Passform der Masken nicht in Ordnung

Fehlerhafte Masken – Problem dürfte über Tirol und Südtirol hinaus gehen

Donnerstag, 09. April 2020 | 16:20 Uhr

Aus China importierte Gesichtsmasken weisen Mängel auf und sind im Medizinbereich daher unbrauchbar. Entsprechende Meldungen machten zuletzt die Runde. Dabei ging es zunächst aber nur um Masken für Südtirol und Tirol. Das Problem dürfte aber großflächiger sein.

Wie das Nachrichtenmagazin “profil” in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hat das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) im Auftrag der Republik 20 Millionen Atemschutzmasken beim selben chinesischen Hersteller angefordert, der unbrauchbare Ware nach Südtirol verkauft hat. Laut dem Roten Kreuz wurden jedoch andere Chargen bestellt als nach Südtirol geliefert wurden. Die Bestellung ist nach wie vor aufrecht. Ein Teil der Bestellung, nämlich 1,7 Millionen Masken, ist bereits eingetroffen.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) bezeichnete die Bestellung des Roten Kreuzes bei einer Pressekonferenz am Donnerstag als “vollkommen in Ordnung”. Eine Bestellung löse noch keine Lieferung und keine Bezahlung aus. Die Masken würden geprüft und man habe die Einhaltung von Qualitätsstandards eingemahnt, so die Ministerin. Das Rote Kreuz habe eine “Lieferkette” in Gang gesetzt, ob die Qualität den FFP-Standards entspreche, werde selbstverständlich kontrolliert, bevor die Ware ausgegeben wird.

Grundsätzlich wären Chargen vom selben Hersteller “durchaus unterschiedlich”, betonte Schramböck. Sie gab damit zu verstehen, dass nicht zwangsläufig vom Erhalt mangelhafter Masken auszugehen sei.

Laut “profil” sollen aber auch bei den bisher nach Österreich gelieferten Masken Qualitätsprobleme aufgetreten sein. “Die Masken wurden einer Prüfung unterzogen und sie werden derzeit entsprechend der festgestellten Schutzklasse gekennzeichnet”, schreibt demnach das ÖRK. Und weiter: “Ein Teil der Bestellung entspricht der Schutzklasse FFP2 ein anderer Teil erreichte diesen Standard nicht, wurde abgewertet und wird als Mund-Nasen-Schutz zum Einsatz kommen. Durch diese Prüfungen konnten zwei Chargen definiert werden, die der Schutzklasse FFP2 entsprechen, der Rest der insgesamt 20 Mio. Masken wird aus diesen Chargen bezogen. Diese Bestellung wurde ebenfalls im Auftrag der Republik und nach der Freigabe des Gesundheitsministeriums getätigt.”

Wie die APA aus dem Bundesheer, das die Südtirol-Masken geprüft hat, erfuhr, liegt das Problem der Masken in der Passform und nicht beim Material. Das Vlies sei in Ordnung, aber die Masken sitzen nicht richtig und dichten nicht ab, weil sie für asiatische, rundere Gesichter geschneidert seien. Laut Gutachten verschieben sich die Masken schon “bei einfachen Mundbewegungen” und “stellen auch an den Wangen auf”.

Der SPÖ-Abgeordnete Max Lercher hat eine Anfrage an das Wirtschaftsministerium gestellt, mit der er die Vorgänge rund um die Südtiroler- bzw. Tiroler-Maskenbestellung klären will. Indes berichtete das Südtiroler Onlineportal “Salto.bz”, dass der Südtiroler Sanitätsbetrieb den Prüfbericht des Wiener Amts für Rüstung und Wehrtechnik (ARWT) zu den im März von einer großen medialen Inszenierung begleiteten Masken-Lieferung geheim gehalten haben soll. Das Material wurde damals nicht nur von der AUA nach Wien eingeflogen und vom Bundesheer nach Südtirol gebracht. Ein Teil davon hätte auch in Tirol eingesetzt werden sollen, wurde aber nach der negativen Prüfung des ARWT und einer zusätzlichen Prüfung des deutschen Unternehmen Dekra nicht verwendet.

In Italien sollen die Masken dagegen im Medizinbereich verwendet worden sein. Der “Standard” zitiert den Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebs, Florian Zerzer, damit, dass die Mitarbeiter angewiesen worden seien, “auf die Passform zu achten” und sie nicht in Intensivstationen zu nutzen. Denn die Verwendung als FFP2-Masken sei in Ordnung, so Zerzer. Das Gutachten des Amts für Rüstung und Wehrtechnik besage, dass die Masken gut seien, wenn man sie auf korrekten Sitz prüfe. Mittlerweile seien diese Masken in ganz Italien verteilt worden.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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26 Kommentare auf "Fehlerhafte Masken – Problem dürfte über Tirol und Südtirol hinaus gehen"


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ma che
ma che
Superredner
1 Monat 26 Tage

Deutschland und Österreich finden die Masken als nicht zulässig. Aber wir sind ja die bestigsten. Ich denke Herr Zerzer Sie wissen nicht mal wie man einw Ffp2/3 maske aufsetzt! Die muss nämlich absolut dicht sein! Und wenn ich mit meinen Kollegen reden muss, da wir uns abstimmen müssen und das Teil dann an den Wangen aufgeht, dann ist ser Schutz NICHT MEHR GEWÄHRLEISTET!
Wenn Sie zumindest zugeben würden, dass Sie einen Fehler gemacht haben, aber nein, das rausgerede kotzt mich so dermaßen an 😠

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 26 Tage

Wenn das Personal das die Masken benötigt, rechtzeitig, VOR der Verwendung, über die Fehler informiert wurde dann wäre es ja noch akzeptabel.
Es gab ja überall Probleme mit der Schutzausrüstung.
Hersteller qualitativ hochwertiger Masken sind nicht grundsätzlich gegen eine Wiederverwendung von Einwegmasken nach gründlicher u schonender Reinigung, können aber verständlicherweise nicht mehr die ursprüngliche Sicherheit gewähren, aber immer noch besser als keine oder eine minderwertige Maske. Wurde an eine solche Wiederverwendung gedacht ?

montechristo
montechristo
Grünschnabel
1 Monat 26 Tage

@Pyrrhon nicht gelesen oder:
Eine Bestellung löse noch keine Lieferung und keine Bezahlung aus. Die Masken würden geprüft und man habe die Einhaltung von Qualitätsstandards eingemahnt, so die Ministerin

Wir HABEN BEZAHLT!!!! Verstanden?!

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 25 Tage

@montechristo
Es geht aber nicht nur darum ob u wieviel für die Masken bezahlt wurde sondern auch ob u wie diese verwendet werden (dürfen)

Anderrrr
Anderrrr
Superredner
1 Monat 26 Tage

Die chinesen hobn klianere gsichter🤣

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

ja das stimmt, das ist kein Witz!! Mir ist auch die Schutzkleidung zu kurz, 20 cm!!

hefe
hefe
Superredner
1 Monat 26 Tage

Das ist ja kein Kondom 😁

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

@hefe
die werden für die Asiaten auch kleiner produziert (ist auch kein Witz, sie sind halt kleiner).

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

Ja, vor allem haben sie kleinere Nasen. Bei uns Europären ist an den Nasen-Seiten meist eine undichte Stelle.

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 25 Tage

@Gredner
Deshalb bezeichnen die Asiaten uns (Europäer) auch als ‘Langnasen’ 🤥🤭

Staenkerer
1 Monat 26 Tage

aha … de erstn nutzn de notloge schun aus …und viele, viele wern folgn!!!
erinnert an de nochkriegsjohre!

Tantemitzi
Tantemitzi
Universalgelehrter
1 Monat 26 Tage

passt jo! wos wellmo denn mehr! mir befinden ins in an Ausnahmezustand! Leider!

Dublin
Dublin
Kinig
1 Monat 26 Tage

…na ja, so lange Prüfberichte nicht unterschlagen bzw. geheim oder vertraulich behandelt werden und die Masken dennoch zum Einsatz kommen, geht’s ja noch…
😁

marher
marher
Superredner
1 Monat 26 Tage

Man kann vieles gutreden, aber was genau abgelaufen ist werden wir Normalbürger wohl kaum erfahren. Nicht des do trotz die Machenschaften sind skandalös und gleichen jenen eines Geheimdienstes. Aber lassen wir uns überraschen was noch alles ans Tageslicht kommt.

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
1 Monat 25 Tage
Warum glaubt man hier wieder an “Verschwörungstheorien” oder dass die Wahrheit unterschlagen wird? Wenn man sich in die Materie und speziell in dieses Thema einliest, erhält man recht schnell ein gutes Bild: die Passform war von Anfang an das Problem; und wie es auch von österr. Behörden mitgeteilt wird (von denen glauben hier anscheinend alle alles), KÖNNEN SIE VERWENDET WERDEN !! Man müsse einfach schauen dass sie richtig sitzen; Ärzte-Interviews gibt es zu Hauf, die sagen, dass dies nichts ungewöhnliches, speziell in so einer Situation. Es wurde nun auch ganz klar gesagt, dass Ärzte und Krankenschwestern voll umfänglich genau über… Weiterlesen »
wouxune
wouxune
Superredner
1 Monat 26 Tage

Na,na in Südtirol gianse jo guit homse gsog😊

ehrlich2020
ehrlich2020
Grünschnabel
1 Monat 26 Tage

Fa de Chinesn kimp amol nix gscheids umma seit apoor Munat

brixna
brixna
Tratscher
1 Monat 26 Tage

Genau schieben wir die schwarzepeterkarte weiter weg von herr k, herrz und Herr O

Susi
Susi
Grünschnabel
1 Monat 26 Tage

Sind in Italien deswegen so viele Tote?? Alles nicht schützende Masken??

Marisa
Marisa
Superredner
1 Monat 25 Tage

Na gut wenn darauf hingewiesen wurde daß die Masken nicht richtig sitzen es aber keine anderen gibt da lässt sich drüber streiten. Für das Pflegepersonal besteht trotzdem ein erhöhtes Risiko weil die ja den Kranken ziemlich nahe kommen und so die Ansteckungsgefahr viel höher ist. Aber alles lässt sich schönreden.

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
1 Monat 25 Tage

…. oder auch schlechtreden …

Marisa
Marisa
Superredner
1 Monat 25 Tage

@M_Kofler
Einigen wir uns auf “kritisch betrachten”?

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
1 Monat 25 Tage

Deal.

jolifanto wambla
1 Monat 25 Tage

In den letzten 2 Jahrzehnten war Globalisierung das Schlagwort der Kapitalisten. Wegen ein paar Cent weniger wurden ganze Produktionen ins ferne außereuropäische Ausland verlagert.
Hoffentlich kommt es zu einem Umdenken und wir produzieren zumindest wichtige und strategisch relevante Dinge wieder selber!

M_Kofler
M_Kofler
Superredner
1 Monat 25 Tage

Sehr gut zusammengefasst; hier nehme ich mich nicht raus, war sicherlich ein wenig zu locker dem Thema Globalisierung zugeneigt.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Produktion kritischer Produkte zurück nach Europa kommt, zumindest ein erheblicher Teil für Selbstversorgung.

koyote
koyote
Grünschnabel
1 Monat 25 Tage

De Masken sein jo la fürn Sanitätsbetrieb et geeignet,
De megnse la in die Lebnsmittlgschäfte ba do Kassa in die Kundn voschenkn
Hot jo is Lond ( also do Kunde ) gizohlt

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