Für 2016 ist keine Entspannung in Sicht

Flüchtlinge – EU-Asylbüro: Auch 2016 außergewöhnliches Jahr

Freitag, 08. Juli 2016 | 12:10 Uhr

Nach einem Rekord von fast 1,4 Millionen Asylanträgen im Jahr 2015 in der EU erwartet das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen (EASO), dass auch 2016 ein "außergewöhnliches Jahr" wird. Die Anträge in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres hätten bereits die Grenze von einer halben Million überschritten, erklärten Vertreter von EASO am Freitag in Brüssel.

In den ersten fünf Monaten von 2015 wurden im Vergleich dazu weniger als 350.000 Asylanträge in der EU, in Norwegen und in der Schweiz gestellt. Im Mai 2016 hätten diese Länder mehr als 99.000 Anträge für international Schutzbedürftige erhalten. Im Vergleich zu April sei dies ein Anstieg von 5 Prozent. 96 Prozent der Asylansuchen seien Erstanträge gewesen, 2,7 Prozent stammten laut EASO von unbegleiteten Minderjährigen.

Syrier stellen demnach weiterhin die größte Gruppe von Asylantragstellern, mit 28.056 im Mai, gefolgt von Afghanen und Irakern, die 15.648 bzw. 10.341 Anträge im Mai einbrachten. Diese drei Nationalitäten machen 55 Prozent aller Anträge aus. Die Bürger aller Westbalkan-Länder zusammen folgen mit 4.736 Anträgen an vierter Stelle, gefolgt von Pakistaner, Iranern, Nigerianern, Russen und Asylsuchenden aus Eritrea.

Bei den unbegleiteten Minderjährigen waren Afghanen im Mai 2016 mit 42 Prozent die größte Gruppe, gefolgt von Somaliern (8 Prozent), Syrern (7 Prozent) und Pakistanern (6 Prozent).

Mit fast 1,4 Millionen Anträgen um internationalen Schutz verzeichneten die EU, Norwegen und die Schweiz im Jahr 2015 nicht nur die höchste Zahl seit beginn der harmonisierten Aufzeichnungen 2008, sondern auch den höchsten jährlichen Anstieg – gegenüber 2014 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Die meisten Asylanträge stammten laut dem am Freitag präsentierten EASO-Jahresbericht von Syrern (383.700), den Bürgern der Westbalkan-Staaten zusammen (201.395) und Afghanen (196.175). Die Hauptaufnahmeländer waren Deutschland, Ungarn, Schweden, Österreich und Italien.

Für syrische Asylbewerber waren 2015 Deutschland (162.495) und Ungarn (64.585) die wichtigsten Destinationen, Österreich verzeichnete laut EASO 25.015 syrische Anträge. Die größte Zahl afghanischer Antragsteller verzeichnete im Vorjahr Ungarn mit 46.230, gefolgt von Schweden (41.445), Deutschland (31.895) und Österreich (25.265). Iraker stellten ihre Anträge vor allem in Deutschland (31.380), Schweden (20.780), Finnland (20.465) und Österreich (13.545). Ungarn ist dabei ein Sonderfall, weil der überwiegende Großteil der Asylsuchenden das Land vor Ende des Verfahrens wieder verlässt.

Die meisten Anträge aus den Westbalkan-Ländern stammten 2015 von Kosovaren (73.205) und Albanern (68.620), gefolgt von Serben (30.295), Mazedoniern (16.075), Bosniern (9.095) und Montenegrinern (4.115). Den weitaus größten Anteil von Asylanträgen aus dem Westbalkan übernahm Deutschland mit 144.040, Österreich kam auf 3.295 Anträge aus dieser Gruppe.

Von: apa