Kneissl vertritt Österreich in Luxemburg

EU fordert direkte Friedensgespräche von Kabul und Taliban

Montag, 08. April 2019 | 15:36 Uhr

Die EU hat die afghanische Regierung und die radikalislamischen Taliban zu direkten Friedensverhandlungen aufgefordert. Solche Gespräche müssten “so schnell wie möglich” beginnen, heißt es in einer Erklärung der EU-Außenminister, die am Montag in Luxemburg verabschiedet wurde. Die EU bot sich dabei als “Garant” eines Friedensprozesses an.

Die US-Regierung führt seit dem Sommer vergangenen Jahres Gespräche mit den Taliban über ein Ende des seit 17 Jahren anhaltenden Konflikts in Afghanistan. Die EU dringt schon länger auf eine Einbeziehung der afghanischen Regierung. Die Taliban lehnen dies bisher ab, da sie die Regierung in Kabul für unrechtmäßig halten.

Die EU-Außenminister forderten, Ziel von Friedensgesprächen müsse es sein, “die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften für die Bevölkerung in Afghanistan” seit dem Sturz der Taliban 2001 zu erhalten. Sie müssten “unumkehrbar” sein. Die EU verlangte insbesondere eine “bedeutende Beteiligung von Frauen an allen Friedensinitiativen”.

Die EU erklärte sich bereit, Afghanistan mehr Unterstützung bei Reformen auch im Sicherheitssektor zu leisten. Dort ist bisher vor allem die NATO mit ihrer Unterstützungsmission “Resolute Support” aktiv. Falls dies von allen Seiten gewünscht werde, könne die EU auch “Unterstützung bei der Wiedereingliederung von Kämpfern und ihren Familien und der Förderung des regionalen Handels und der Vernetzung” leisten.

Die EU-Außenminister, darunter Ressortchefin Karin Kneissl (FPÖ), beraten am Montag über die Lage in Afghanistan und in Venezuela. Außerdem bereiten sie das zehnjährige Jubiläum der Östlichen Partnerschaft mit der Ukraine, Georgien, Moldau, Armenien, Aserbaidschan und Weißrussland Mitte Mai vor.

Von: APA/ag.