Über den Mariensteg ging es von Wernstein nach Neuburg am Inn

EVP-Spitzenkandidat Weber holte Wahlhelfer Kurz am Inn ab

Samstag, 06. April 2019 | 17:51 Uhr

Der beginnende EU-Wahlkampf war spürbar, als EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Wernstein am Inn in Oberösterreich quasi abholte und über den Mariensteg nach Neuburg am Inn mitnahm, von wo es weiterging zum inoffiziellen Wahlkampfauftakt in seiner bayrischen Heimatgemeinde Straubing.

Den zu 60 Prozent aus EU-Mitteln finanzierten, 2006 errichteten Mariensteg über den Inn kenne er gut, so Weber, “wir freuen uns dass es so viele gute Verbindungen gibt”. Kurz wird in Straubing auch eine Rede halten – neben Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder und Weber selbst.

In Wernstein begrüßte Bürgermeister Alois Stadler (ÖVP) mit Musikkapellen von beiden Seiten des Inns neben Kurz und Weber Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), Staatsminister Bernd Sibler sowie seinen Neuburger Amtskollegen Wolfgang Lindmeier und Landrat Franz Meyer (alle CSU), ÖVP-Klubobmann August Wöginger sowie Gemeindebundpräsident Hans Hingsamer und weitere Parteien-Vertreter von hüben und drüben, rund 250 Menschen lauschten ihren Worten bei strahlendem Sonnenschein.

Kurz betonte, er sei froh um den guten Kontakt nach Bayern und besonders froh, dass EVP-Spitzenkandidat Weber in Bayern verwurzelt sei und dazu global denke. “Man kann Europa an vielen Orten spüren, hier am allerwenigsten, weil wir eh schon so nahe beisammen sind”, freute sich Weber, “Es gibt nichts Schöneres wie Wahlkampf daheim.” Die CSU und ÖVP seien Schwesternparteien seit Jahrzehnten. Er dankte Kurz für seine Unterstützung und strich heraus, dass es beiden bewusst sei, dass Europa ein neues Kapitel aufschlagen müsse. Er sehe eine gute Zukunft, “wenn’s so wird, wie wir es uns vorstellen”. Die EU müsse heraus aus dem Bürokratiedenken und ran an die Menschen, ihnen zuhören.

Er selbst stelle sich nationalistischen Parteien wie der AfD in Deutschland, die Europa ablehnen, entgegen. Er wolle Europa erneuern und in eine gute Zukunft führen. Angesprochen auf die Kritik europäischer Politiker an Kontakten der FPÖ zu den Identitären meinte Weber: “Mit uns als EVP kann es keine Kooperation mit Extremen Gruppen geben wie es die Identitären sind.” Sebastian Kurz habe in Österreich alles Notwendige gesagt, er wolle sich innenpolitisch nicht einmischen.

Kurz’ Vision von Europa sei eine EU der Subsidiarität, die in großen Fragen noch enger zusammenrücke, dafür in kleinen Fragen den Mitgliedstaaten freiere Hand lasse. Bereitwillig erfüllte der Bundeskanzler Selfie-Wünsche, er war schon am Vormittag im Innviertel unterwegs, besuchte als Interviewgast den Bezirksparteitag der ÖVP Schärding in Eggerding, wo Wöginger mit 100 Prozent wiedergewählt wurde, und die Lebenshilfe in der Gemeinde.

Von: apa