Die Kolumbianer fordern vehement Frieden ein

FARC-Guerilla begrüßt Verlängerung des Waffenstillstands

Samstag, 15. Oktober 2016 | 17:09 Uhr

Die kolumbianische FARC-Guerilla hat die Verlängerung des Waffenstillstand durch Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos begrüßt. In einer am Freitag in der kubanischen Hauptstadt Havanna veröffentlichten Erklärung der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hieß es, die Guerilla stimme “ganz und gar mit dieser Entscheidung überein”.

Santos hatte am Donnerstag den Waffenstillstand mit der FARC-Guerilla bis zum Jahresende verlängert. Es handle sich dabei weder um ein Ultimatum noch um eine Frist, sagte der Staatschef in einer Fernsehansprache. Er hoffe aber, dass die Verhandlungen über Änderungen am Friedensabkommen deutlich früher beendet würden, fügte er hinzu.

Nach Angaben der Zeitung “El Tiempo” soll der Chefunterhändler der Regierung, Humberto de la Calle, am Dienstag wieder in Kubas Hauptstadt Havanna reisen, um mit der FARC die von den Gegnern des Abkommens eingereichten Änderungsforderungen zu diskutieren. Die Gegner pochen auf strengere Strafen für die Guerillakämpfer.

Die FARC und die kolumbianische Regierung hatten sich Ende August nach vierjährigen Verhandlungen auf ein Friedensabkommen geeinigt. Anfang Oktober stimmten die Kolumbianer in einem Referendum jedoch mit einer hauchdünnen Mehrheit gegen das Abkommen. Der vereinbarte Waffenstillstand würde deshalb normalerweise am 31. Oktober enden.

Santos wurde in der vergangenen Woche für seine Bemühungen zur Beilegung des jahrzehntelangen Konflikts mit der FARC der Friedensnobelpreis zugesprochen. Er bemüht sich nach dem gescheiterten Referendum um eine Überarbeitung des Friedensvertrags. FARC-Chef Rodrigo Londono alias Timochenko sagte am Mittwoch, er hoffe auf eine rasche Überarbeitung des Vertragstextes.

Die FARC hatte 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In den Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen wie die ELN, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden dabei mehr als 260.000 Menschen getötet, 45.000 Menschen gelten als vermisst. Die kolumbianische Regierung will Ende Oktober auch Verhandlungen mit der zweitgrößten Rebellengruppe ELN beginnen.

Von: APA/ag.

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