Die Migranten lebten in dem Lager in Zelten

Französische Polizei räumte zwei weitere Flüchtlingslager

Montag, 04. Juni 2018 | 15:15 Uhr

In Paris hat die Räumung der beiden letzten großen Flüchtlingslager begonnen. Montag früh startete die Räumung einer Zeltstadt am Canal Saint-Martin im Norden der Stadt, in der überwiegend Afghanen Unterschlupf fanden. Dort waren vergangene Woche rund 550 Bewohner gezählt worden. Eine zweite Räumung erfolgte laut Behörden in der Nähe von Porte de la Chapelle, wo rund 450 Migranten lebten.

Der Aufenthaltsstatus der Bewohner werde gründlich geprüft, teilten die Behörden mit. Erst in der vergangenen Woche war ein Flüchtlingslager am Kanal von Saint Denis geräumt worden. Dort hatten sich mehr als tausend überwiegend aus Eritrea und Sudan stammende Migranten aufgehalten. Nach Behördenangaben ist es bereits das 36. Mal binnen drei Jahren, dass ein solches Lager in Paris aufgelöst wurde. In Frankreich entstehen immer wieder Behelfslager.

Über Monate hinweg hatten sich immer mehr Migranten an den Ufern zweier Kanäle im Nordosten der Kapitale angesiedelt. Die Lebensbedingungen galten dort als prekär. Anfang Mai ertrank ein Bewohner eines Zeltlagers, der laut Medienberichten betrunken ins Wasser gegangen war.

Im vergangenen Jahr hatte Frankreich erstmals mehr als 100.000 Asylanträge registriert, 17 Prozent mehr als 2016. Im EU-Schnitt halbierte sich die Zahl der Bewerber dagegen. Über Frankreich versuchen viele Menschen, nach Großbritannien zu gelangen.

Von: APA/dpa