Gesamte Altstadt wurde abgeriegelt

Fünf Tote bei Angriff in Jerusalem

Freitag, 14. Juli 2017 | 15:38 Uhr

Bei einem Attentat am Tempelberg in Jerusalem sind nach Angaben der israelischen Polizei zwei Polizisten und drei Angreifer getötet worden. Die beiden Beamten im Alter von 22 und 30 Jahren seien im Krankenhaus gestorben, schrieb Polizeisprecher Micky Rosenfeld am Freitag auf Twitter. Nach dem Angriff wurde der oberste muslimische Geistliche der Stadt festgenommen.

Drei Attentäter hatten die Sicherheitskräfte beschossen und mit einem Messer attackiert. Die Männer waren israelischen Medienberichten zufolge von innerhalb des Tempelbezirks gekommen und eröffneten das Feuer, als sie an einem der Tore den Polizisten begegneten. Insgesamt waren dabei drei Menschen verletzt worden. Die Angreifer seien in Richtung der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg geflohen. Polizisten töteten die drei Angreifer, wie Rosenfeld bestätigte.

Laut Medienberichten wurden bei den Angreifern israelische Ausweise gefunden. Einer der Männer stamme demnach aus einem arabischen Dorf im Norden des Landes. Terrorangriffe von in Israel lebenden Palästinensern, die die israelische Staatsbürgerschaft besitzen, sind eher selten. Aufnahmen im Internet zeigten schwer bewaffnete Sicherheitskräfte auf dem Gelände. Der Tempelberg wurde laut Polizei geschlossen. Dies gelte auch für die Freitagsgebete der Muslime.

Der Großmufti Muhammad Ahmad Hussein hatte die Absage scharf kritisiert. Mit seinen Anhängern protestierte er gegen diesen Schritt. Die Polizei habe ihn in der Altstadt abgeführt, sagte sein Sohn Jihad anschließend. Ein Leibwächter des Großmuftis bestätigte dies, Israels Polizei wollte sich zunächst nicht zu den Angaben äußern.

Seit Beginn einer Gewaltwelle vor knapp zwei Jahren sind bei ähnlichen Attacken rund 300 Palästinenser getötet worden. Die meisten kamen bei ihren eigenen Anschlägen ums Leben und stammten aus dem israelisch besetzten Westjordanland. Mehr als 40 Israelis wurden in dem Zeitraum getötet.

Als Auslöser der Gewaltwelle galt ein Streit um Nutzungsrechte des Tempelbergs in Jerusalem, der Muslimen und Juden heilig ist. Inzwischen hat die Gewalt aber eine Eigendynamik entwickelt. Sie wird von der Frustration der Palästinenser über die fortwährende israelische Besatzung genährt. Ein der extremistischen Palästinenserorganisation Hamas nahestehender Fernsehsender nannte den Angriff vom Freitag einen “heroischen Akt”, wie die “Jerusalem Post” berichtete.

Bei einer israelischen Militäroperation in Bethlehem im Westjordanland wurde ein Palästinenser getötet. Die Operation stand nicht im Zusammenhang mit dem blutigen Attentat auf dem Tempelberg, wie eine Sprecherin der israelischen Armee mitteilte. Soldaten seien in ein Flüchtlingscamp eingedrungen und mit Gegenständen beworfen worden. Die Sicherheitskräfte hätten daraufhin geschossen. Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte einen Toten.

Von: APA/ag.