Trump-Lager attackiert Clinton

FBI veröffentlichte Bericht zu Clintons E-Mail-Affäre

Samstag, 03. September 2016 | 13:20 Uhr

Unter heftigem öffentlichem Druck hat die US-Bundespolizei FBI einen Bericht über ihre Ermittlungen zur E-Mail-Affäre um die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton veröffentlicht. Das 58-seitige Papier, aus dem über weite Passagen vertrauliche Informationen getilgt wurden, dokumentiert insbesondere die Befragung Clintons zu der Affäre aus ihrer Zeit als Außenministerin.

Das Lager des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump sieht durch den FBI-Bericht seine Vorwürfe der mangelnden Urteilskraft und Unehrlichkeit Clintons bestätigt. FBI-Chef James Comey genehmigte die Veröffentlichung der Untersuchungsakten, nachdem er von Medien und vom republikanischen Wahlkampflager dazu gedrängt worden war. Allerdings wurden 14 von 58 Seiten des am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Berichts vollständig geschwärzt. Comey hatte Anfang Juli erklärt, Clinton sei kein vorsätzlicher Gesetzesverstoß nachzuweisen. Er kritisierte allerdings einen “extrem sorglosen” Umgang der Ex-Außenministerin mit ihren beruflichen E-Mails.

Der dienstliche E-Mail-Verkehr war von Clinton über einen privaten Server abgewickelt worden. Dieser wurde laut dem FBI-Bericht offenbar von “feindlichen ausländischen Akteuren” angezapft. Mit der Nutzung privater Server für den dienstlichen Mailverkehr verstieß Clinton gegen die geltenden Sicherheitsregeln. Ihr Amtsvorgänger Colin Powell hatte Clinton laut dem CIA-Bericht ausdrücklich auf die Gefahr hingewiesen, die mit der Nutzung von Blackberry-Geräten für dienstlichen Mailverkehr verbunden sei.

Clinton habe mit ihrer Mailnutzung “unsere nationale Sicherheit gefährdet”, erklärte Trumps Sprecher Jason Miller. Trumps Wahlkampfteam warf Clinton vor, sie habe ein “ungeheuer schlechtes Urteilsvermögen”, der Bericht dokumentiere ihre “Unehrlichkeit”. Es sei “schockierend”, dass Clintons Aussagen gegenüber dem FBI in direktem Widerspruch zu dem stünden, was sie in der Öffentlichkeit gesagt habe, sagte Trump. “Nachdem ich diese Dokumente gelesen habe, verstehe ich nicht, wie sie einer öffentlichen Anklage entgehen konnte.”

Clinton sagte gegenüber dem FBI aus, ihr sei nicht klar gewesen, dass die Abkürzung “C” am Anfang von Absätzen in wichtigen staatlichen Dokumenten für “confidential” (“vertraulich”) steht. Auch habe sie keine Unterscheidung zwischen “vertraulich”, “geheim” und “streng geheim” gemacht, sondern alle solchen Informationen gleichermaßen als wichtig eingestuft.

In einer Passage des Berichts geht es um eine Erkrankung Clintons im Dezember 2012. Dabei ist von einem Blutgerinnsel im Gehirn die Rede. Clinton habe damals nur “einige Stunden” pro Tag arbeiten können und sich “nicht an jede Besprechung erinnert”. Die Beschreibung der Erkrankung Clintons ist an sich nicht neu, allerdings die Information über den Gedächtnisverlust. Trumps Wahlkampfteam könnte den Gesundheitszustand der Kandidatin Clinton künftig verstärkt zum Thema machen.

Clinton nutzte für ihre Mailkommunikation dem FBI-Bericht zufolge im Laufe der Zeit bis zu 13 verschiedene elektronische Geräte, vor allem Blackberries. Laut Coney verschickte sie 110 E-Mails mit Inhalt, der als vertraulich eingestuft worden war.

Von: APA/ag.

Kommentare

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1 Kommentar auf "FBI veröffentlichte Bericht zu Clintons E-Mail-Affäre"


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Mistermah
Grünschnabel
22 Tage 18 h

Arme ami müssen sich zwischen wahnsinn, elend, witzfigur und noch mehr wahnsinn, elend, witzfigur entscheiden

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