Ein Großteil des Lagers ist nicht mehr bewohnbar

Fähre soll obdachlose Flüchtlinge auf Lesbos aufnehmen

Dienstag, 20. September 2016 | 17:29 Uhr

Eine Fähre soll nach dem Brand in einem Auffanglager auf Lesbos als provisorische Flüchtlingsunterkunft dienen. Das sagte der für die Handelsmarine zuständige griechische Minister Theodoros Dritsas am Dienstag dem Radiosender Praktorio. Die Fähre im Hafen der Hauptstadt habe eine Kapazität von 1.000 Plätzen und solle am Mittwoch in Richtung Mytilini ablegen.

Auf Lesbos sind seit Montagabend mehrere tausend Flüchtlinge und Migranten obdachlos. Ersten Erkenntnissen zufolge legten Bewohner des völlig überfüllten Lagers “Moria” an verschiedenen Stellen Feuer, so dass der sogenannte Hotspot zu mehr als 60 Prozent zerstört wurde. Anschließend machten sich die Menschen auf den Weg zum Hafen der Insel.

Die Situation könne jederzeit wieder eskalieren, warnte Bürgermeister Spyros Galinos. “Angesichts des überfüllten Lagers war es nur eine Frage der Zeit, bis das passiert”, sagte Galinos. “Wenn die Situation nicht umgehend entschärft wird, werden wir sicher wieder neue, noch schlimmere Vorfälle erleben.”

Die griechische Polizei geht davon aus, dass Flüchtlinge und Migranten für die Brandstiftung verantwortlich sind; am Dienstagmorgen wurden deshalb 18 Personen aus Afghanistan, Senegal, Syrien und anderen Ländern festgenommen, wie die Athener Tageszeitung “Kathimerini” berichtete. Zuvor war Medienberichten zufolge im Hotspot das Gerücht herumgegangen, es stünde eine weitere Auslieferungsrunde von Flüchtlingen und Migranten an die Türkei bevor. Daraufhin begannen demnach die Proteste und Krawalle.

Weil alle Flüchtlinge, die nach dem 20. März illegal nach Griechenland eingereist sind, vor ihrer Abschiebung in die Türkei Asyl beantragen können und die Verfahren sich in die Länge ziehen, wurden erst rund 500 Menschen zurückgeschickt. Neuankömmlinge werden auf Lesbos sowie auf Kos, Leros, Samos und Chios festgehalten, so dass die Auffanglager schon seit Monaten überfüllt sind. In “Moria” auf Lesbos sollten 1.500 Menschen Platz finden – zuletzt harrten dort mehr als 3.000 Flüchtlinge aus.

Mehr als 500 Bürger hatten am Wochenende gegen den überfüllten Hotspot protestiert, darunter auch Mitglieder der rechtsextremistischen griechischen Partei “Goldene Morgenröte”.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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12 Kommentare auf "Fähre soll obdachlose Flüchtlinge auf Lesbos aufnehmen"


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zombie1969
Grünschnabel
11 Tage 13 h

Hoffentlich finden die Flüchtlinge möglichst schnell eine neue Unterkunft, am besten in Österreich…

sepp2
Grünschnabel
11 Tage 11 h

am besten in ihren Heimatländer

Kurt
Grünschnabel
10 Tage 21 h

würde gern die Minusdrückerverstehen, bin jedoch nicht imstande

Alpenrepuplik
Tratscher
11 Tage 4 h

Solange die FRONTEX diese Flüchtlinge ” rettet ” anstatt sie umgehend zurück zu bringen, werden es noch mehr versuchen nach Europa zu kommen.

santina
Tratscher
11 Tage 50 Min

@Alpenrepublik

Glauben Sie, diese Leute sind auf einer Urlaubsreise?
Ihr Kommentar ist der blanke Hohn!

Jo73
Neuling
10 Tage 15 h

@santina in welcher heile-heile-Kuschelwelt leben Sie eigentlich? Sie verurteilen den Kommentar von “Alpenrepublik” als blanken Hohn, komischerweise sind die positiven Klicks (Bewertungen) dieses Kommentars 10 mal mehr den Minusdrückern in der Überzahl.
Vielleicht sollten Sie auch mal andere Meinungen einfach nur respektieren und nicht immer nur auf Ihre bekannte Art verunglimpfen. Das ist nicht wirklich ein guter demokratischer Stil andersdenkender gegenüber  

santina
Tratscher
10 Tage 3 h

@Jo73 

Anders wie Sie, werde ich meine Meinung vertreten.
Minusdrücker interessieren mich überhaupt nicht.

Staatsfeind
Neuling
10 Tage 21 h
@santina Stellen Sie sich eine syrische Familie vor, die zum Flughafen fährt und nach Europa fliegen möchte. Sie bekommt keinen Flug, da sie kein Visum hat. Sie bekommt aich kein Visum. Dann macht sie sich auf die lebensgefährliche Reise über 3000km. Am Ziel angekommen erhält sie plötzlich Asyl. Hier wird die Heuchelei europäischer Regierungen offensichtlich. Die Regierungen trauen sich nicht zu sagen wir öffnen alle Grenzen. Das wäre ja auch Selbstmord. Deshalb scheißt man mal auf die Moral und schickt die Leute auf eine lebensgefährliche Reise. Die damit verbundenden Dramen liefern gleichzeitig die Bilder und Begründungen, warum man diesen armen… Weiterlesen »
oli.
Tratscher
11 Tage 5 h

das war bestimmt der Grieche , Hilferuf an EU , ein Insel Bewohner der nicht mehr kann , etc.

WM
Tratscher
10 Tage 16 h

Habens jo selber angezūndet laut nachrichten müssen sie holt in freien schlofen!!!

Sun
Neuling
10 Tage 4 h

Hat das Wort “Flüchtling” heute eine andere Bedeutung als noch vor
70 Jahren?
http://www.spiegel.de/einestages/fluechtlinge-im-zweiten-weltkrieg-von-europa-nach-syrien-a-1110934.html

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