Mehrheit der Österreicher schätzt die EU

Für Österreicher überwiegen Vorteile der EU-Mitgliedschaft

Dienstag, 08. Mai 2018 | 10:49 Uhr

Laut einer Umfrage der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) sind 77 Prozent der Österreicher überzeugt, dass die EU-Mitgliedschaft zurzeit mehr Vorteile für das Land als Wirtschaftsstandort mit sich bringt. 22 Prozent sehen “eindeutig mehr Vorteile”, 55 Prozent “eher mehr Vorteile”. 13 Prozent sehen hingegen “eher mehr Nachteile”, vier Prozent “eindeutig mehr Nachteile”.

Sehr ähnlich ist die Einschätzung der 512 österreichweit Befragten, wenn es um die Auswirkungen der EU-Mitgliedschaft auf den wirtschaftlichen Wohlstand geht. Drei Viertel geben an, dass die EU-Mitgliedschaft “eindeutig mehr Vorteile” (17 Prozent) bzw. “eher mehr Vorteile” (58 Prozent) für den wirtschaftlichen Wohlstand mit sich bringt, eine Ansicht, die von etwa einem Fünftel jedoch eher nicht (16 Prozent) bzw. eindeutig nicht (fünf Prozent) geteilt wird.

Die Befragten sind auch mehrheitlich der Ansicht, dass die EU-Mitgliedschaft positive Auswirkungen auf die Sicherheit Österreichs hat. Insgesamt 57 Prozent sehen “eindeutig mehr” (zwölf Prozent) bzw. “eher mehr Vorteile” (45 Prozent). Etwa ein Drittel (35 Prozent) sieht in der EU-Mitgliedschaft “eher mehr Nachteile” (29 Prozent) bzw. “eindeutig mehr Nachteile”, was die Sicherheit Österreichs anbelangt.

Am skeptischsten äußern sich die Befragten hinsichtlich der Auswirkungen der EU-Mitgliedschaft auf das politische Gewicht Österreichs. Insgesamt 49 Prozent sehen “eindeutig mehr” (elf Prozent) bzw. “eher mehr Vorteile” (38 Prozent) in Folge der EU-Mitgliedschaft, 32 Prozent jedoch “eher mehr” (28 Prozent) bzw. “eindeutig mehr Nachteile” (vier Prozent). 17 Prozent wollten zu dieser Frage nicht Stellung beziehen.

Obwohl sich die EU in turbulentem Fahrwasser befinde, sei das “eigentlich eine gute Basis, mit etwas mehr politischem Willen und Weitsicht einiges anders und vieles gemeinsam besser zu machen”, betonte ÖGfE-Generalsekretär Paul Schmidt. “Österreich ist nun einmal nicht nur Nettozahler, sondern vor allem auch Nettogewinner der Europäischen Integration. Kritik ist zwar wichtig. Noch wichtiger wäre es allerdings, im Hinblick auf den österreichischen EU-Ratsvorsitz und die kommenden Europawahlen, mit konkreten inhaltlichen Verbesserungsvorschlägen, die die gesamte EU im Blick haben, auf europäischer Ebene zu überzeugen”, so Schmidt.

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft vom 16. November bis 5. Dezember 2017 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Die maximale Schwankungsbreite beträgt etwa 4,3 Prozent.

Von: apa