Migranten haben laut Partei „Bringschuld gegenüber Südtirol“

Freiheitliche wollen Elternhäuser in Integration einbinden

Mittwoch, 27. April 2022 | 10:34 Uhr

Bozen – Die Freiheitlichen fordern die Landesregierung – insbesondere den Integrationslandesrat Philipp Achammer – dazu auf, keinesfalls auf die Forderung des Protestschreibens von 20 Südtiroler Vereinen einzugehen und den Beschluss vom 30. Dezember 2019 nicht zurückzunehmen. Laut den Freiheitlichen hätten Ausländer eine Bringschuld gegenüber Südtirol zu erfüllen und daher sei es völlig legitim, dass Sozialleistungen des Landes an klar definierte Integrationsleistungen der Antragsteller geknüpft werden. Des Weiteren sehen die Freiheitlichen im besagten Beschluss keine Gefahr, dass dadurch das inklusive Zusammenleben in Vielfalt gefährdet sei.

„Vielleicht sehen die verschiedenen Organisationen und Vereine des Protestschreibens vielmehr ihr Geschäftsmodell mit der unkontrollierten Zuwanderung in Gefahr, als das friedliche Zusammenleben in Südtirol“, so die Freiheitlichen. Viel zu lange schon hätten Ausländer in Südtirol ohne jegliche Bringschuld zur Integration Anspruch auf Sozialleistungen, was zu einer „enormen Belastung der sozialen Sicherungssysteme sowie zur Entstehung von Parallelgesellschaften“ geführt habe. Wer vor der Realität die Augen verschließe, werde die Probleme nicht lösen können und diese Integrationspolitik des „laissez-faire“ müsse schleunigst ein Ende finden, meinen die Freiheitlichen. „Sprachkenntnisse, aber auch Grundkenntnisse der Geschichte des Landes, der Gepflogenheiten, Bräuche usw. sind keine Zwangsmaßnahme, sondern sollten für Menschen, die in Südtirol ihren Lebensalltag verbringen und Teil unserer Gesellschaft sein wollen, eine Selbstverständlichkeit sein“, schreibt die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair in einer Aussendung.

„In meinen Augen kann die Landesregierung die definierten Integrationsleistungen, besonders für Einwandererfamilien, auch noch weiter ausdehnen. Durch Elternkurse beispielsweise, die wir Freiheitlichen in der Vergangenheit immer wieder in den Integrationsdebatten vorgeschlagen haben. Dass die Eltern ausländischer Kinder in den Integrationsprozess viel stärker einzubinden sind, hat uns die Praxis gezeigt. Kinder sind vielfach hin- und hergerissen zwischen dem Schulalltag und der oft ablehnenden Haltung des jeweiligen Elternhauses gegenüber unserer westlichen Lebensart und unseren Werten. Diese Haltung hat vielfach Integrationsprozesse verhindert und Parallelrealitäten gefördert. Wenn wir uns die Zahlen der Schulabbrecher in Südtirol – ohne Scheuklappen – anschauen, dann sind es in erster Linie Kinder mit Migrationshintergrund. Deren Familien haben im Laufe der Jahre verschiedenste Sozialleistungen, gerade für ihre Kinder, erhalten. Das kann doch keine Linie sein, die auch noch verteidigt wird“, erklärt Mair.

Jugendliche, die keinen Schulabschluss und keine Ausbildung haben, die Sprachen kaum kennen, würden sich sämtliche Zukunftschancen verbauen und Kosten für die Allgemeinheit verursachen. „Daher erachten wir es als richtig, dass frühzeitig bei den Eltern angesetzt wird. Das Erlernen der Landessprachen ist alternativlos, damit auch Eltern am Alltag der Kinder teilnehmen, sich mit anderen Eltern austauschen und mit der Schule und den Ämtern kommunizieren können. Dadurch sollen sich die Eltern über ihre Rolle und ihre Verantwortung für die Wichtigkeit der Schulpflicht und der Ausbildung bewusst werden“, hält Mair fest.

Die Landesregierung sei aufgefordert, mit der Umsetzung der Integrationanforderungen „endlich zu beginnen und sich nicht dem Verdacht auszusetzen, dass die ganze Geschichte lediglich Wahlkampfgeplänkel ist“. Zudem fordern die Freiheitlichen, dass die Umsetzung ihres gutgeheißenen Beschlussantrages beschleunigt werde, wonach ein Gutscheinsystem für bestimmte Sozialleistungen eingeführt wird, um auch den Missbrauch, wie die Überweisung der Gelder ins Ausland, zu unterbinden. „Dadurch wird nämlich echte Integration ermöglicht, gefördert und kann in das Integrationskonzept mit einfließen“, schließt Mair.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Freiheitliche wollen Elternhäuser in Integration einbinden"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Dagobert
Dagobert
Kinig
29 Tage 11 h

Bravo Ulli, so soll es sein! 👍

Entequatch
Entequatch
Tratscher
29 Tage 1 h

Gewisse vereine sind nur noch peinlich, leider bekommen diese zuviele beiträge. Das gesetz ist notwendog da genau die prtestler es nicht schaffen/wollen den dazugezogenen beibrigen wie wichtig es ist die landessprachen zu kennen

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