Ex-FPÖ-Verteidigungsminister Mario Kunasek

Eurofighter offenbar nicht teurer als Alternativen

Donnerstag, 02. Juli 2020 | 15:19 Uhr

Die Entscheidung über die Zukunft der Luftraumüberwachung und damit auch der Eurofighter wird für nächste Woche erwartet. Bereits jetzt sickerte via “Standard” eine Berechnung durch, die ein für den Eurofighter günstiges Ergebnis bringt. Demnach wäre der Weiterbetrieb des Eurofighter mit Kosten von 4 bis 4,5 Mrd. Euro in den kommenden 20 Jahren ähnlich teuer wie der Umstieg auf ein anderes System.

Die Berechnung stammt von der noch unter FPÖ-Verteidigungsminister Mario Kunasek 2018 eingesetzten Kommission zur Luftraumüberwachung. Allerdings müsste die Eurofighter-Flotte dafür nachgerüstet werden, heißt es. Und für die Kostenberechnung wird davon ausgegangen, dass Österreich keine Trainingsflugzeuge anschafft, sondern einen Teil der Piloten-Ausbildung im Ausland abwickelt.

Zu einem gänzlich anderen Ergebnis war eine von Kunaseks SPÖ-Vorgänger Hans-Peter Doskozil eingesetzte Kommission gekommen. Deren Berechnungen ergab Einsparungen von bis zu 2 Mrd. Euro durch den Umstieg auf günstigere Kampfjets. Doskozil verkündete daraufhin den – bis heute nicht vollzogenen – Ausstieg aus dem Eurofighter-System. Schon damals stand aber der Vorwurf im Raum, die Kosten wären bewusst zuungunsten des Eurofighter-Systems gerechnet worden. Und zwar, indem die erwartete Lebensdauer der Jets von 30 auf 40 Jahre verlängert wurde, wodurch die ohnehin hohen Betriebskosten noch einmal deutlich anstiegen.

Von: apa