Bildungsminister Faßmann (li.) begleitete Kurz nach Israel

Faßmann zog positive Bilanz von Reise nach Jerusalem

Dienstag, 12. Juni 2018 | 18:34 Uhr

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat eine positive Bilanz über seine Reise nach Israel gezogen. Es sei eine Reise gewesen, “die ihn mit einem gewissen Optimismus erfüllt”, sagte Faßmann vor Journalisten in Jerusalem. Es wurden konkrete Kooperationen vereinbart und es gehe auch um die Frage, wie Österreich von dem “sehr erfolgreichen” Forschungsland Israel lernen könne.

Israel habe “sehr entwickelten Szene, nämlich wie kann ich aus wissenschaftlichen Erkenntnisse wirtschaftliche Impulse ableiten. Der Gap zwischen Forschung und Spin-offs ist hier in Israel ein kleiner Gap, auch aufgrund der relativ unbürokratischen Handhabung von solchen Unternehmen, die aus Forschung herausresultieren”, erklärte der Bildungsminister am Dienstag.

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsabkommens im Wissenschaftsbereich ist “ein 18-jähriger Stillstand beendet worden”. Es habe zwar immer viele Aktivitäten auf universitärer Ebene gegeben, “aber es gibt jetzt wieder ein Dach auf staatlicher Ebene, um diese unterschiedlichen Aktivitäten in einem gemeinsamen Haus auch wieder zu beherbergen.” Mit der ebenfalls besiegelten Kooperation des FWF mit dem israelischen Pendant MOST würde ein entsprechendes Programm aufgelegt, um österreichisch-israelische Kooperation in Bereich der Forschung zu stimulieren.

Angesichts der Verhandlungen über das Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe sprach sich der Minister dafür aus, dass Israel wie bisher assoziiertes Mitglied bleibe, weil das Land eine starke Forschungsszene habe. Das 100 Milliarden Euro schweren Rahmenprogramms für sieben Jahre sei eine wirkliche “Lokomotive”.

Faßmann berichtete zufrieden, dass das Holocaust Education Programm mit der Gedenkstätte Yad Vashem verlängert wurde. “Dies ist ein sehr erfolgreiches Programm, mit dem wir jährlich rund 50 Lehrer und Lehrerinnen nach Yad Vashem bringen”, um an einem Seminar teilzunehmen. “Das hat etwas zu tun mit dem Antisemitismus und was man dagegen tun kann. Es ist ein Lernen von der Vergangenheit, um in der Gegenwart mündig zu sein.”

Faßmann sprach von einem “interessanten Projekt” des Schulbuchsvergleiche: Es werde untersucht, wie das israelische Schulbuch Österreich sieht und umgekehrt. Das werde nach einem gemeinsam entwickelten Raster analysiert und “will dann vielleicht auch zu einer gewissen Abstimmung der jeweiligen Sichtweisen kommen hinsichtlich einer Empfehlung an Schulbuchautoren.”

Ein weiteres Thema mit seinem Gesprächspartnern – Faßmann traf den israelischen Wissenschaftsminister Ofir und Bildungsminister Bennet – sei die Schülermobilität gewesen. Es werde überlegt, “in wie weit wir hier Erasmus-Mittel ausnützen können”.

Das Bildungsministerium wurde außerdem beauftragt, Reisen von Holocaust-Überlebenden nach Wien zu organisieren. Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte den in Israel lebenden österreichischen Holocaust-Überlebenden am Sonntag eine Einladung nach Österreich ausgesprochen. Es wird geschätzt, dass circa 100 Menschen diese Einladung annehmen. “Ich glaub, das ist ein sehr schönes Programm mit einer unglaublichen Symbolkraft.”

Von: apa