G7-Gipfel teuer und wirkungslos?

G7-Gipfel: Laser-Protest von Greenpeace

Montag, 08. Juni 2015 | 08:54 Uhr

Elmau – Nach dem Auftakt des G7-Gipfels am Sonntag gehen in Elmau die Verhandlungen am Montag weiter. Passend zur Konferenz zum Thema Klimawandel und Energie um 9.00 Uhr boten Umweltschützer von Greenpeace allen Frühaufstehern eine strahlende Überraschung: Mit einer riesigen Laserprojektion auf das Zugspitzenmassiv wurden die G7-Länder zu einer globalen Klimawende aufgefordert, berichtet bild.de.

Auf dem Bergmassiv leuchtete in grünen Buchstaben die Forderung nach 100 Prozent erneuerbarer Energie. Die Greenpeace-Aktion, die auf einer Wiese vor dem Zugspitzenmassiv durchgeführt wurde, rief auch die Polizei auf den Plan.

Mehr als 20 Polizeibeamte rückten an. Greenpeace droht eine Anzeige wegen einer nicht angemeldeten Versammlung.

„Kanzlerin Merkel muss in Elmau das Ende des Kohlezeitalters einläuten“, erklärt Tobias Münchmeyer, Greenpeace-Energieexperte, am frühen Montagmorgen in Garmisch-Partenkirchen laut bild.de.

Gegen 10.00 Uhr wird Bundekanzlerin Angela Merkel Vertreter afrikanischer Staaten sowie internationale Organisationen auf dem Schloss in Bayern begrüßen. Ab 10.45 Uhr werden die G7-Staats- und Regierungschefs und ihre Gäste über Terrorismusbekämpfung, Islamischer Staat im Irak und in Syrien sowie über Flüchtlinge diskutieren.

G7-Gipfel teuer und wirkungslos?

Moderator Günther Jauch konfrontierte unterdessen die Gäste in seiner Sendung in seiner Sendung mit dem Titel „Die Welt in Unordnung – kann Politik noch Krisen lösen?“ mit heiklen Fragen von Zuschauern. Viele glauben nicht mehr daran, dass es nachhaltige Konzept gibt und dass die Politik Lösungen für die Krisen auf der Welt finden kann – egal, ob es sich um die Bedrohung durch die Terrormiliz IS, um den Ukraine-Konflikt, um die Flüchtlings- oder um die Finanzkrise handelt.

Unter den Gästen waren der Chef des Bundeskanzleramts Peter Altmaier (56, CDU),die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann (57), Politikwissenschaftler Dietmar Herz (56), Medizinstudentin und Aktivistin Fagr Eladly (22) sowie Gabor Steingart (52), Journalist und Herausgeber „Handelsblatt“.

Altmaier wies die Kritik ab, dass der Gipfel wirkungslos sei. „G7 ist auch eine Wertegemeinschaft. Ich halte es für sehr wichtig, dass die Staats- und Regierungschefs der großen demokratischen Länder zusammenkommen und dass sie ihre Sicht der Dinge gemeinsam besprechen und sich für Lösungen einsetzen. Es ist wichtig, dass man sich auch persönlich sieht und bespricht“, wird er von bild.de zitiert.

Steingart sah dies anders: „Dass demokratisch geführte Länder, die durch ihre Staats- und Regierungschefs repräsentiert werden, 17.000 Polizisten benötigen – das ist absurd und für die Demokratie nicht gut. Wir haben Orte, wo diese Begegnungen möglich sind, wie das Kanzleramt – da hätte man sich treffen können. In Zeiten, in denen die Kassen knapp sind, ist das Geldverschwendung.“ Außerdem kritisierte er, dass Putin nicht mit am Tisch sitzt. „Wenn ich die Menschen, mit denen es Probleme zu lösen gibt, rausschmeiße, dann halte ich das für einen Rückschritt der Politik“, erklärte er laut bild.de bei der Sendung.

EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hatte erst kürzlich für Schlagzeilen gesorgt, indem sie einen Schuldenerlass für Griechenland forderte, weil dies ein biblisches Gebot sei. Sie findet, dass in der Politik die Durchbrüche fehlen.

In der Sendung meinte sie laut bild.de: „Ich stand da für Menschenrechte, für Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit. Ich wollte an diese Werte appellieren mit zwei Fragen.“ Doch ihre Fragen habe sie nicht stellen können.

Von: ©mk