Konkrete Schritte sollen Obdachlosigkeit verhindern

EU will bis 2030 keine Obdachlosigkeit mehr

Dienstag, 22. Juni 2021 | 05:46 Uhr

Bis zum Jahr 2030 soll in der Europäischen Union nach dem Willen der EU-Staaten niemand mehr auf der Straße leben müssen. “Es ist absurd, dass auf dem reichsten Kontinent der Welt Hunderttausende Menschen keinen Platz zum Leben haben”, sagte der EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, Nicolas Schmit, am Montag in Lissabon. In einer Deklaration verpflichteten sich die 27 Mitgliedsländer zugleich auf konkrete Schritte, um das Ziel zu erreichen.

Für Österreich nahm Sozialminister Wolfgang Mückstein (Grüne) an dem virtuellen Treffen teil. Dabei habe er sich dafür eingesetzt, in der Aufarbeitung der Pandemie soziale Aspekte “vorrangig zu berücksichtigen und gleichzeitig die zweite globale Herausforderung unserer Zeit anzugehen – den Kampf gegen den Klimawandel”, wie das Sozialministerium am Montagabend auf APA-Anfrage mitteilte. Daher unterstütze er auch “nachdrücklich” den offenen Brief der grünen EU-Minister (Irland, Luxemburg, Finnland, Belgien) zur Sozialpolitik im Lichte des Gipfels von Porto Anfang Mai.

“Damit wollen wir deutlich machen, dass diese Pandemie bestehende Ungleichheiten verstärkt. Sie betrifft insbesondere jene Menschen, die von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Wir sind zutiefst davon überzeugt, dass wir in der Aufarbeitung der Pandemie dieser Personengruppe besondere Aufmerksamkeit schenken müssen, um niemanden zurückzulassen”, betonte Mückstein.

Die grünen Minister verpflichten sich in ihrer Erklärung dazu, menschenwürdiges, bezahlbares und klimafreundliches Wohnen zu ermöglichen, öffentliche Investitionen in den Wohnungssektor auszuweiten und die Obdachlosigkeit in der EU bis 2030 zu beenden. Dieses Ziel ist auch in einer EU-Deklaration zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit festgeschrieben, die am Dienstag angenommen und von den Sozialministern unterzeichnet wurde.

Außerdem wurde auf der Konferenz eine Europäische Plattform zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit ins Leben gerufen, um die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich zu vertiefen und den Austausch etwa über Best-Practice-Beispiele und EU-Finanzhilfen zu erleichtern. Zudem soll ein Preis für Projekte rund um die Bekämpfung von Obdachlosigkeit ausgeschrieben und die Erreichung des ambitionierten Ziels bis 2030 jährlich evaluiert werden, wie das Sozialministerium in Wien mitteilte.

Um einer möglichen Delogierungswelle nach dem Auslaufen der Corona-Mietstundungen vorzubeugen, kündigte Mückstein am Sonntag 24 Mio. Euro an, mit denen Projekte der Initiative Wohnungssicherung in Österreich – einem Zusammenschluss unterschiedlicher gemeinnütziger Organisationen in diesem Bereich – finanziert werden sollen.

Nach Angaben der EU-Kommission schlafen derzeit rund 700.000 Menschen in Europa jede Nacht auf der Straße – 70 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. In Österreich waren 2019 etwas über 22.000 Menschen obdach- oder wohnungslos.

Von: APA/dpa

Kommentare

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12 Kommentare auf "EU will bis 2030 keine Obdachlosigkeit mehr"


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maxi
maxi
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Das Problem der EU ist, dass es bald nur mehr Schönwetter-Redner gibt, wie das geschehen soll wird nicht gesagt, außer sie sollen “entsorgt” werde. Will man 700.000 Obdachlosen ein Dach geben, dann wir die EU zum weltweiten Anlaufzentrum für Obdachlose. 

So ist das
1 Monat 2 Tage

Bei Problemen, auch kleineren, bleibt es bei der EU vielfach beim Reden und Lösungen ziehen sich über viele Jahre. 2030? Wir werden sehen, ob die Ziele nicht wie beim Klima immer wieder passend gemacht werden 🤔

Johannes
Johannes
Tratscher
1 Monat 2 Tage

das ist unmöglich! Einige wollen aus freien Stücken so leben!

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Die EU wird langsam beinahe peinlich…

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 2 Tage

nuisnix ist Es schon lange.Hätt längst schon aufgehört die Bettelei wenn Niemand Was gäbe.Aber dasgeht in Manche Köpfe nicht rein..

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Der Wunsch ist der Vater des Gedankens, die Realität das Bekenntnis der Utopie.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Hallo aus D,

in D gibt es für gewisse Personengruppen den Begriff “nicht wohnfähig”.

Drogensucht,Psychosen, der Unwille dieser Personen auch nur die allergeringste Regel allgemeinen Soziallebens zu respektieren.

Kurzum, anderen Menschen als Nachbar nicht zumutbar.

Ist ja schön wenn die EU wieder einige Sozialwissenschaftler, Armutsforscher und sonstige Artisten mit einem Schubladengutachten durchgefüttert hat aber es ändert nichts an der Realität.

Und es wurde eine”Europäische Plattform zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit ins Leben gerufen” heisst nichts anderes als “Hurra, unser Wasserkopf wächst und gedeiht”

Auf Wiedersehen in Südtirol

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

“… Untersuchungen in Europa kamen zu dem Ergebnis, „dass Wohnstabilität nach 24 Monaten selbst bei Personen mit Doppeldiagnosen und ohne Betreuungsverpflichtung höher ist und seltener Wohnungslosigkeit eintritt als bei Kontrollgruppen mit einer Abstinenzvoraussetzung“[6]. Dabei verbessert sich nicht nur der Gesundheitszustand der Programmteilnehmer,[5] auch der Alkoholkonsum und die Kriminalitätsrate sinken, während die Bereitschaft für Therapieangebote steigt.[7] Für die Gemeinden bedeutet dies… „Selbst wenn man die Ausgaben für die Unterkunft miteinbezieht, halbierten sich die Gesamtkosten.“[7]
Housing First – Wikipedia

Sag mal
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Kinig
1 Monat 2 Tage

Andreas12345 interessant🤔 so weit wird man hier nie Sein. Hier wird Einem als Nachbar ALLES zugemutet.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 2 Tage

Andreas12345 Ehre wen Ehre gebührt.Ihr heutiger Kommentar ist 👌👍👍👍

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Lasst sie leben wie sie wollen, wenn sie Hilfe brauchen soll ihnen geholfen werden!

Gepetto76
Gepetto76
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

I tat die EU abschaffen und das dafür benötige Geld unter den Obdachlosen aufteilen…

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