Vor lauter "Brexit" kommt die EU kaum noch zu wichtigen Themen

EU-Abgeordneter Weidenholzer: “Es wird keinen Brexit geben”

Dienstag, 16. April 2019 | 13:07 Uhr

Durchaus unterschiedlich sehen österreichische EU-Abgeordnete die chaotischen Brexit-Entwicklungen. Der ÖVP-Delegationsleiter Othmar Karas sagte am Dienstag in Straßburg, es werde zu viel über den Brexit geredet, der zu viele Ressourcen binde. Der SPÖ-Europamandatar Josef Weidenholzer meinte sogar klipp und klar: “Es wird keinen Brexit geben”.

Der FPÖ-Delegationsleiter Harald Vilimsky bezeichnete die Briten als “orientierungslos”. Die grüne Europamandatarin Monika Vana wiederum war mit der jüngsten weiteren Verschiebung des Brexit nicht einverstanden und meinte, dass damit “die Erpressung der EU” weiter gehe.

Karas sagte, “die EU kommt kaum noch dazu, sich mit den wirklich wichtigen Zukunftsfragen zu beschäftigen. Wir reden viel zu viel über den Brexit und viel zu wenig darüber, wie Europa mit Digitalisierung, Klimawandel, Migration und Globalisierung umgehen soll. Der Brexit bindet viel zu viele Ressourcen. Das muss aufhören.” Sein Parteikollege Heinz Becker meinte, die Briten würden austreten, die Frage sei wann.

Weidenholzer verwies darauf, dass die Labour-Partei ein “confirmatory vote” ankündigen werde. Er setze auch darauf, dass die Briten “Pragmatiker sind. Ein Europa ohne Großbritannien ist kein wirkliches Europa”. Die Briten seien “Teil unserer Identität”, ein Ausscheiden “würden wir wirklich schwer verschmerzen”. Jedenfalls sei sicher, dass die Briten bei den EU-Wahlen teilnehmen.

Vilimsky erklärte auf die Frage, ob die FPÖ bei der Suche nach einer großen Fraktion der Europakritiker nach der Wahl neben Franzosen und Italienern auch mit Ungarn und Polen sowie mit britischen Politikern verhandeln wollten, dass “die Briten nicht nur in der Frage Brexit, sondern auch der Fraktionsbildung sehr orientierungslos” seien. Selbst wenn die Konservativen mit den Tories blieben, sieht Vilimsky darin ein “totes Pferd. Jeder weiß, die formieren sich im Juli und gehen im Oktober ab. Da gibt es vielleicht eine Verzögerung von wenigen Monaten”.

Vana bezeichnete die nun gefundene “Verlängerung” für den Brexit als “nicht wirklich wünschenswert. Das ist vollkommen absurd gelaufen. Drei Jahre haben die Briten Zeit, die erpressen quasi die EU.” Dies sei demokratiepolitisch bedenklich. Es sei auch “absurd, wenn die Briten an den EU-Wahlen teilnehmen”. Ihr Delegationskollege Thomas Waitz sprach sich dafür aus, den Brexit vor den EU-Wahlen durchzuführen. Andernfalls gebe es ein Chaos und unklare Situationen. Jedenfalls sei es den Briten mit der Verlängerung gelungen, die EU in ihrer Verhandlungsposition zu schwächen.

Von: apa

Kommentare

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4 Kommentare auf "EU-Abgeordneter Weidenholzer: “Es wird keinen Brexit geben”"


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Popeye
Popeye
Superredner
6 Tage 2 h

Brexit ist suicid. Populisten geht auf eine Insel.

Mistermah
Mistermah
Kinig
6 Tage 3 Min

😂😂 die Briten werden gehen, ganz sicher. Die bleiben nicht auf einem untergehenden Schiff. Durch ihre eigene Währung sind sie eh gut geschützt. Die Eu hat sich in politischen Geplänkel verfahren, anstelle die wirtschaftlichen Vorteile auszubauen, wurde sie von globalisten verladen. Wie können sonst private internationale Verträge von Unternehme über nationalen Recht stehen.

ExSuedtiroler
ExSuedtiroler
Tratscher
6 Tage 2 h

Endlich raus ihr Briten aus  der EU! Sie haben immer schon ihre eigene Suppe gekocht und sich nur dann solidarisch verhalten wenn es für sie kein Nachteil war. Die Briten werden nach einem Austritt noch sehr froh sein diesen Sauhaufen EU verlassen zu haben! Die Schweizer betonen es immer wieder bei Abstimmungen: Sich von der EU lieber nicht zu sehr diktieren lassen und lieber den eigenen Weg gehen und kooperieren wo sinnvoll.

One
One
Tratscher
6 Tage 52 Min

So ein Schmarren. Der Brexit wird ganz sicher durchgezogen. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Wenn man denn Tweets der Theresa May ein wenig folgt, dann sind die Briten mehr als je zuvor für den Brexit. Wenn man jetzt ein zweites Referendum abhalten würde, dann wäre das Ergebnis pro Brexit enorm. Wünsche den Briten daß sie es schaffen sich loszukapseln und den anderen EU Staaten zeigen, daß es sich auszahlt.

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