Polizei nahm zwei Verdächtige fest

Ex-Bundeswehrsoldaten planten Gründung von Söldnertruppe

Mittwoch, 20. Oktober 2021 | 14:35 Uhr

Die deutsche Bundesanwaltschaft hat zwei frühere Bundeswehr-Soldaten festgenommen, die am Aufbau einer mehr als 100 Mann starken Söldnertruppe gearbeitet haben sollen. Die beiden Männer seien im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie in München durch Spezialkräfte der Bundespolizei festgenommen worden, hieß es. Gegen die beiden Ex-Soldaten werde wegen des dringenden Verdachts ermittelt, als Rädelsführer versucht zu haben, eine terroristische Vereinigung zu gründen.

Anfang 2021 sollen die Männer den Entschluss gefasst haben, eine unter ihrem Kommando stehende Söldnertruppe aufzubauen, hieß es weiter. Mit dieser hätten die Beschuldigten vorgehabt, einen monatlichen Söldnerlohn von rund 40.000 Euro für jedes Mitglied zu verdienen. Ihre paramilitärische Einheit sollte demnach 100 bis 150 Mann und vor allem ehemalige Angehörige der Bundeswehr oder frühere Polizisten umfassen. Einer der Beschuldigten soll dazu bereits zu mindestens sieben Menschen Kontakt aufgenommen haben.

Den ersten Hinweis auf die Machenschaften der beiden Männer, die früher für ein umstrittenes Sicherheitsunternehmen gearbeitet hatten, fand der Militärische Abschirmdienst (MAD). Der Militärgeheimdienst gab ihn an zivile Ermittlungsbehörden weiter. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur schied einer der nun Beschuldigten bereits 1983 aus der Bundeswehr aus, nachdem er zwei Jahre lang Zeitsoldat bei der Jägertruppe war. Zuletzt war er 2009 im Reservistendienst. Der zweite Mann war vier Jahre lang Zeitsoldat bei den Fallschirmjägern und schied im Jahr 1999 aus.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, es werde eng mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet. Der MAD erhalte Informationen über manche Firmen, die geteilt würden. Für das Sicherheitsunternehmen Asgaard gelte bereits ein Beschäftigungsverbot für alle Bundeswehrangehörigen. “Es darf also niemand in Nebenbeschäftigung oder ähnlichen Verhältnissen vertragliche Bindungen zu dieser Firma eingehen”, sagte er.

Mit ihrer Söldnertruppe haben die Festgenommenen der Bundesanwaltschaft zufolge vorgehabt, in den Bürgerkrieg im Jemen einzugreifen und dort Friedensverhandlungen zwischen den Houthi-Rebellen und der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung zu erzwingen. Finanziert werden sollte das Vorhaben laut den mutmaßlichen Plänen der Beschuldigten vorzugsweise von Saudi-Arabien. Dazu habe einer der Beschuldigten mehrfach Versuche unternommen, mit staatlichen Stellen in Saudi-Arabien Kontakt aufzunehmen. Diese hätten jedoch keinerlei Reaktion gezeigt, hieß es. Zunächst hatten “Bild” und “Spiegel” über die Festnahme berichtet.

Ermittler durchsuchten im Rahmen der Ermittlungen gegen die beiden Männer am Mittwoch auch deren Wohnungen in München sowie im Landkreis Calw. Zudem wurden den Angaben zufolge weitere Räumlichkeiten von vier nicht tatverdächtigen Personen in Baden-Württemberg und Bayern durchsucht. Ein Richter am Bundesgerichtshof soll noch am Mittwoch über eine Untersuchungshaft der beiden Beschuldigten entscheiden.

Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft war ihnen bei ihren Planungen für einen Einsatz im Jemen bewusst, “dass die von ihnen zu befehligende Einheit bei ihrem Einsatz zwangsläufig auch Tötungshandlungen werde ausführen müssen”. Zudem hätten sie damit gerechnet, “dass im Zusammenhang mit Kampfhandlungen auch Zivilisten getötet und verletzt werden würden”.

Von: APA/dpa

Kommentare

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15 Kommentare auf "Ex-Bundeswehrsoldaten planten Gründung von Söldnertruppe"


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Zugspitze947
1 Monat 11 Tage

Kranke Gehirne. Aber wir haben in Deutschland eine sehr gute Bundespolizei,die ist solchen Typen immer auf den Fersen 👌😀

Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Ach wo, ihr habt bei den Streitkräften und Polizei ein gravierendes Problem mit Rechten.
Die, welche bis jetzt entlassen wurden, sind nur die Spitze des Eisbergs.

Frank
Frank
Superredner
1 Monat 11 Tage

Was hat die Bundespolizei damit zu tun? Das in diesem Fall ermittelnde BKA und die Bundesanwaltschaft haben mit der Bundespolizei nichts zu tun. Vor solchen Behauptungen sollte man sich erst einmal informieren.

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 11 Tage

Kranke Leute gibt es überall. Und wenn es das krankhafte Schlägern nicht ist, dann ist es das Geld das lockt.
Wer finanziert diese Typen?

Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Superredner
1 Monat 11 Tage

@Storch24
Zum Glück keiner.
Die haben es bei den Saudis probiert, hatten aber kein Glück.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

jeder der das solche Typen braucht und über das nötige Kleingeld verfügt 😜

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 11 Tage

auf 360° überall nur mehr Sumpflandschaft,wozu braucht es dann überhaupt noch dide ganzen intelligence Sesselkleber fragt sich der anständige Bürger?

Krabbe
Krabbe
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Die Amis schicken doch überall Blackwater-Söldner hin. Werden die jetzt auch angeklagt?

olter
olter
Tratscher
1 Monat 10 Tage
pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Lebensgefährliche Ideen und Spinnerrei.

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Na ja, das ist nichts Neues. Sowas gibt es schon seit längerem auf vielen Schiffen. Das nennt sich dann zwar Security, ist aber im Grunde ne Söldnertruppe bei ähnlichen Gehalt.

Söldner gabs immer schon, Krieg auch und solange es was zum kämpfen gibt…!
In Deutschland ist wahrscheinlich nur die Rechtslage anders aber kommen sie nicht daher, dann eben aus Frankreich oder USA…
Nichts neues unter der Sonne!

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 10 Tage
Hallo aus D, schade, kaum jemand liest den Artikel. Zwei alte Säcke die vor einem Vierteljahrhundert “mal irgendwas mit Bundeswehr” gemacht haben kriegen es im Kopf und spinnern sich was von 100 anzuwerbenden Söldnern zusammen die pro Kopf 40000 Euro monatlich bekommen sollen (4 Millionen nur für ihre “Angestellten”), und zahlen sollen es die Araber-Scheiche denen man per Mail auch das ausgeklügelte Angebot unterbreitet hat “im Jemen mal aufzuräumen” Die Scheichs haben nicht reagiert. Anzahl der angeworbenen Söldner:0 Technische Ausstattung der Söldnertruppe: Ein internetfähiger PC um Angebotsmails zu verschicken. Zusammengefasst: Zwei abgewrackte Militärverteranen welche einige Male zu oft Tränen der… Weiterlesen »
Peerion
Peerion
Tratscher
1 Monat 10 Tage

Blackwater und Gruppe Wagner machen es doch seit Jahren vor. Da wollen eben auch andere Fachleute ein Stück vom Kuchen. Kann man völlig entspannt sehen, nennt sich freie Marktwirtschaft.

Unioner
Unioner
Grünschnabel
1 Monat 10 Tage

Deutsche Fallschirmjäger hatten Langeweile und wollten sich beweisen. Fremdenlegion, Blackwater,Wagner haben sie wahrscheinlich nicht aufgenommen.

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 10 Tage

“im Zusammenhang mit Kampfhandlungen auch Zivilisten getötet und verletzt werden würden”

Ach, und bei Blackwater, Asgaard, Centurion und Konsorten ist das anders oder was?

Scheinheiliges Getue, die verlogenen Kriegstreiberstaaten können morden wo es ihnen passt!

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