Besonderer Schutzstatus soll bestehen bleiben

EU-Kommission will Wolf nicht zum Abschuss freigeben

Mittwoch, 16. Mai 2018 | 07:05 Uhr

Die EU-Kommission will die stark wachsende Population der Wölfe trotz der steigenden Attacken auf Schafherden und andere Nutztiere nicht zum Abschuss freigeben. Eine Änderung des besonderen Schutzstatus für Wölfe sei nicht geplant, erklärte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella Dienstagnachmittag bei einer Veranstaltung im Europäischen Parlament in Brüssel.

“Es geht um die Wahrung des Naturerbes. Wir brauchen die Koexistenz von Mensch und Wolf”, erklärte Vella. Nutztierzüchter aus ganz Europa klagten in Brüssel über zunehmende Verluste in ihren Herden und forderten mehr Handhabe gegen die Großraubtiere – bis hin zum Abschuss. “Die Koexistenz funktioniert nicht”, meinte etwa einer der Schafzüchter. Frankreich, Spanien, Italien und auch Österreich meldeten in den vergangenen Monaten einen Anstieg von Tierrissen durch Wölfe. In Österreich waren vor allem Salzburg, Tirol und Teile Oberösterreichs mit Wölfen konfrontiert.

Der Wolf wurde in Mittel- und Westeuropa Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet, im Osten und Süden des Kontinents überlebten die Tiere. In den vergangenen 20 Jahren kehrten die Wölfe wieder in die früher von ihnen besiedelten Gegenden Europas zurück. In Österreich gibt es seit einigen Jahren einzelne Wolfssichtungen. Insgesamt dürften in Europa zwischen 10.000 und 20.000 Wölfe leben, genaue Zahlen gibt es nicht. Wölfe sind international streng geschützt. Die entsprechenden Regelungen finden sich völkerrechtlich in der Berner Konvention und EU-rechtlich in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Wölfe dürfen nur in Ausnahmefällen abgeschossen werden, etwa wenn besonders aggressive Einzeltiere dem Menschen zu nahe kommen.

Daran soll sich laut EU-Kommission grundsätzlich auch nichts ändern. Umweltkommissar Vella warnte vor einer “Schwarz-Weiß-Debatte” und empfahl Mitgliedsländern und Tierhaltern effizientere Schutzmaßnahmen: Elektrozäune, modernes Weidenmanagement, Schulungen für Landwirte und, wenn alles nichts hilft, finanzielle Kompensation beim Verlust von Nutztieren. Die Kommission sei auch bereit, solche Maßnahmen zu unterstützen, verwies Vella auf entsprechende Fördermittel in diversen EU-Töpfen. Zugleich nahm er die Mitgliedsstaaten in die Pflicht. Diese müssten für entsprechende Maßnahmen auf regionaler Ebene sorgen. “Warum erwartet alle Welt, dass die Lösung aus Brüssel serviert wird?”, so Vella.

Mehr Freiheiten für die Regionen forderte unterdessen der Österreicher Gregor Grill von der Landwirtschaftskammer Salzburg. “Ich halte den strengen Schutzstatus in dieser Form nicht mehr für angebracht. Mit 20.000 Wölfen würde ich den Wolf in Europa nicht als gefährdet einstufen”, sagte Grill und berichtete vor EU-Parlamentariern aus der österreichischen Praxis. Nahezu jede Nacht sei zuletzt Weidevieh im Salzburger Pongau von einem Wolf gerissen worden. “Wir sind ein Wolf-Transitland.” Der Großteil der Weideflächen befinde sich im alpinen Raum und auf Almen, und es gebe einen krassen Mangel an Hirten und ausgebildeten Hirtenhunden. Zwei Drittel der Weidehalter seien Nebenerwerbsbauern, für umfassendere Herdenschutzmaßnahmen fehlten einfach die Kapazitäten, so Grill. Viele der Landwirte würden deshalb einfach aussteigen.

Mehr regionalen Spielraum bei der Abwehr von Wölfen forderte auch der Südtiroler EVP-Parlamentarier Herbert Dorfmann. “Für absoluten Schutz gibt es keine Notwendigkeit. Die EU-Kommission kennt die reale Welt nicht”, kritisierte Dorfmann im Gespräch mit der APA die EU-Kommission. In Regionen wie Südtirol, Tirol oder Salzburg seien Herdenschutzmaßnahmen auf alpinen Weiden nicht überall machbar. Elektrozäune würden etwa touristische Freizeitaktivitäten einschränken. “Dort, wo Herdenschutz nicht möglich ist, soll regional der Abschuss möglich sein”, forderte Dorfmann deshalb.

Stefan Wenzel, früherer Umweltminister von Niedersachsen, hält indes wenig vom Abschuss. Das deutsche Bundesland hat in den vergangenen Jahren ein eigenes Wolfskonzept entwickelt und umgesetzt. Ergebnis: Gutes Herdenmanagement und guter Herdenschutz helfen. Mit Elektrozäunen, Herdenschutzhunden und der Vermeidung von Futterkonditionierung auf Menschennähe sowie Förderungen und Ausgleichszahlungen bei Schäden habe man in Niedersachsen gute Erfolge erzielt.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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45 Kommentare auf "EU-Kommission will Wolf nicht zum Abschuss freigeben"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
bern
bern
Superredner
10 Tage 5 h

Von den Politikern ist nichts zu erwarten. 3S
schiessen schaufeln schweigen
Für ein wolfsfreies Südtirol.

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
10 Tage 43 Min

na bravo bern, ein waschechtes homo sapiens, bern der Allmächtige: ich entscheide über Leben und Tod von andere, nicht mehr die Natur und seine Regeln, nein, jetzt kommen berns Regeln!

Mamme
Mamme
Superredner
9 Tage 23 h

@iuhui Ja nicht nur Bern der allmächtige herrscht über die Tiere,alle Menschen können das,wurde uns von Gott als Aufgabe gegeben, nicht Dier gegen anderer Meinung seienden zu kämpfen😘

knedlfanni
knedlfanni
Tratscher
9 Tage 23 h

@Bern hahaha der stollerspruch des jahres… hob es a freid mit den gell 😀 und moant nor enker schuler konn di EU missionieren HALLOOO mir sein Südtirol, net di Welt😉😂

Aurelius
Aurelius
Superredner
9 Tage 21 h

@Mamme
das du meinst sind die Bauern, die Allmächtig sein wollen…deswegen kommt auch soviel gegenwehr von Seiten anderer…der Bauer muss noch viel lernen

Johnarch
Johnarch
Grünschnabel
9 Tage 21 h

@Mamme Von Gott als Aufgabe gegeben??? Das hast wohl aus dem Märchenbuch, das von Menschenhand geschrieben wurde…oder? Beruft euch auf Gott, das könnt ihr gut, scheinheilig nenn ich so was!

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
9 Tage 21 h

@Mamme “von Gott als Aufgabe gegeben…” einfach nur lächerlich und beleidigend gegenüber Gott! Aber von Herr/Frau Mamme kann man nichts anderes erwarten…

ando
ando
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

@Mamme

Nicht dein ernst? 😂

Mamme
Mamme
Superredner
9 Tage 18 h

@iuhui Gott sprach zum Mensch”mach dier die Erde untertan,die Tier und die Pflanzenwelt” ich sehe darin einen Auftrag

Johnarch
Johnarch
Grünschnabel
9 Tage 6 h

@Mamme Hast du ihn sprechen hören??

Aurelius
Aurelius
Superredner
10 Tage 4 h

die EU hat eine gute Entscheidung getroffen. Das war Absehbar dass Schuler mit dieser Petition niemals durchkommt. Und die Bauer, die ihren sturen Kopf durchsetzten wollten, müssen sich jetzt um andere Lösungen umschauen.

madoia
madoia
Tratscher
10 Tage 1 h

3s isch die uanzig guate lösung

WM
WM
Universalgelehrter
10 Tage 1 h

Der schuler ist lei a bauernstimmenfänger jetzt aber muss er sich a ondere wahlkampftaktik suchen hehehe wie wars mit rentenkürzigungen für politiker semm unterschreib i sofort🤣🤣🤣

ando
ando
Universalgelehrter
9 Tage 23 h

@madoia

sehr weisse und intelligent! fast schon philosophisch. das “wort” 2018!?
hinterwäldler!

madoia
madoia
Tratscher
9 Tage 3 h

@ando hinterwäldler sein schun sellige wia du de ollm olls le durch di rosarote brille sechn und weder von Natur und Londwirtschoft kuane ahnung hobm und decht olm muanen sie sein superintelligent

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
10 Tage 2 h

Besser wäre die EU – Kommission zum Abschuss freizugeben

Antivirus
Antivirus
Superredner
9 Tage 16 h

wär ich gleich dabei☻👌👍

enkedu
enkedu
Kinig
9 Tage 16 h

Die Zeit vom Kommissar Vella läuft ab. Der hat nichts mehr zu sagen.

Mamme
Mamme
Superredner
9 Tage 23 h

wie wird das wohl ausgehen?Ab jetzt werden wohl öfter solche Nachrichten wie aus Rimini zu lesen sein,denn die Landwirte in ganz Europa kämpfen gegen den Wolf und wer zuletzt der Sieger sein wird brauch gar nicht zu raten. 😺🐻🕺😁

Aurelius
Aurelius
Superredner
9 Tage 21 h

Mamme

und genau von solch groskotzigen Sprüchen haben die Menschen die Schnaunze voll….aber wer Blind und Taub ist kann das nicht verstehen

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
9 Tage 21 h

ach Mamme, du hättest immer wieder gute Möglichkeiten solche Aussagen der Welt zu ersparen, bitte nütze sie auch diese Möglichkeiten! Aber ja, danke, bringst uns immer wieder zum Lachen!

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
9 Tage 21 h

@Mamme
der sieger am ende ist eure geliebte EU. werden ihre gesetze missachtet, streichen sie einfach die Gelder für die landwirtschaft. so schnell findet man einen plausiblen grund.

enkedu
enkedu
Kinig
9 Tage 16 h

@Mistermah Das ist falsch. Da besteht kein Zusammenhang. Und die Umverteilung zu den vielen neuen tollen Dingen wie Immigration, gratis Internet für jeden Taugenichts, gratis Zugfahrten durch Europa für die Jugend und jede Menge anderen Blödsinn findet schon statt.  

Lumberjack
Lumberjack
Grünschnabel
9 Tage 23 h

Früher oder später werden unsere Politiker schon sehen, dass der Wolf hier in Südtirol zur Plage wird. Es ist nur mehr eine Frage der Zeit.

enkedu
enkedu
Kinig
9 Tage 16 h

Das ist kein Südtiroler Problem. Das ist ein europäisches Problem. Die Politik hätte ein langfristig umsetzbares Konzept auf die Füsse stellen sollen. So wird sie nachgeben müssen. Diesem Tier macht sie und ihre weltfremden Träumergesellen keinen Gefallen.

Orschgeige
Orschgeige
Tratscher
10 Tage 1 h

Ja, der Wolf. Das größtes Problem Südtirols nach dem Doppelpass.

ando
ando
Universalgelehrter
10 Tage 3 h

genau so soll es auch sein!

enkedu
enkedu
Kinig
9 Tage 16 h

Kommissar Vella kann ja runterkommen und deine Lieblinge schützen. Die werden es brauchen.

ando
ando
Universalgelehrter
9 Tage 7 h

@enkedu

das mach ich mein freund… glaube mir!

madoia
madoia
Tratscher
9 Tage 3 h

@ando na bitte wos willschn du a schu groas redn und sischt nix

Pic
Pic
Tratscher
10 Tage 3 h

Nun werden gewisse Kreise in Südtirol noch offener zur Wolfsjagd aufrufen und lassen wir uns überraschen, ob die Exekutive dagegen etwas unternimmt und den Wolf schützt.

Johnarch
Johnarch
Grünschnabel
10 Tage 1 h

Mal schauen, was sich jetzt unsere Bauernstimmengeilen Politiker so einfallen lassen..

Steve
Steve
Neuling
9 Tage 17 h

Die EU verkümmert immer mehr zu einem Haufen von realitätsfernen Bürokraten. Sie soll Probleme lösen und keine neuen schaffen. Aber vom sicheren Büro aus ist leicht zuzuschauen wie die Wölfe den Bauern die Schafe reißen.

Tabernakel
9 Tage 16 h

Kein einziger Fall in Südtirol wurde bewiesen.

Antivirus
Antivirus
Superredner
9 Tage 20 h

ab und zu kommt auch mal was gutes vom Bösen (EU)

locos quest
locos quest
Neuling
9 Tage 18 h

Endlich!!wer verdienen will mus zahlen!!also eis schofbauern schützt enkre schaflen mit an zaun odr bleibs ba ihmane um si zu schützn..leben und leben lassen!!🙏

Schreibabundzu
Schreibabundzu
Grünschnabel
9 Tage 17 h

Die Wolfsbefuerworter solln sich an wolf dahoam richtn wenn se schun moanen

Sued-tiroler
Sued-tiroler
Grünschnabel
9 Tage 20 h

Löst sofort die EU auf, also diese Ideen sind fast nicht zu glauben und nicht mehr weiter tragbar wie verbot der bewehrten Lichtbirne , Schnürsenkel  Verbot,Wölfe .Flüchtlinge , Boykott Russland,
Geldvernichtung (Steuergelder der Bürger) auf höchsten Niveau und eine gezielte Politik gegen das eigene Volk.
Präsident  Putin soll den gesamten EU Raum sich aneignen und verwalten.

Antivirus
Antivirus
Superredner
7 Tage 16 h

Ich bin auch ein Südtiroler👏👏👏👏👏👌👍

Boerz
Boerz
Grünschnabel
9 Tage 21 h

wie habt ihr euch gedenkt das die lobbyzentrale der Banken un Grosskonzerne bekannt als EU sich entscheidet?? denen geht das mit dem wolf am allerwertesten vorbei!!

Tabernakel
9 Tage 16 h

Auch in Südtirol?

“Die Jäger wollten die Voraussetzungen schaffen, um Wölfe legal nach der Brandenburger Wolfsverordnung töten zu können.“

https://www.bild.de/regional/berlin/tierschutz/hat-dieser-jaeger-woelfe-in-die-schafsfalle-gelockt-55682202.bild.html“”

andr
andr
Superredner
9 Tage 2 h

Sibirien und Wolf eine Symbiose südtirol und Wolf ein ständiger Kampf für beide

madoia
madoia
Tratscher
9 Tage 2 h

Sibirien und südtirol sein a zwoa unterschiedliche weltn konnsch jo noch Sibirien auswondern wenns dir do nit passt

marher
marher
Grünschnabel
9 Tage 1 h

wau wau brumm brumm, die Politik isch so…..
https://www.youtube.com/watch?v=dXQn9NacpYQ

AGrianer
AGrianer
Grünschnabel
9 Tage 6 h

Von dei wor nicht onders zu erworten. Braucht uan nit wundern das es iberoll hintrisch geat

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