"Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene durch Untätigkeit Deutschlands massiv gefährdet"

EU-Rechnungshof zu BBT: Platter sieht sich in seiner Kritik bestätigt

Dienstag, 26. Juni 2018 | 14:05 Uhr

Tirols LH Günther Platter (ÖVP) sieht sich durch den kritisch ausgefallenen Bericht des Europäischen Rechnungshofes zum Brennerbasistunnel (BBT) wiederum in seiner Kritik am Nachbarland Deutschland bestätigt. Das entspreche dem, “was wir bereits seit Jahren sagen”, sagte Platter auf Anfrage der APA.

“Die Bemühungen, den Schwerverkehr auf die Schiene zu verlagern, sind durch die Untätigkeit Deutschlands massiv gefährdet”, bemängelte Platter. Dadurch könne es auch weiterhin zu keiner Entlastung der betroffenen Bevölkerung kommen. Die durch die EU inklusive Zulaufstrecken stark geförderte Verlagerungspolitik laufe somit Gefahr, an Deutschland zu scheitern.

Diese Problematik habe man laut Platter “auf allen Ebenen” angesprochen, so auch beim bisher letzten Verkehrsgipfel in Bozen. Mit dem dort vorgelegten Memorandum of Understanding, das Platter nicht unterzeichnete, hätte es lediglich erneut “unklare Formulierungen zum viergleisigen Ausbau” gegeben. Diese seien aber bereits seit 2009 “klar”, so Tirols Landeschef. Diese “Verzögerungstaktik” habe nun auch der EU-Rechnungshof bemerkt.

Dabei gebe es “deutliche Signale”, dass die spürbare Belastung durch den Schwerverkehr auf der Straße auch im bayerischen Inntal für zunehmenden Unmut sorge, meinte der Tiroler Landeshauptmann. Die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene sei im “sensiblen Alpenraum” alternativlos. Die Nutzung der Bahn als Transportmittel für den Warenaustausch werde jedoch durch Deutschland “gezielt konterkariert”.

Von: apa

Bezirk: Bozen, Wipptal