Regierungstruppen fahren durch ein Randgebiet der Stadt

Fast 150 Tote bei Kämpfen im jemenitischen Hodeidah

Montag, 12. November 2018 | 11:40 Uhr

Bei den Kämpfen um die jemenitische Hafenstadt Hodeidah sind seit Sonntag fast 150 Menschen getötet worden, darunter auch Zivilisten. Binnen 24 Stunden seien 110 Rebellen, 32 regierungstreue Kämpfer und sieben Zivilisten getötet worden, teilten Krankenhaus- und Armeevertreter am Montag in der Stadt am Roten Meer mit.

Die Regierungstruppen wollen die von den Houthi-Rebellen kontrollierte Stadt zurückerobern und stoßen dabei auf erbitterten Widerstand. Am Sonntag hatten sie sich heftige Straßenkämpfe mit den Rebellen in einem Wohnviertel im Osten der strategisch wichtigen Stadt geliefert. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz, die die Regierungstruppen unterstützt, flog mehrere Luftangriffe gegen die Rebellen, wie Militärvertreter bestätigten.

Am Donnerstag waren die Regierungstruppen erstmals ins Stadtgebiet von Hodeidah vorgedrungen. Am Freitag nahmen sie das größte Krankenhaus der Stadt ein, das sich im Osten der Stadt befindet. Danach bewegten sich die regierungstreuen Truppen weiter in Richtung des Hafens vor. Dort werden die meisten Importe und internationalen Hilfslieferungen für den Jemen umgeschlagen.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat eindringlich vor einer Zerstörung des Hafens Hodeidah im Jemen gewarnt. Sollte es bei den Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen dazu kommen, könne dies eine “absolut katastrophale Lage” zur Folge haben, sagte Guterres im französischen Radiosender France Inter.

Guterres forderte die Konfliktparteien erneut dazu auf, einen Waffenstillstand zu schließen. Er erinnerte daran, dass die humanitäre Lage im Jemen schon jetzt “verheerend” sei.

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Houthi-Rebellen und den vom sunnitischen Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi. Nach UNO-Angaben wurden bereits rund 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten.

Von: APA/ag.

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