Macron lädt zu einem europäisch-afrikanischen Gipfeltreffen ein

Frankreichs Präsident lädt zu Flüchtlingsgipfel in Paris

Montag, 28. August 2017 | 10:27 Uhr

In der Flüchtlingskrise wollen Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien mit afrikanischen Ländern zusammenarbeiten, um Migrationsbewegungen nach Europa einzudämmen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Amtskollegen aus Italien und Spanien, Paolo Gentiloni und Mariano Rajoy, kommen dazu auf Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Montag nach Paris.

Teilnehmen werden auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, die Staatschefs der Saharastaaten Niger und Tschad sowie der Ministerpräsident der international anerkannten Übergangsregierung in Libyen, Fajis al-Sarraj. Die drei afrikanischen Staaten liegen entlang der Migrationsroute nach Europa.

“Diese Arbeiten werden die Gelegenheit sein, die Unterstützung Europas für den Tschad, Niger und Libyen bei der Kontrolle und gesteuerten Verwaltung der Migrationsströme zu unterstreichen”, teilte Macrons Büro im Voraus mit. Merkel sagte in einem Podcast-Interview, Ziel sei es, “Schritt für Schritt die illegale Migration zu reduzieren”.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration sind in diesem Jahr bisher mehr als 120.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa gekommen, die meisten davon nach Italien. Dabei ist die Anzahl der Ankünfte zuletzt deutlich zurückgegangen.

Vor allem Libyen steht als wichtiges Transitland im Fokus europäischer Versuche, die Migration zu bremsen. An der Zusammenarbeit gibt es wegen der instabilen politischen Lage in dem Bürgerkriegsland aber auch Kritik.

Um die Flüchtlingsankünfte aus Libyen nach Europa zu drosseln, hat EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani Hilfszahlungen für das nordafrikanische Land in Höhe von sechs Milliarden Euro gefordert. Dies sei derselbe Betrag, den die EU der Türkei für die Schließung der sogenannten Balkanroute zugesichert habe, so Tajani im Interview mit der römischen Tageszeitung “La Repubblica”.

Tajani drängte auch auf langfristige Investitionen in Höhe von bis zu 60 Milliarden Euro in Afrika. “Es genügt nicht, wenige Millionen Euro zur Bekämpfung der Schlepperei auszugeben. Wir müssen einen großen EU-Plan für Afrika entwerfen”, so Tajani. Die führenden EU-Länder sollten seiner Ansicht nach wichtige Impulse in diese Richtung geben.

Von: APA/dpa