EU-Migrationskommissar Avramopoulos lobt Österreich

EU-Kommissar: Wien steht zu Verpflichtungen für Flüchtlinge

Mittwoch, 12. April 2017 | 15:50 Uhr

Österreich steht nach Worten von EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos voll zu seinen Verpflichtungen der Flüchtlingsaufnahme im Rahmen des EU-Umverteilungsprogrammes. “Wir hatten einige Diskussionen”, sagte Avramopoulos am Mittwoch in Brüssel. “Aber ich kann Ihnen sagen, dass Österreich voll zu seiner Verpflichtung steht.”

Nach Worten von Avramopoulos besteht aus Sicht der EU-Kommission keine Notwendigkeit, über Vertragsverletzungsverfahren nachzudenken. “Im Gegenteil – wir loben Österreich”, sagte er. “Ich bin erfreut darüber, dass Österreich die Relocation wieder aufnehmen wird und mit 50 Minderjährigen anfängt.”

Nach dem aktuellen Bericht der EU-Kommission zur Umsetzung des EU-Programmes zur Umverteilung (Relocation) von 98.255 Flüchtlingen aus Italien und Griechenland wurden bis zum 10. April tatsächlich 16.340 verteilt, davon 5.001 aus Italien und 11.339 aus Griechenland, – das entspricht 17 Prozent der gesamten Zahl. Österreich muss bis zum Herbst 1.953 Flüchtlinge aufnehmen, hat bisher aber noch nichts davon umgesetzt.

Avramopoulos sagte, er sei in Hinblick auf die EU-Flüchtlingsverteilung optimistischer als noch vor zwei Monaten. Das vergangene Monat habe zu den bisher besten Ergebnissen geführt.

Nach Angaben der EU-Kommission lehnen Ungarn und Polen eine Mitwirkung an der Umverteilung weiterhin generell ab. “Nur zwei Mitgliedstaaten (Malta und Finnland) liegen bisher bei der Einhaltung ihrer Verpflichtungen gegenüber Italien und Griechenland im Fahrplan”, erläuterte die EU-Kommission am Mittwoch weiter.

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hatte zunächst wegen des hohen Flüchtlingszustroms um eine weitere Ausnahme Österreichs vom Relocation-Programm ersucht, war damit allerdings bei der EU-Kommission abgeblitzt. Daraufhin hatte Kern der Übernahme von zunächst 50 minderjährigen Flüchtlingen zugestimmt.

Von: apa

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