Der Umgang mit Flüchtlingen steht im Zentrum der Debatte

EU-Beratungen über Afghanistan

Donnerstag, 02. September 2021 | 08:55 Uhr

Die Außen- und Verteidigungsminister der EU-Staaten wollen am Donnerstag bei einem Treffen in Slowenien über den Umgang mit den Entwicklungen in Afghanistan beraten. Thema wird u.a. sein, wie mit den neuen Taliban-Machthabern umgegangen werden soll und wie nach dem Truppenabzug weiter Unterstützung für schutz- und hilfsbedürftige Menschen geleistet werden kann. Für die Verteidigungsminister stellt sich die Frage nach den Lehren nach dem Sturz der pro-westlichen Regierung.

Aus Sicht des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell zeigt das “Afghanistan-Debakel” vor allem, dass die EU militärisch unabhängiger werden muss. Der Spanier will deswegen unter anderem Diskussionen über den Aufbau einer neuen militärischen Eingreiftruppe vorantreiben. Eine solche Einheit hätte demnach zum Beispiel genutzt werden können, um nach dem Abzug der USA einen Weiterbetrieb des Flughafens in Kabul für Evakuierungsflüge abzusichern.

“Wir Europäer haben uns in einer Situation wiedergefunden (…), in der wir abhängig von amerikanischen Entscheidungen waren”, kritisierte Borrell in einem Gastbeitrag für die “New York Times”. Am Ende seien der Zeitpunkt und die Natur des Abzug der internationalen Truppen von Washington festgelegt worden. Die jüngsten Abhängigkeitserfahrungen der EU sollten aus Sicht des EU-Chefdiplomaten ein Weckruf sein. “Ein strategisch unabhängigeres und militärisch handlungsfähigere EU wäre besser in der Lage, die Herausforderungen in der Nachbarschaft Europas und darüber hinaus anzugehen”, kommentierte er.

Zudem wäre eine stärkere EU Borrells Überzeugung nach auch ein Gewinn für die Vereinigten Staaten. “Denn jede Partnerschaft braucht handlungsfähige Verbündete (…)”, schrieb Borrell. Das “Afghanistan-Debakel” sollte Europa ermutigen, sein Engagement und seine Fähigkeit zur Verteidigung seiner Interessen zu stärken.

Mit klaren Worten sprach sich Borrell auch für einen Dialog mit den Taliban aus. “China, Russland und der Iran werden in der Region einen größeren Einfluss haben – Pakistan, Indien, die Türkei und die Golfmonarchien werden sich alle neu positionieren”, prognostizierte er. Man dürfe nicht zulassen, dass diese Länder künftig der einzige Gesprächspartner seien.

Weiteres Thema der getrennt organisierten Gespräche dürften unter anderem die Versuche von Belarus sein, Migration als Waffe gegen die EU einzusetzen. Bei den Verteidigungsministern soll es zudem um den geplanten strategischen Kompass und die laufenden EU-Einsätze in Ländern wie Mali gehen. Als Gast wird beim Treffen der Verteidigungsminister NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erwartet. UNO-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi soll den Außenministern per Videoschaltung seine Einschätzung der Lage in Afghanistan geben.

Von: APA/dpa

Kommentare

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3 Kommentare auf "EU-Beratungen über Afghanistan"


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Peerion
Peerion
Tratscher
19 Tage 7 h

Lange werden die Taliban nicht jubeln über den Abzug des Westens. Denn bald wird ihnen klar, dass sie zu 75 Prozent Westen abhängig sind. Weswegen sie auch schon betonen, an guten Beziehungen mit der ganzen Welt interessiert zu sein. Frei ist bzw. kann nur sein, wer Geld hat in dieser Welt. Gebete machen nach wie vor nicht satt.

sepp2
sepp2
Superredner
19 Tage 5 h

der Westen ist Ihnen egal, die Taliban setzten auf den Osten. China hat bereits angekündigt Milliarden zu investieren. Afghanistan hat sehr viele Bodenschätze unter anderem auch sehr viel Lithium das für Batterien benötigt wird. Auch Kupfer, Zinn, Öl, sind in Afghanistan reichlich vorhanden. der Westen hat Afghanistan nur Krieg gebracht.

Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
19 Tage 11 h

dia solln olle woffn ohgebm, und susch in geldhoun zuadrahnen und olle grenzn dicht mochn, schaug mr wia longs dauer bis sie ounkroblt kemman 🤔

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