Rajoelina soll die Stichwahl mit 55,66 Prozent klar gewonnen haben

Ex-Präsident Rajoelina gewann Stichwahl in Madagaskar

Donnerstag, 27. Dezember 2018 | 21:17 Uhr

Madagaskars ehemaliger Staatschef Andry Rajoelina hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in dem südafrikanischen Inselstaat laut offiziellem Endergebnis gewonnen. Er kam bei der Abstimmung von vergangener Woche auf 55,66 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor seinem Konkurrenten Marc Ravalomanana, wie die Wahlkommission am Donnerstag mitteilte.

Dieser legte kurz nach Verkündung des Wahlergebnisses beim Verfassungsgericht des Landes Widerspruch ein. Rajoelina hatte im ersten Wahlgang mit rund 39 Prozent die meisten Stimmen bekommen. Der 69-jährige Ravalomanana kam auf rund 35 Prozent. Der bisherige Präsident Hery Rajaonarimampianina schied mit knapp neun Prozent schon in der ersten Runde aus. Er war erst im September zurückgetreten, um erneut kandidieren zu können.

Rajoelina und Ravalomanana hatten sich schon nach dem ersten Wahlgang gegenseitig Wahlbetrug vorgeworfen. Der Leiter der Wahlkommission, Hery Rakotomanana, kündigte eine Überprüfung der Vorwürfe an. Es würden entsprechende “Anstrengungen unternommen”, sagte er. Dazu zählten etwa eine Überprüfung der Software, die für die Auszählung der Stimmen eingesetzt wurde.

Der Leiter von Ravalomananas Wahlkampagne, Anisoa Tseheno Rabenja, sagte, er und der Politiker hätten beim Verfassungsgericht Einspruch gegen das offizielle Wahlergebnis eingelegt. Er begründete das Vorgehen mit “Anomalien und Fehlern” auf Seiten der Wahlkommission. Diese habe Rajoelina bewusst dabei unterstützt, “massiven” Wahlbetrug zu begehen. Nach Prüfung der Einwände hat das Verfassungsgericht neun Tage Zeit, um den neuen Staatschef offiziell zu bestätigen.

Die Rivalität zwischen Rajoelina und Ravalomanana prägt seit Jahren Madagaskars Politik. Im Rahmen einer Vereinbarung zur Beendigung der wiederkehrenden politischen Krisen im Land hatten beide Ex-Staatschefs bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2013 nicht antreten dürfen. Bei der jüngsten Präsidentschaftswahl spielten die drängendsten Probleme des bitterarmen Landes – Armut, Korruption und chronische Unterentwicklung – im Wahlkampf kaum eine Rolle.

Von: APA/dpa

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