Umfragen sehen Macron vor Le Pen

Französische Präsidentenwahl startet in Übersee

Samstag, 09. April 2022 | 16:18 Uhr

Die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl hat mit der Öffnung erster Wahllokale in Übersee offiziell begonnen. Bei der Abstimmung über das höchste französische Staatsamt will der liberale Amtsinhaber Emmanuel Macron eine zweite Amtszeit bekommen. Seine größte Konkurrentin ist die Rechte Marine Le Pen vom Rassemblement National. Für die Zusammenarbeit mit Deutschland und in Europa ist der Wahlausgang daher bedeutsam.

Den Startschuss zur Wahl machte die kleine französische Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon vor der kanadischen Ostküste. Am Samstagmittag (8.00 Uhr Ortszeit) öffneten hier die drei ersten Wahllokale, wie eine Sprecherin des Rathauses in Saint-Pierre der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Der Großteil der Französinnen und Franzosen kann am Sonntag wählen, Ergebnisse gibt es dann am Abend. Wegen der Zeitverschiebung wird in einigen Überseegebieten aber bereits am Samstag abgestimmt – so auch in Französisch-Guyana, auf Guadeloupe, auf Martinique und in Französisch-Polynesien.

Umfragen sahen Macron bei der Wahl vorne, auch wenn der Abstand zu Le Pen zuletzt immer geringer wurde. Eine finale Entscheidung über das Präsidialamt wird für die erste Runde aber noch nicht erwartet. Sollte wie vermutet keiner der insgesamt zwölf Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen, findet am 24. April eine Stichwahl zwischen den zwei Bestplatzierten statt.

Hoffnungen auf den Einzug in die Stichwahl macht sich auch der Linke Jean-Luc Mélenchon. In Umfragen landete er zuletzt beständig auf Rang drei – wenn auch mit deutlichem Abstand zu Macron und Le Pen. Die weiteren Kandidatinnen und Kandidaten dürften kaum von Bedeutung sein. Die traditionellen Volksparteien der Sozialisten und Republikaner schafften es im Wahlkampf kaum, Akzente zu setzen und steuern voraussichtlich auf eine deutliche Schlappe zu.

Unter dem Einfluss des Kriegs in der Ukraine in den Hintergrund gerückt, nahm der Wahlkampf in Frankreich zuletzt vergleichsweise wenig Raum ein. Das wichtigste Thema war die Kaufkraft, auch bedingt durch den rasanten Preisanstieg beim Sprit. Mit Spannung und leichter Sorge wird auch auf die Wahlbeteiligung geschaut. Institute sagten voraus, dass bis zu 30 Prozent der Wählerschaft der Abstimmung fern bleiben könnten. Drei von zehn Franzosen wussten kurz vor der Wahl noch nicht, für wen sie stimmen werden. Auch die Bindung an eine Partei hat nachgelassen, es gibt weniger Stammwähler als früher.

Noch im Herbst hatte das rechte Lager den Wahlkampf klar dominiert. Le Pen und der rechtsextreme Politikneuling Éric Zemmour trieben die anderen Kandidatinnen und Kandidaten mit Themen wie Migration, Sicherheit und nationale Identität vor sich her.

Der Direktor des Deutsch-Französischen Instituts Ludwigsburg, Frank Baasner, warnte vor einem Sieg Le Pens. “Ein Sieg von Le Pen wäre eine Vollbremsung für alle europäischen Bemühungen”, sagte Baasner der “Passauer Neuen Presse” (Samstagsausgabe).

Der französische Präsident hat weitreichende Machtbefugnisse und amtiert für fünf Jahre. Er ist mächtiger als der von ihm bestimmte Premierminister und beeinflusst die Geschicke des Landes maßgeblich. Insgesamt 48,7 Millionen Menschen sind für die Wahl eingeschrieben.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Französische Präsidentenwahl startet in Übersee"


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Selbstbewertung
Selbstbewertung
Tratscher
1 Monat 13 Tage
Le Pen war jahrelang Teil Putins Kriegsführung gegen uns. Sie wurde vom Kreml finanziell und ideologisch unterstützt, um Europa von innen auszuhöhlen. Wäre nicht der Überfall auf die Ukraine dazwischen gekommen, würde sie auf (inzwischen zurückgezogenen) Wahlbroschüren mit Putin für sich werben. LePen wäre nichts Anderes als ein trojanisches Pferd im Herzen Europas. Und immer noch gibt es Menschen, die diesen Teil der Kriegsführung gegen die Demokratien im 21. JH. nicht sehen wollen. Die freien Gesellschaften laufen Gefahr, sich durch ohre Pffenheit und letztlich Manipulierbarkeit selbst abzuschaffen. Einmal abgeschafft, gibt es in der Regel kein Zurück mehr ohne unvorstellbares Leid!… Weiterlesen »
Dagobert
Dagobert
Kinig
1 Monat 13 Tage

@Selbstbewertung
Putins Hampelmann Medwedev hat ja behauptet, er könne sich ein Eurasien, das von Lissabon bis Wladiwostok reicht, gut vorstellen!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 13 Tage

@Selbstbewertung Wie Recht du doch hast! Ungarn, ein Wahnsinn! Polen im Grunde das selbe, Italien, wenn Salvini mehr Macht bekommen hätte das gleiche…
Alle verurteilen Putin und wählen zu Hause in Grunde das selbe System!
Ganz Europa ist in dieser Gefahr!
Es ist Himmelschreiend wie dumm die Menschen sind!

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 13 Tage

@Dagobert Das war nicht seine Ausage im Kommentar!

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Lieber Salvini als deine grünen Gesinnten

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 13 Tage

@Dagobert Nochmal , das war nicht die Ausage von Selbstbewertung und hat damit nichts zu tun!
Abgesehen davon , hast du ja nicht unrecht, nur den Zusammenhang gibt es nicht!

Hustinettenbaer
1 Monat 13 Tage

@Selbstbewertung, ja. Wir hielten den Frieden in der Nachbarschaft für selbstverständlich. Verdammt schmerzhaft, die Massaker nicht stoppen zu können, ohne eine noch größere Katastrophe auszulösen.
Wir haben vergessen oder verdrängt, dass Diktaturen der “sicherste” Weg in den Krieg sind.
Also Demokratie verteidigen, sie “ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.” (Winston Churchill)
Sonst landen unsere Nachfahren auch wieder an irgendeiner Kriegsfront.

raunzer
raunzer
Superredner
1 Monat 13 Tage

Ein und derselbe Schaumschläger wie seine Vorgänger. 

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Nur nicht die Linken

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