Perus Präsident Pedro Castillo löste Parlament auf

Eskalation in Peru: Abgesetzter Präsident in U-Haft

Donnerstag, 08. Dezember 2022 | 21:40 Uhr

Die Justiz in Peru hat den wegen eines mutmaßlichen Putschversuchs vom Parlament abgesetzten Präsidenten Pedro Castillo in Untersuchungshaft genommen – zunächst befristet bis zum Dienstag. Dies teilte der Oberste Gerichtshof nach einer Anhörung am Donnerstag via Twitter mit. Demnach wird gegen Castillo wegen des Verdachts auf eine Rebellion und Verschwörung ermittelt.

Der Ex-Staatschef äußerte sich bei der Anhörung nur mit schlichten Ja- oder Nein-Antworten. Sein Anwalt, der frühere Justizminister und Kabinettschef Aníbal Torres, argumentierte, Castillo sei willkürlich aus dem Präsidentenamt gedrängt worden.

Die Staatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes hält Castillo einen Angriff auf die verfassungsmäßige Ordnung vor. Staatsanwalt Marco Huamán argumentierte in der Anhörung, die U-Haft sei notwendig um zu ermitteln, wer noch an der mutmaßlichen Rebellion teilgenommen habe, und um eine Flucht Castillos in ein anderes Land zu verhindern.

Mit der Auflösung des Kongresses wollte der linke Politiker einem Misstrauensvotum im Parlament zuvorkommen – doch sowohl sein eigenes Kabinett als auch die Opposition witterten einen Staatsstreich und ließen den früheren Dorfschullehrer auflaufen.

Castillo war am Mittwoch festgenommen worden. Er habe noch in der mexikanischen Botschaft Zuflucht suchen wollen, sagte Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador tags darauf. Mexikos Regierung zeigte sich offen, dem abgesetzten Präsidenten Asyl zu gewähren. Inzwischen wurde die bisherige Vizepräsidentin Dina Boluarte als erste Staatschefin des südamerikanischen Landes vereidigt.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz