Viele Migranten wollen weiter nach Deutschland

Erste Flüchtlinge beziehen provisorisches Lager auf Lesbos

Samstag, 12. September 2020 | 23:38 Uhr

Vier Tage nach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria haben die ersten Migranten auf der Insel Lesbos ein neues provisorisches Zeltlager bezogen. Am Samstagnachmittag wurden nach Angaben der griechischen Polizei rund 200 Migranten aufgenommen, einige Dutzend warteten demnach noch auf ihre Hygiene-und Sicherheitschecks. Das neue Lager Kara Tepe ist für 3.000 Menschen ausgelegt.

Das vollkommen überfüllte Lager Moria, in dem viele Flüchtlinge teilweise seit Jahren unter menschenunwürdigen Bedingungen festsaßen, war bei Bränden am Dienstag und Mittwoch fast völlig zerstört worden. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) wurden 11.500 Menschen obdachlos, darunter 4.000 Kinder.

Laut der griechischen Nachrichtenagentur ANA wurden die Feuer am Dienstag nach Protesten einiger Bewohner des Lagers gelegt, die nach einem positiven Corona-Test unter Quarantäne gestellt werden sollten. Bis Samstag wurden 27 der 35 Lagerbewohner mit nachgewiesener Coronavirus-Infektion nach Behördenangaben immer noch nicht gefunden.

Zahlreiche Migranten sagten unterdessen Reportern, sie wollten nicht ins Lager und sähen nun die Chance, ihre Abreise durchzusetzen. “Wir wollen nach Deutschland – nicht ins Lager”, sagten viele. Bei spontanen kleinen Demonstrationen riefen Migranten “Freiheit, Freiheit”.

Zehn europäische Staaten erklärten sich währenddessen zur Aufnahme von insgesamt 400 unbegleiteten Minderjährigen bereit, von ihnen wollen allein Deutschland und Frankreich je 100 bis 150 übernehmen. Zur Gruppe zählen auch Staaten, die bisher eine harte Linie in der Flüchtlingsfrage vertraten wie die Niederlande, Kroatien oder Slowenien. Bundeskanzler Sebastian Kurz bleibt trotz des wachsenden Drucks hart in der Frage, ob Kinder aus dem abgebrannten Lager aufgenommen werden sollen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Erste Flüchtlinge beziehen provisorisches Lager auf Lesbos"


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PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Tratscher
14 Tage 10 h

Alle wollen nach Deutschland, weil dort am meisten zu holen ist. Und am wenigsten dafür getan werden muss. Frau Merkel hat unglaublichen Schaden angerichtet mit ihrer fatalen Willkommenskultur.

wellen
wellen
Universalgelehrter
14 Tage 10 h

Schande Kurz

Vonmiraus
Vonmiraus
Grünschnabel
14 Tage 10 h

I mechet a vieles, ober es geaht holt nit. S Lebm isch kuen “wünschdirwas”.

brunner
brunner
Superredner
14 Tage 10 h

Bravo Kurz! Dass viele nach Deutschland wollen ist klar……sofortiger Stopp durch Sicherung der Aussengrenzen! Hilfe vor Ort in deren Herkunftsländern ist die einzige Möglichkeit! Und wenn vom Lager Leute aufgenommen werden sollen dann nur Familien mit Kindern!

Nik1
Nik1
Superredner
14 Tage 10 h

Es ist tragisch dass die Flüchtlinge aus ihrer Heimat flüchten mußten. Es ist auch tragisch dass manche schon Jahre in Flüchtlingslager leben. Aber einfach alles abfackeln ist unverantwortlich. Viele Menschenleben zureskieren un etwas zurzwingen. Es wird unmöglich die Brandstifter zuermitteln, aber sie sollten auf den schnellsten Weg wieder in die eigene Heimat abgeschoben werden!

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Superredner
14 Tage 2 h

Würden die Flüchtlinge hier manche Kommentare lesen (lönnen), wollten sie bestimmt nicht nach Ď.
Dort muss es doch richtig schlecht sein, nach dem was manche hier auf SN verbreiten.

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