In Pakistans Politik dreht sich das Personalkarussell

Ex-Ölminister wird Übergangsregierungschef von Pakistan

Samstag, 29. Juli 2017 | 18:37 Uhr

Ex-Ölminister Shahid Khaqan Abbasi soll nach der Amtsenthebung von Nawaz Sharif Übergangsregierungschef in Pakistan werden. Langfristig soll aber Sharifs Bruder Shabaz das Amt übernehmen. Das teilte Nawaz Sharif, der über Korruptionsvorwürfe gestolpert ist, am Samstag bei der Nominierung von Abbasi mit. Shabaz hat noch keinen Sitz im nationalen Parlament und kann sich nicht zur Wahl stellen.

Nach der Amtsenthebung Sharifs durch das Oberste Gericht am Freitag hatte die Regierungspartei PML-N ihren neuen Kandidaten für das Amt bestimmt. PML-N hat eine Mehrheit, so dass eine problemlose Machtübergabe erwartet wird.

Nawaz Sharif war am Freitag nach einer einstimmigen Entscheidung von fünf Richtern des Obersten Gerichtes des Amtes enthoben worden. Die Entscheidung stand in Zusammenhang mit Dokumenten, die mit dem internationalen Panama-Papers-Skandal aufgetaucht waren. In den Papieren standen Namen von Sharifs Kindern, nicht aber sein eigener.

Shahbaz Sharif ist der jüngere Bruder von Nawaz und zurzeit Regierungschef der größten Provinz des Landes, Punjab, die mehr als 100 Millionen Einwohner hat und Machtbasis des Sharif-Klans ist. Seine Wahl garantiert die Fortführung von Nawaz Sharifs Politik.

Shabaz Sharif ist als kompetenter Verwalter bekannt. In Punjab, wo er zum dritten Mal Chef-Minister ist, hat er große Infrastrukturprojekte und Programme für Bildung und Gesundheit umgesetzt. Er soll auch gute Beziehungen zum mächtigen Militär haben. Die Öffentlichkeit weiß von zwei Ehefrauen, es gibt Gerüchte über weitere Ehen. Polygamie ist in Pakistan erlaubt, aber nicht unumstritten. Muslimische Männer dürfen bis zu vier Frauen heiraten.

Von: APA/dpa/ag.