Es geht um den freien Personenverkehr

EU-Ratschef Michel fordert schnelle Grenzöffnungen

Mittwoch, 13. Mai 2020 | 17:05 Uhr

EU-Ratschef Charles Michel hat sich für ein Ende der Grenzkontrollen in Europa ausgesprochen. Er rufe dazu auf, die Grenzen so bald wie möglich wieder zu öffnen, sagte Michel am Mittwoch bei einer Plenarsitzung des Europäischen Parlaments in Brüssel.

Es gehe um den freien Personenverkehr, der auch sozial gesehen wichtig sei, betonte Michel. Er hoffe, dass die EU-Staaten dazu stimmige Entscheidungen treffen werden, sagte der EU-Ratschef.

Die EU-Kommission hatte zuvor bereits ein Konzept für sichere Sommerurlaube in Zeiten von Corona vorgelegt. Der am Mittwoch in Brüssel präsentierte Plan plädiert dafür, die derzeit stark eingeschränkte Reisefreiheit innerhalb der EU zumindest schrittweise wiederherzustellen. So sollen die Kontrollen auch europaweit nach und nach aufgehoben werden.

Schwedens Regierung rät ihren Bürgern dagegen bis in den Hochsommer von nicht zwingend notwendigen Reisen ins Ausland ab. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten im Zuge der Coronavirus-Pandemie verlängert das schwedische Außenministerium seine seit Mitte März geltende entsprechende Empfehlung vorläufig bis zum 15. Juli. Das teilten Ministerpräsident Stefan Löfven und Außenministerin Ann Linde am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Stockholm mit.

Innerhalb Schwedens sei es dagegen von nun an unter bestimmten Voraussetzungen möglich, kürzere Reisen zu unternehmen, sagte Löfven. Die Ziele der Fahrten sollten aber maximal ein bis zwei Autostunden vom Wohnort entfernt liegen. Die Schweden sollten dabei besonders vorsichtig und vernünftig sein, betonte Löfven.

Schweden ist im Vergleich zu den anderen Ländern Europas mit freizügigeren Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie vorgegangen. Lokale, Geschäfte und Schulen wurden niemals geschlossen. Trotzdem geht es auch den Schweden darum, die Ausbreitung des Coronavirus abzubremsen, um Todesfälle zu vermeiden und das Gesundheitswesen nicht zu überlasten. Im Vergleich zu seinen skandinavischen Nachbarn hat das Land jedoch die meisten Infektions- und Todesfälle zu verkraften: Bis Mittwoch sind knapp 28.000 Infektionen gemeldet worden und 3.460 Menschen mit Covid-19-Erkrankung gestorben.

Von: APA/dpa