EU stelllt Bedingugen für Zusammenarbeit mit Taliban

EU-Staaten nennen Bedingungen für Zusammenarbeit mit Taliban

Freitag, 03. September 2021 | 16:26 Uhr

Die Außenminister der EU-Staaten haben sich auf Bedingungen für eine beschränkte Zusammenarbeit mit den militant-islamistischen Taliban in Afghanistan verständigt. Das von Deutschland und Frankreich initiierte Vorgehen sieht vor, möglichst schnell wieder Entwicklungshilfe zu ermöglichen, um eine humanitäre Katastrophe und Fluchtbewegungen in Richtung Europa zu verhindern.

Die Taliban sollen dafür eine Regierung bilden, die möglichst viele Bevölkerungsteile abbildet und unkomplizierte Hilfslieferungen ermöglichen. Zudem sind sie aufgefordert, die Einhaltung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit zu gewähren, schutzbedürftigen Menschen die Ausreise zu garantieren und dafür zu sorgen, dass Afghanistan nicht wieder zu einer Basis für international operierende Terrorgruppen wird.

“Wir sind uns hier sehr einig gewesen, dass Europa in der Afghanistan-Krise eine Rolle spielen muss und auch eine Rolle spielen wird”, kommentierte Deutschlands Außenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag nach den EU-Beratungen in Slowenien. Um eine bereits im kommenden Winter drohende “humanitäre Katastrophe” zu verhindern, müsse man nun schnell handeln. “Ich glaube, es macht sich niemand Illusionen darüber, dass das, was für uns wichtig ist, in den nächsten Tagen alles zu 100 Prozent erfüllt wird”, sagte Maas weiter.

Der SPD-Politiker hatte den Taliban bereits am Donnerstagabend in Aussicht gestellt, dass Deutschland die derzeit gestoppten Entwicklungshilfe-Zahlungen für Afghanistan unter bestimmten Bedingungen wieder aufnehmen könnte. Insgesamt könnte das Land damit auch in diese Jahr rund 430 Millionen Euro aus der Bundesrepublik erhalten.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell betonte am Freitag, bei den geplanten Kontakten mit den Taliban gehe es um ein “operatives Engagement”, das in Abhängigkeit vom Verhalten zunehmen könne – und nicht um politische Anerkennung.

Nach Angaben von Borrell verständigten sich die EU-Staaten auch darauf, ihre Kontakte mit den Taliban untereinander zu koordinieren. Dazu soll es auch eine gemeinsame Präsenz der Europäischen Union in Kabul geben, wenn es die Sicherheitsbedingungen zulassen.

Mit den Nachbarländern Afghanistans soll laut Borrell verstärkt über die Steuerung von Flüchtlingsbewegungen und die Bekämpfung von Terrorismus und Drogen- und Menschenhandel gesprochen werden. Dazu wird den Planungen zufolge eine neue politische Plattform initiiert.

“Niemand hat ein Interesse daran, dass die ganze Region destabilisiert wird, dass es eine neue humanitäre Katastrophe in Afghanistan gibt und vor allen Dingen auch, dass Afghanistan wieder zu einem Hort von terroristischen Gruppen wird”, kommentierte Maas.

Weiter offen ist, ob es von der EU konkrete Aufnahmezusagen für fluchtwillige Afghanen geben wird. Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) sprach sich bei dem Treffen in Slowenien erneut klar dagegen aus. Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn kritisierte hingegen, manche Regierungen in der EU glaubten, Europa könne nur bestehen, wenn es so wenig wie möglich Flüchtlinge habe. “In dieser Situation müssen wir bereit sein, den Menschen in Afghanistan zu helfen, die um ihr Leben kämpfen”, sagte er. Europa müsse selbstverständlich Menschen aufnehmen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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30 Kommentare auf "EU-Staaten nennen Bedingungen für Zusammenarbeit mit Taliban"


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Trina1
Trina1
Universalgelehrter
17 Tage 2 h

Wenn i dieses Bild sehe,wird mir Angst und Bange. Ein sehr negatives Gefühl.

So ist das
16 Tage 10 h

So stellt man sich seriöse Partner vor, die ein Land führen können 😉

quilombo
quilombo
Superredner
16 Tage 3 h

dieses Bild ist nicht so negativ. Da habe ich schon ganz andere Sachen gesehen. Zum Beispiel manche Veröffentlichungen von wikileaks.

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
16 Tage 3 h

@quilombo habe sie mir so durch Meran gehen vorgestellt! Gibt sicherlich schlimmere Bilder, mir ist trotzdem lieber sie bleiben wo sie sind.

Mauler
Mauler
Superredner
16 Tage 11 h

I honn mor gedenkt mit Terroristen verhandeln mir net!
Typisch EU, Heuchlerverein

Gustl64
Gustl64
Superredner
16 Tage 12 h

Das afghanische Volk muss die Probleme im eigenen Land selber lösen. Flucht in alle Herrenländer ist sicher nicht die Lösung. Für die Frauen hat das Leben vor den Talibans sicher nicht viel rosiger ausgesehen.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
17 Tage 2 h

Da zittern die Taliban aber sicher schon bis zu den Zehennägeln… 🙈

raunzer
raunzer
Superredner
16 Tage 23 h

Dass man diese EU ohne Amerikaner nicht ernst nehmen kann ist längst in Kabul angekommen.

Das Omen
Das Omen
Grünschnabel
16 Tage 9 h

Verhandlungen mit den Taliban… Was für ein Absurdum…

NaSellSchunSell
NaSellSchunSell
Grünschnabel
16 Tage 7 h

100% deiner Meinung!

Was will man mit diesen hinterwäldlerischen Analphabeten verhandeln???

“Zudem sind sie aufgefordert, die Einhaltung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit zu gewähren” Die Taliben? Muhahahaha! Diese Wörter kommen in deren Wortschatz nicht vor.

…430 Millionen Entwicklungshilfe??? Ja sind wir jetzt völlig übergeschnappt? Hat Deutschland so viel Geld über, um es dahin zu schicken? Wer weiß, wohin das im Endeffekt geht…

So ein Tamtam hat man in Myanmar nach dem Militärputsch nicht gemacht. Man hat “aufs Schärfste kritisiert” und das war’s. So wie auch China mit der Unterdrückung der Tibeter oder Uiguren. Zu guter Letzt machen die sowieso was sie wollen.

quilombo
quilombo
Superredner
16 Tage 3 h

Das Omen, zuerst hat man sie auf den Plan gerufen und ihnen die Regierung versprochen. Dann hat man sie ausgebildet, finanziert und bewaffnet. Ihren härtesten Gegner, Massoud, hat die Cia umbringen lassen.
Das war alles nicht absurd? Aber jetzt mit ihnen verhandeln ist absurd?

Das Omen
Das Omen
Grünschnabel
9 Tage 5 h

@quilombo man kann alles in ein anderes Licht rücken und schönreden, nicht wahr?? An Tschernobyl war dann wohl Reinhold Messner schuld, oder??

DontbealooserbeaSchmuser
17 Tage 2 h

“Niemand hat ein Interesse daran, dass die ganze Region destabilisiert wird”

Doch, auch wenn es nicht im Interesse Europas ist, versprechen sich einige Akteure sehr wohl Vorteile aus dem Chaos, sei es finanziell oder geopolitisch.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
17 Tage 1 h

Sehr seriöse Partner!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
16 Tage 4 h

Pfaelzerwald@

Ja, da haben sich die Taliban vielleicht seriösere Partner vorgestellt, aber was soll’s, die Taliban werden das auch noch schaffen.

heris
heris
Tratscher
16 Tage 11 h

Da werden von der EU einige Millionen Euro an die Taliban gehen damit diese uns die Flüchtlinge und deren Fluchtwege absperren. Und zig Tausende werden wieder nach Afghanistan abgeschoben werden.

traktor
traktor
Universalgelehrter
16 Tage 10 h

hers@
wohl eher umgekehrt.millionen schicken um halb afganistan nach europa zu schicken….

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
16 Tage 8 h
Hallo aus D, am Ende wird man folgendes Verhandlungsergebnis präsentieren: Justiz: Bei Steinigungen nur noch flache, runde Steine aus fairem Handel. Henker müssen vollständig geimpft sein um ein Infektionsrisko der Hingerichteten auszuschliessen Gleichberechtigung: Offiziell muss von der Regierung der Taliban:innen gesprochen werden. Die Maschenweite der Burkagesichtsgitter darf statt 1,2 Millimeter jetzt bis zu 3 Millimeter betragen. Wirtschaft:Pestizidfreier Opiumanbau und 10 % der waffentragenden Pickups müssen elektrisch angetrieben sein. Wenn ungefähr 20 % dieser Forderungen erfüllt werden dann fliessen gewiss auch wieder die Gelder, da kann man ganz auf die Akteure vertrauen welche sich die letzten Jahrzehnte um Afghanistan gekümmert haben… Weiterlesen »
Supergscheider
Supergscheider
Superredner
16 Tage 5 h

Andreas1234567@ die Regenbogen Fahne auf der Taliban Flagge hast du vergessen.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
16 Tage 1 h

A.123…@

Der war gut,
bin in mir sicher es wird so kommen….

brunner
brunner
Universalgelehrter
16 Tage 10 h

Schämt Euch! NATO und Kohorten!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
16 Tage 1 h

brunner@

Kein Dislike, das gibt Hoffung!

traktor
traktor
Universalgelehrter
16 Tage 10 h

wir , das volk wurden nicht gefragt. wir wollen jeine zusammenarbeit

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
16 Tage 3 h

traktor, das Volk hätten sie schon viel früher fragen müssen.

Erwin
Erwin
Grünschnabel
16 Tage 9 h

Da sieht man wieder einmal was die EU ist!Mit Verbrechern und Mörder gehen sie verhandeln!Das ist natürlich sehr Vorbildlich und das Vertrauen in die Politik wächst natürlich von Tag zu Tag!Das ist doch alles nicht mehr normal was da ab geht!

sophie
sophie
Universalgelehrter
16 Tage 9 h

Da wird mal wieder von der EU die Katze im Sack gekauft, das wird mit voller Überraschungen enden…

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 9 h

Viel Vergnügen bei denVerhandlungen🙈

Jango88
Jango88
Grünschnabel
16 Tage 6 h

Mit dia Zechlan braucht ma sichr it zommorbatn. 5 Bomben ouni und ob seinsi. sou sieg hold is

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
16 Tage 5 h

Nachdem sich die Kriegslobby 20 Jahre am Steuersäckel bediennt,null und nochmal nichts erreicht hat oder gar nicht wollte und jetzt nach dem Totalversagen auf Kuschkurs gehen .
Die X 100 Millionen wird jetzt doch die Kriegsindustrie bezahlen , oder doch wieder der Steuerzahler?
In diesem Fall müssen wir doch die Mindestrenten ein wenig kürzen und das üppige Familiengeld abschaffen, Freiheit und Sicherheit kosten halt was.

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Superredner
16 Tage 4 h

Ich wäre mir da nicht so sicher, wer hier die Bedingungen stellt bzw. in Zukunft stellen wird.

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