Die Evakuierung von Zivilisten soll beginnen

Erste syrische Rebellen stimmen Abzug aus Ost-Ghouta zu

Mittwoch, 21. März 2018 | 16:32 Uhr

Eine syrische Rebellengruppe im belagerten Ost-Ghouta hat Insidern zufolge einer Entwaffnung im Gegenzug für freies Geleit in Oppositionsgebiete zugestimmt. Die in der Stadt Harasta verschanzte Ahrar al Scham habe der von Russland vermittelten Vereinbarung zugestimmt, so Vertreter der Opposition am Mittwoch. Inzwischen erhöhte sich nach einem Angriff auf Damaskus die Zahl der Todesopfer auf 43.

Die Umsetzung des Abzugs werde möglicherweise im Laufe des Tages mit der Evakuierung von verwundeten Zivilisten beginnen. Die syrische Armee hat Ost-Ghouta zu etwa 70 Prozent eingenommen und das Rebellengebiet dabei in drei Teile zerschnitten. Die Übereinkunft mit der Ahrar al Scham ist die erste ihrer Art nach den heftigen Kämpfen um die Region. Sie erhöht den Druck auf die verbliebenen beiden Gruppen – Failak al-Rahman und Jaish al-Islam – ebenfalls einzulenken.

Inzwischen rückten die syrischen Regierungstruppen im Rebellengebiet Ost-Ghouta nahe der Hauptstadt Damaskus immer weiter vor. Armee und Verbündete hätten seit Beginn ihrer Offensive im vergangenen Monat mehr als 80 Prozent der Region unter Kontrolle gebracht, meldete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch.

Nach dem schweren Angriff auf ein Viertel der syrischen Hauptstadt Damaskus stieg die Zahl der Toten nach Angaben von Aktivisten auf 43 Personen. Unter den Opfern seien elf Kinder und acht Frauen, meldete die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Mehr als 35 Menschen wurden demnach im Viertel Kashkoul verletzt.

Es war einer der schwersten Angriffe auf Damaskus, das von Regierungstruppen kontrolliert wird. Kashkoul liegt in der Nähe von Gebieten, die von Gegnern der Regierung beherrscht werden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, “Terroristen” hätten eine Rakete auf das Viertel abgefeuert. Als “Terroristen” bezeichnen Syriens Staatsmedien auch die Aufständischen im nahen gelegenen Rebellengebiet Ost-Ghouta.

Syriens Regierung wirft den Rebellen dort vor, Damaskus immer wieder mit Artillerie und Raketen anzugreifen. Nach Angaben der Menschenrechtsbeobachter kamen in den vergangenen Monaten mehr als 180 Menschen durch Beschuss auf die Hauptstadt ums Leben.

Bei Luftangriffen auf die syrische Provinz Idlib starben nach Angaben von Aktivisten und Rettungshelfern mindestens 20 Zivilisten. Die Rettungsorganisation Weißhelme machte russische Jets für den Angriff verantwortlich. Russland ist im Bürgerkrieg ein enger Verbündeter der syrischen Regierung.

Die Provinz Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes ist zum größten Teil unter Kontrolle von Rebellen. Zu den stärksten Gruppen gehört dort dieser syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Von: APA/ag.