Russland unterstellt den Ermittlern Voreingenommenheit

EU und NATO: Russland soll Verantwortung für MH17 übernehmen

Freitag, 25. Mai 2018 | 17:45 Uhr

Nach der internationalen Ermittlungskommission machen auch die Niederlande, Australien und Großbritannien Russland für den Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugzeugs über der Ostukraine verantwortlich. Russland habe die Raketensysteme eingesetzt, die laut den Untersuchungen das Flugzeug abgeschossen hätten, sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte. Aus Moskau kam ein Dementi.

Der russische Präsident Wladimir Putin wies die jüngsten Vorwürfe gegen sein Land im Zusammenhang mit dem Abschuss zurück. “Natürlich nicht”, antwortete Putin am Freitag beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg auf die Frage, ob das Passagierflugzeug im Juli 2014 durch eine russische Rakete abgeschossen wurde. Putin sagte, dass Russland den niederländischen Untersuchungserkenntnissen nicht vertraue. Moskau sei nämlich nicht in die Untersuchung involviert gewesen.

Dagegen schlossen sich am Freitag mehrere westliche Regierungen den Erkenntnissen der Niederlande an, darunter die USA, Deutschland und Großbritannien. Die deutsche Bundesregierung forderte Russland auf, seiner Verantwortung nachzukommen und an der Aufklärung des Vorfalls mitzuwirken. “Wir fordern Russland auf, die Verantwortung anzuerkennen und zu kooperieren, um die Wahrheit herauszufinden und Gerechtigkeit für die Opfer des Flugs MH17 zu erlangen”, sagte der niederländische Außenminister Stef Blok. Die Niederlande und Australien würden finanzielle Entschädigungen verlangen, und ein möglicher nächster Schritt sei, den Fall vor ein internationales Gericht zu bringen. Der britische Außenminister Boris Johnson sagte, die russische Regierung denke, sie könne ungestraft handeln, müsse aber nun die Konsequenzen ihres Handelns tragen.

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 abgeschossen worden. Dort herrscht seit mehreren Jahren ein Bürgerkrieg zwischen prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko begrüßte die Entscheidung der Niederlande und Australiens, Russland für den Abschuss des Fluges MH17 verantwortlich zu machen. Er habe sein Außenministerium angewiesen zu prüfen, wie sich die Ukraine dem Prozess anschließen könne, teilte Poroschenko am Freitag bei Facebook mit. Der Schritt ergänze ein bereits laufendes weiteres Verfahren der Ukraine gegen Russland vor dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag wegen der mutmaßlichen Finanzierung von Terrorismus.

Eine internationale Untersuchungskommission war am Donnerstag zu dem Schluss gekommen, die Rakete, die das Flugzeug abgeschossen habe, sei von der 53. Luftabwehr-Brigade der russischen Armee abgefeuert worden. Das internationale Ermittlungsteam besteht aus Experten der Länder, aus denen die Opfer stammten.

Ein Großteil der 298 Opfer waren Niederländer, 28 waren Australier. Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 abgeschossen worden. Dort herrscht seit mehreren Jahren ein Bürgerkrieg zwischen prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee. Russland bestreitet Vorwürfe, auch die russische Armee habe sich an den Kämpfen beteiligt.

Von: APA/dpa/ag.