Gegenwind für Donald Trump wird immer stärker

Führende Republikaner warnen vor Trump

Mittwoch, 10. August 2016 | 06:40 Uhr

Mit einer beispiellosen öffentlichen Erklärung haben 50 führende republikanische Sicherheitsexperten vor der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten gewarnt. Der Kandidat ihrer Partei wäre “der gefährlichste Präsident der amerikanischen Geschichte”, schrieben die Republikaner in einem öffentlichen Brief.

Trump schoss daraufhin zurück, die Unterzeichner seien “nichts anderes als eine gescheiterte Washingtoner Elite, die sich an ihre Macht klammert”. Die 50 Republikaner warnten in dem gemeinsamen Brief, der am Montag von der “New York Times” veröffentlicht worden war, eindringlichst vor einer Wahl Trumps zum Präsidenten. Dem Immobilienmilliardär mangele es an “Charakter, Werten und an Erfahrung, um Präsident zu sein”.

“Wir sind überzeugt, dass er ein gefährlicher Präsident wäre und die nationale Sicherheit unseres Landes und sein Wohlergehen aufs Spiel setzen würde”, schrieben die Republikaner, die in früheren republikanischen Regierungen führende Funktionen im Bereich der Sicherheits- und Außenpolitik innehatten. Trump sei “nicht willens oder nicht fähig, richtig von falsch zu unterscheiden”. Der Kandidat falle durch “erratisches Verhalten” und “gefährliche Eigenschaften” auf, die ihn für das Präsidentenamt ungeeignet machten. Zudem sei er nicht bereit zu lernen.

Trump machte seinerseits die Unterzeichner des Aufrufs für gravierende Fehlentscheidungen verantwortlich. Sie hätten die Welt “weniger sicher gemacht”, kritisierte Trump. Ihnen sei die “katastrophale Entscheidung zur Invasion Iraks” im Frühjahr 2003 unter Präsident George W. Bush anzulasten.

Trump machte die Unterzeichner des Briefs auch für den islamistischen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi im September 2012 und den Aufstieg der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) seit 2014 verantwortlich, obwohl beides in die Amtszeit des demokratischen Präsidenten Barack Obama fiel, als die Unterzeichner zumeist keine Posten in der Regierung hatten.

Zu den Unterzeichnern gehörten Ex-CIA-Chef Michael Hayden, der ehemalige Weltbank-Präsident Robert Zoellick, die früheren Heimatschutzminister Tom Ridge und Michael Chertoff und der frühere Geheimdienstdirektor John Negroponte. Sie hatten wichtige Posten in den Regierungen republikanischer Präsidenten von Richard Nixon bis George W. Bush inne.

Viele Vertreter der politischen Elite aus beiden Parteien sind besorgt über Trumps Äußerungen zur Außen- und Sicherheitspolitik. Trump hat nicht nur die Rolle der USA in der Nato in Frage gestellt, sondern auch Bewunderung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin geäußert und angedeutet, dass er Moskaus Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim akzeptieren könnte.

Die Unterzeichner wiesen darauf hin, dass sie auch “Zweifel” bei der demokratischen Gegenkandidatin Hillary Clinton hätten, betonten aber, dass keiner von ihnen für Trump stimmen werde. Bereits in den vergangenen Monaten hatten sich führende Republikaner deutlich von Trump distanziert. Auch nach seiner offiziellen Nominierung zum Kandidaten der Republikaner hielt die Kritik an.

Die prominente republikanische Senatorin Susan Collins schrieb am Dienstag in einem Beitrag für die “Washington Post”, Trump sei wegen seiner “grausamen Kommentare” über Schwächere “unwürdig”, Präsident zu werden. “Donald Trump spiegelt weder die historischen Werte der Republikaner wider noch die inklusiven Herangehensweise, die entscheidend ist, um die Spaltung unseres Landes zu heilen”, schrieb Collins.

Von: APA/ag.

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