran

Sonntag, 05. August 2018 | 08:47 Uhr

Im Iran ist es am Samstag in mehreren Städten den fünften Tag in Folge zu vereinzelten Protesten gegen die Führung gekommen. Hunderte Demonstranten versammelten sich staatlichen iranischen Nachrichtenagenturen und Informationen aus den sozialen Medien zufolge in Teheran, Shiras, Karaj und Ghom. Die Menschen protestierten gegen gestiegene Lebenshaltungskosten.

Die hohe Inflation geht auch auf den Verfall der Landeswährung Rial wegen der angedrohten US-Sanktionen zurück, die von Dienstag an wieder gelten sollen. Die Kundgebungen schlugen aber auch um in Proteste gegen Korruption und gegen die Regierung.

Die USA hatten im Mai das 2015 geschlossene Atomabkommen mit dem Iran einseitig aufgekündigt und Sanktionen angedroht. Dadurch könnte der als gemäßigt geltende Präsident Hassan Rouhani zunehmend unter Druck geraten. Er hatte das Abkommen mit den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland ausgehandelt und versprochen, durch ein Ende der Sanktionen würden die Wirtschaft belebt und der Lebensstandard der Bevölkerung verbessert. Doch die Iraner verlieren die Geduld.

Im Internet waren Videos zu sehen, die eine massive Polizeipräsenz im westlich der Hauptstadt Teheran gelegenen Karaj zeigten. Auf andere Aufnahmen waren Dutzende Demonstranten in Teheran zu sehen, die “Tod dem Diktator” skandierten und sich gegen das staatliche und geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei wandten. Die Echtheit der Bilder war nicht zu überprüfen.

Am Freitag hatte die Polizei rund 500 Demonstranten auseinandergetrieben, die in Eshtehard, rund 100 Kilometer westlich von Teheran, gegen die Regierung protestiert hatten. Einige Demonstranten hätten Steine und Backsteine geworfen und ein Seminargebäude der schiitischen Geistlichen beschädigt, meldete die Nachrichtenagentur Fars.

Von: APA/ag.