Ex-Facebook-Mitarbeiterin und Whistleblowerin Frances Haugen

Facebook-Whistleblowerin hofft auf EU-Online-Regeln

Montag, 08. November 2021 | 19:19 Uhr

Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen setzt große Hoffnungen in die europäischen Pläne, neue Regeln für Online-Konzerne zu entwickeln. Das Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) habe das Potenzial, global Maßstäbe zu setzen, sagte Haugen am Montag bei einer Anhörung im Europaparlament in Brüssel. Es könne andere Länder – auch die USA – dazu bewegen, neue Regeln einzuführen, betonte sie.

“Aber das Gesetz muss stark formuliert sein und konsequent umgesetzt werden. Ansonsten werden wir die Gelegenheit verpassen, die Zukunft von Technologie und Demokratie in Einklang zu bringen.” Solche Chancen gebe es nur ein Mal pro Generation. Die EU könne Regeln etablieren, die Risiken durch Online-Plattformen eindämmen und zugleich die Redefreiheit schützen. “Sie können der Welt zeigen, wie Transparenz und Aufsicht funktionieren müssen.”

Die frühere Facebook-Mitarbeiterin Haugen hat eine große Sammlung interner Unterlagen heruntergeladen und dem US-Kongress, Behörden sowie ausgewählten Medien zur Verfügung gestellt. Die Informationen belegen ihr zufolge, dass der Konzern Profite über das Wohl seiner Nutzer stellt. So seien interne Hinweise auf für Nutzer schädliche Entwicklungen ignoriert worden. Facebook weist die Vorwürfe zurück.

Die Säulen der EU-Pläne sind die Gesetzesvorhaben Digital Markets Act (DMA) und der Digital Services Act (DSA). Das Gesetz für digitale Märkte (DMA) befasst sich mit den wettbewerbsrechtlichen Aspekten. Das DSA geht gesellschaftliche Fragen an. Bevor die Vorschläge der EU-Kommission umgesetzt werden, müssen EU-Staaten und Europaparlament sich noch auf eine Linie verständigen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Facebook-Whistleblowerin hofft auf EU-Online-Regeln"


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ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
28 Tage 9 h

Jetzt hat Facebook, auch schon eine Whistleblowerin!
Jetzt fehlt nur mehr jemand von Pampers&Co.
;-))))))))))))))))))

N. G.
N. G.
Universalgelehrter
27 Tage 20 h

Wenn nicht jetzt, wann dann! Facebook und all die anderen Portale müssen reglementiert werden! Es ist 1 Minute vor 12!
Nicht um Meinungsfreiheit zu beschneiden, sondern diese zu schützen indem man genauenstens verfolgt wer was wann schreibt!
Digitalen Ausweis, unveränderbaren, das gibt es schon, wird aber nicht umgesetzt und das weltweit für jeden Benutzer! Nur dann kann gegen Mißbrauch vorgegangen werden!

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