Laut Zeitungsbericht erhärtet sich der Verdacht gegen bin Salman

Fall Khashoggi: Kronprinz soll Geheimaktion genehmigt haben

Montag, 18. März 2019 | 09:34 Uhr

Im Fall des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi erhärten US-Geheimdienstberichte einem Zeitungsbericht zufolge den Verdacht gegen den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Die “New York Times” berichtete am Sonntag, der mächtige Thronfolger habe mehr als ein Jahr vor Khashoggis Ermordung eine Geheimaktion genehmigt, um Regierungskritiker zum Schweigen zu bringen.

Im Zuge dieser Aktion wurden die Dissidenten dem Bericht zufolge überwacht, entführt, festgenommen und gefoltert. Die Zeitung beruft sich auf US-Vertreter, die als geheim eingestufte Berichte über den Fall ausgewertet haben. In Washington ist demnach von einer saudi-arabischen “Schnellen Eingreiftruppe” die Rede.

Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul von einem extra angereisten Kommando ermordet worden. Unter internationalem Druck gab Riad nach wochenlangen Dementis schließlich zu, dass der Regierungskritiker bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme getötet worden sei. In Saudi-Arabien müssen sich mittlerweile elf Verdächtige wegen des Mordes vor Gericht verantworten.

Nach Darstellung der Führung in Riad ordneten der inzwischen entlassene Vize-Geheimdienstchef Ahmed al-Assiri und der königliche Medienberater Saud al-Kahtani den Einsatz gegen Khashoggi an. Diese Darstellung wird aber international angezweifelt – viele verdächtigen Kronprinz bin Salman, der wahre Auftraggeber zu sein.

Dem Bericht der “New York Times” zufolge wurden auch einige der Einsätze gegen andere Regierungskritiker von demselben Team ausgeführt, das Khashoggi tötete und seine Leiche zerstückelte. Das Kommando war demnach auch an der Festnahme und Misshandlung bekannter Frauenrechtsaktivistinnen im vergangenen Jahr beteiligt.

Die “Schnelle Eingreiftruppe” wurde dem Bericht zufolge von Kronprinz bin Salman genehmigt und von seinem Berater al-Kahtani betreut. In welchem Umfang der Kronprinz selbst involviert war, wird in den US-Dokumenten demnach nicht ausgeführt. Al-Kahtani sei von den beteiligten Agenten aber als “Kanal” zum Kronprinzen angesehen worden.

Saudiarabische Regierungsvertreter wollten den Bericht weder bestätigen noch dementieren und der “New York Times” keine Fragen zur Arbeit des Teams beantworten. Die saudi-arabische Botschaft in Washington äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht.

Von: APA/ag.

Kommentare

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5 Kommentare auf "Fall Khashoggi: Kronprinz soll Geheimaktion genehmigt haben"


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Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 4 Tage

wie dumm verkauft man eigentlich die Öffentlichkeit??
Wer sollte sowas aus eigener Faust organisieren ??

Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Trump: Alles nur fake news!

Ralph
Ralph
Superredner
1 Monat 4 Tage

Er selbst sagt, dass die schuldigrn schon verurteilt sind. Er sagt auch dass er selbst unschuldig ist. Wenn er es sagt dann wirds sicher so sein…

traktor
traktor
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

an die wand mit den mördern….

Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Wohl eher angeordnet, nicht nur genehmigt. Keiner würde eine solche Aktion ohne Auftrag von oben organisieren.

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